Den Bürgersinn der Kölner bewundert
Kölner Stadt-Anzeiger
Den Bürgersinn der Kölner bewundert
Stadt ehrt Alt-Bundespräsident Theodor Heuss mit einer Ausstellung im Rathaus
Laudator Andreas Pinkwart nennt den Geehrten "einen Verantwortlichen im produktiven Sinn".
Von Barbara aus der Wiesche
Es war die Verbeugung vor einem angesehenen Staatsmann und seinem Beitrag zu einer neuen politischen Kultur in der damals jungen Bundesrepublik Deutschland: Die Stadt Köln ehrte im Beisein von 140 Gästen den Alt-Bundespräsidenten und Kölner Ehrenbürger Theodor Heuss (1884 bis 1963). Sie hat ihm, einem der Väter des Grundgesetzes, eine Ausstellung gewidmet, die im Lichthof des Rathauses Spanischer Bau bis 14. Februar unter dem Titel "Theodor Heuss - ein Leitbild des Liberalismus" zu sehen ist.
Laudator Professor Andreas Pinkwart, NRW-Innovationsminister, bezeichnete Heuss als Persönlichkeit, die Bescheidenheit, Gestaltungskraft und Verantwortung ausgezeichnet habe. In der Beurteilung seiner eigenen Person habe Heuss oft untertrieben und eine bisweilen kokette Selbstdistanzierung an den Tag gelegt. Diese Bescheidenheit sei Ausdruck einer "sehr gebildeten Persönlichkeit und einer von bürgerlicher Kultur geprägten liberalen Werthaltung" gewesen. Eins seiner Leitmotive sei es gewesen, den Bürgern politisches Selbstbewusstsein zurückzugeben und zu versöhnen.
Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise liege es nahe, daran zu erinnern, dass man Verantwortliche nicht in erster Linie brauche, um festzustellen, wer schuld sei, sondern "damit etwas Positives für das Gemeinwohl überhaupt entstehen kann". Der Geehrte sei "ein Verantwortlicher im produktiven Sinne" gewesen. Als ihm eine dritte Amtszeit als Bundespräsident angeboten worden sei, für die das Grundgesetz hätte geändert werden müssen - Heuss stand von 1949 bis 1959 an der Spitze des Staates - habe er das kategorisch abgelehnt.
An Köln, dessen Ehrenbürger er 1959 wurde, habe Heuss den überparteilichen Bürgersinn bewundert, erinnerte Oberbürgermeister Fritz Schramma. Stets sei eine "kölsche Fraktion" mit Abgeordneten verschiedener Parteien im NRW-Landtag und Bundestag zur Stelle gewesen, wenn es darum ging, die Interessen der Stadt zu wahren. Schramma: "Möge das Gedenken an Theodor Heuss uns dabei motivieren, dass wir uns weiterhin einsetzen für unseren Wohlstand, aber auch für unsere Demokratie."
Kölnische Rundschau
Theodor Heuss als Leitbild
OB und Minister eröffnen Ausstellung zum 125. Geburtstag
Von Daniela Lukassen
"Theodor Heuss hat von Demokratie nicht nur gesprochen, er hat sie gelebt und vorgelebt", sagte OB Fritz Schramma zur Eröffnung einer Ausstellung im Rathaus, die das bewegte Leben des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland vor Augen führt. Heuss, Ehrenbürger der Stadt Köln, wäre am 31. Januar 125 Jahre alt geworden. Er war 1884 in Brackenheim geboren.
Schramma erinnerte an Heuss' Werdegang, dessen unabhängige und kritische Haltung, die den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge gewesen war. Erst nach dem Krieg habe Heuss "sein großes Engagement für die Werte der Demokratie endlich ungehindert zur Geltung bringen" können. Als Heuss im Winter 1946/47 die "hungernden Menschen in den Ruinen unserer zum größten Teil zerstörten Stadt" gesehen habe, sei das für ihn "erschütternder als in anderen deutschen Städten" gewesen. Der Wandel des Stadtbildes und die städteplanerischen Ansätzen in Köln, die sich im Wiederaufbau der 50er Jahre erkennen ließen, hätten ihn jedoch beeindruckt.
Mit den Begriffen "Bescheidenheit", "Gestaltungskraft" und "Verantwortung" umschrieb NRW-Forschungsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart das Leben und Wirken von Heuss. Er würdigte den FDP-Politiker als "Menschen, der auch gegen den Strom Position bezogen hat" und für dessen Amt als Bundespräsident es zu seiner Zeit noch keine Vorbilder gegeben habe. Dass die Ausstellung in Köln eröffnet wurde, freue Pinkwart besonders. "Es ist gut, diese Ausstellung in einer Stadt zu eröffnen, die zu Recht ihren Ruf des Weltoffenen und Liberalen genießt."
Die Ausstellung, die Heuss als Leitbild des Liberalismus zeigt, ist noch bis zum 14. Februar im Spanischen Bau zu sehen.
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02.02.2009
Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau
Pressespiegel
Theodor Heuss als Leitbild
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