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10.06.2009

FDP-Kreisverband Köln

Meldung

"Bestes Europawahlergebnis in Köln überhaupt"

Stimmenanteile der FDP in den 86 Stadtteilen
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Stimmenanteile der FDP in den 86 Stadtteilen
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Stimmenanteile der FDP in den 86 Stadtteilen
Analyse der Stadt Köln

Die Stadt Köln hat nach der Europawahl eine Kurzanalyse der Kölner Wahlergebnisse vorgelegt. Wir geben hier die für die FDP relevanten Stellen wieder. Die komplette Analyse mit allen Tabellen und Grafiken finden Sie hinter diesem Link.

1. Vorläufiges Endergebnis aus Kölner Sicht

Die FDP konnte in Köln – wie auch bundesweit – deutlich an Stimmen hinzugewinnen. In Köln erreicht sie mit 14,1 Prozent der gültigen Stimmen ihr bestes Europawahlergebnis in Köln überhaupt. Insgesamt kann die FDP in Köln ihr Vorwahlresultat von 2004 um 5,5 Punkte erhöhen. 42.380 Stimmen entfielen auf die FDP, das sind – bei insgesamt gestiegener Wahlbeteiligung – knapp 19.300 Stimmen mehr als bei der Vorwahl 2004.

Nutznießer der Verluste der CDU war die andere (kleinere) bürgerliche Partei, die FDP. Die FDP konnte nämlich erheblich in der Wählergunst zulegen. Damit ist klar, dass die FDP nicht nur von der Union Wählerstimmen gewinnen konnte, sondern auch Nicht- oder Neuwähler neu oder erstmals an sich hat binden können.

2. Wähler und Nichtwähler

Die FDP hat von der „Formschwäche“ der Bundesregierung am stärksten profitieren können („Denkzettel“-Wahl). Die Partei gewinnt nämlich – prozentual und auch absolut betrachtet – deutlich an Wählerstimmen im Vorwahlvergleich hinzu. Die Freidemokraten konnten etwa 42.380 Stimmen auf sich vereinigen, was einem Anteil von sechs Prozent aller Wähler entspricht. Bei der zurückliegenden Bundestagswahl 2005 wurde die Kölner FDP von ca. 60.100 Bürgerinnen und Bürgern gewählt – bezogen auf diese Zahl potentieller Anhänger weisen die Liberalen eine hohe Mobilisierungsquote von ca. 70 Prozent auf.

Das gute Abschneiden der FDP kann auf die allgemein gestiegene Wahlbeteiligung, sowie auf die gute Mobilisierung ihres vergleichsweise kleinen, aber nichtsdestotrotz stabilen Wählerpotentials zurückgeführt werden. Gleichzeitig ist sie auch die einzige Partei, die in größerem Umfang auf Stimmen einer anderen Partei – hier vorrangig von der CDU – zurückgreifen konnte. Die gute Mobilisierung eigener Stammwähler als auch vormalige CDU-Wähler kann zum einen darauf zurückgeführt werden, dass die FDP als Berliner Oppositionspartei stärker als solche von der Bevölkerung wahrgenommen wird.

Die Tatsache, dass mit der FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin eine Kandidatin aus dem regionalen Umfeld für die FDP antritt, deren Wahlkampf im Kölner Straßenbild besonders prägnant auf ihre Person abgestimmt war, mag sich ebenfalls positiv auf das Abschneiden der Kölner FDP ausgewirkt haben.

3. Briefwählereinfluss auf das Wahlergebnis

Der Anteil der FDP-Briefwähler lag – wie bei den meisten Vorwahlen – auch bei der gestrigen Wahl mit einem Anteil von 29,5 Prozent deutlich über dem gesamten Briefwähleranteil dieser Wahl (24,7 %).

Die Briefwähler werden überwiegend zu den Stammwählern gerechnet, da sie sich bereits früh für eine Partei entscheiden (können). Die FDP hat dabei am stärksten am Briefwahlaufkommen zunehmenden Briefwahlaufkommen partizipiert. Sie erhielt mit etwa 12.500 Briefwahlstimmen mehr als doppelt so viele Stimmen (+6.537) wie sie bei der Europawahl 2004 erreicht hatten (5.922).

Bei der FDP lauteten Urnen- und Briefwahlergebnis 2004 noch gleichermaßen 8,6 Prozent. Bei der aktuellen Wahl stieg die Differenz auf fünf Punkte an: Das Briefwahlergebnis von 18,2 Prozent konnte gestern das schwächere Urnenergebnis von 13,2 Prozent aufwerten – ein weiteres Indiz dafür, das ein Großteil der Stimmen der FDP sich aus den „Briefwahl befürwortenden“ CDU-Wählern speiste.

4. Stimmenentwicklung in den Kölner Stadtteilen und Hochburgen

Einzig die FDP profitiert in größerem Umfang von der Zunahme der Wahlbeteiligung. Der statistische Zusammenhang zwischen Höhe der Wahlbeteiligung und Stimmenanteil für die FDP ist mit einem Zusammenhangswert von 0.67 deutlich vorhanden.

Das Stimmenergebnis der CDU korreliert positiv mit dem Stimmenanteil der FDP (+0,53). Korreliert man die Veränderungen der Stimmenanteile miteinander, so ergibt sich hier ein negativer Zusammenanhang mit dem Stimmenzuwachs bei der FDP. Dies bedeutet, die FDP gewinnt vor allem dort mehr Stimmen hinzu, wo die CDU Stimmen verliert.

Die FDP, die Partei mit dem höchsten Stimmenzuwachs aller Parteien, erzielte in 35 Stadtteilen Stimmenanteile oberhalb ihres Kölner Gesamtergebnisses von 14,1 Prozent. Die Stadtteile mit überdurchschnittlichen FDP-Ergebnissen konzentrieren sich mit jeweils 9 Stadtteilen auf die Bezirke Rodenkirchen, Lindenthal und Porz. Die höchsten Stimmenanteile erzielte sie in Hahnwald (36,0 %), Marienburg (28,7 %), Müngersdorf (26,2 %) und Junkersdorf (25,2 %). Ihre niedrigsten Stimmenanteile erreicht sie in Kalk mit 6,7 Prozent und Chorweiler, wo sie 8,0 Prozent erreichte – beides Stadtteile, wo die FDP ihre Stimmenanteile dennoch erheblich ausweiten konnte.

Wie bereits erwähnt, erzielt sie dort hohe Stimmenanteile, wo auch die CDU stark vertreten ist. Allerdings ist der Stimmenzuwachs gegenüber den bei der EU-Wahl 2004 für die FDP abgegebenen Stimmen nicht nur in CDU Hochburgen erfolgt; die FDP erzielt in allen Kölner Stadtteilen Stimmenzuwächse. Die höchsten Steigerungen ihres Stimmenanteils erzielten die Liberalen dabei in Hahnwald (+16,6 Punkte), Raderthal (+12,8 Punkte) und Müngersdorf (+11,2 Punkte).

Bei der CDU und der FDP verläuft weitgehend eine Zweiteilung, die deren Hochburgen in nord-westlich und süd-östlich gelegene, stadtrandnahe Stimmbezirke trennt. Die FDP-Hochburgen konzentrieren sich – stärker noch als die CDU-Hochburgen – am äußersten Stadtrand.

5. Das Wahlverhalten in sozialstrukturell unterschiedlich geprägten Stadträumen

In den Stadtteilen, in denen die wirtschaftliche Lage in der aktuellen „Leben in Köln“-Umfrage als überdurchschnittlich gut bewertet wurde, haben CDU und FDP ihr bestes Ergebnis.

„Am selben Tisch“ saßen bei dieser Wahl – wenig überraschend - offensichtlich die CDU und die FDP, wobei der Nutznießer dieser Konstellation hier eindeutig die FDP war. Allerdings ist ihr Stimmenanteil auch dort, wo eine schwierige wirtschaftliche und soziale Lage zu konstatieren ist, gewachsen. Dies zeigt, sie ist die Großgewinnerin dieser Wahl und kann überall zulegen.

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