Die Frage der Woche an die OB-Bewerber Peter Kurth (CDU), Jürgen Roters (SPD/Grüne) und Ralph Sterck (FDP). Heute: Soll der Rathausvorplatz bebaut werden oder nicht?
Spielregeln
Am 30. August wird in Köln ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" wird fortan jeweils am Freitag die Stellungnahmen der drei Kandidaten von CDU, SPD/Grüne und FDP zu bestimmten Themenbereichen veröffentlichen.
Im ersten "Kandidaten-Tüv" geht es um die Archäologische Zone und das darüber geplante "Haus und Museum der Jüdischen Kultur" auf dem Rathausplatz. Beide Projekte sind dadurch gefährdet, dass sich der Förderverein des jüdischen Museums bislang außerstande sieht, die zugesicherten Mittel zum Bau und den Unterhalt des Hauses aufzubringen.
Der aus einem Architektenwettbewerb als Sieger hervorgegangene Entwurf für das Museum ist aber zugleich als Schutzbau für die Archäologische Zone geplant, in der - gefördert durch Mittel der NRW-"Regionale 2010" - die archäologischen Bodendenkmäler Prätorium, Mikwe und Synagoge unterirdisch präsentiert werden sollen. Zurzeit wird überlegt, das Museum in "abgespeckter Form" in städtischer Regie zu bauen.
Am nächsten Freitag werden sich die Kandidaten zum Thema "Privatisierung städtischer Unternehmen" äußern.
www.ksta.de/ob-wahl
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Kultureller Leuchtturm
Ralph Sterck: Das Preisgericht hat sich auch deshalb für den Entwurf entschieden, weil das Haus und Museum der jüdischen Kultur den Schutzbau für die nah der Oberfläche des Rathausvorplatzes liegenden historischen Funde bildet. Damit ist dieses Projekt untrennbar mit der Archäologischen Zone verschmolzen. So wird auf jeden Fall die gewünschte städtebauliche Fassung des Rathausplatzes mit seiner Renaissancelaube im Vorkriegszustand wiederhergestellt.
Mit der preisgekrönten Arbeit der Architekten Wandel, Hoefer, Lorch und Hirsch aus Saarbrücken haben wir ein Büro an der Seite, das durch sein bisheriges Wirken wie beim Jüdischen Museum in München hervorragende Lösungen für die Herausforderungen unseres historischen Erbes und des sensiblen Ortes erwarten lässt. So begrüße ich die aktuelle Überarbeitung, die bereits das Preisgericht dem Siegerbüro mit auf den Weg gegeben hatte: Die Bebauung muss vom Wallraf-Richarz-Museum abrücken.
Beim geplanten Ort für das jüdische Haus auf dem Rathausvorplatz handelt es sich um eine Ratsentscheidung, die nach zwei Symposien zum Standort bzw. zum Inhalt gefällt wurde. Das erste hatte sich 2001 mit sieben möglichen Standorten in der Innenstadt – u.a. auch das Gelände von Haus Kutz – beschäftigt und einhellig den Rathausvorplatz wegen der Authentizität seiner jüdischen Vergangenheit empfohlen.
Ich halte es für eine der vornehmsten Aufgaben der öffentlichen Hand, solche herausragenden Kulturbauten zu errichten. Ich bin dem Land und der Regionale 2010 in diesem Zusammenhang sehr dankbar für das Engagement für das Projekt. Mit weiteren privaten und öffentlichen Mitteln wird hier ein neuer kultureller Leuchtturm mit weit über Köln reichender Strahlkraft realisiert.
Insgesamt wird mit diesem Projekt die jahrelange Arbeit der Liberalen in Glaubensfragen wie dem Standort für das jüdische Haus auf dem Rathausvorplatz und Detailfragen wie der Erschließung der Ausgrabungen durch den ehemaligen Ratskeller belohnt. Ich bin stolz, mit dazu beigetragen zu haben, dieses Projekt bis zum jetzigen Stadium gebracht zu haben. Ich freue mich auf eine möglichst schnelle Realisierung, um bis zur Regionale 2010 schon möglichst viel von unseren unterirdischen Schätzen sichtbar machen zu können. (Ungekürzte Version)
Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Haus und Museum der jüdischen Kultur.
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