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18.12.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Prognosen können auch falsch sein

Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
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Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Verwaltung hat die Zahl der Grundschulkinder in Junkersdorf unterschätzt

Von Stefan Rahmann

Junkersdorf. Die Lindenthaler Bezirksvertreterin Katja Hoyer (FDP) glaubt auch vor dem Christfest nicht an Wunder. "Die Kinder fallen ja nicht vom Himmel. Noch nicht mal in der Weihnachtszeit." Dieser tiefen Einsicht in das Fortpflanzungsgebaren im Kölner Westen mochte sich auch Brigitte Beckmann vom Schulverwaltungsamt nicht verschließen. "Aber wie konnte sich die Verwaltung derart verrechnen?", fragten sich die Fraktionen durch die Bank. Vier Eingangsklassen im ersten Schuljahr in der Ildefons-Herwegen-Grundschule seien einfach zu wenig. "Angesichts der Anmeldezahlen muss die Schule fünfzügig geführt werden", so Hoyer.

"Bezirksvertretung wird nicht ernst genommen"

Sie kritisierte, dass Eltern aus Junkersdorf, die ihre Kinder vor Ort einschulen wollten, vor kurzem die Mitteilung erhalten hätten, dass dies nicht möglich sei. Als Grund sei auf fehlende Raumkapazitäten in der Ildefons-Herwegen-Grundschule verwiesen worden. Den Eltern habe man empfohlen, ihre Kinder auf die Schule in Weiden zu schicken. Hoyer erinnerte daran, dass die Ildefons-Herwegen-Schule erst kürzlich erweitert worden sei. Ihre zentrale Frage lautete: "Wie kann ein Schulumbau geplant werden, der überhaupt nicht der Entwicklung der Schülerzahlen entspricht?"

Rolf Becker (SPD) legte den Finger in die gleiche Wunde: "Hier handelt es sich um ein deutliches Beispiel, wie wenig die Bezirksvertretung von der Verwaltung ernst genommen wird. Eltern, die mehr Schulplätze in Junkersdorf gefordert haben, wurden von der Verwaltung ausgelacht, weil sie angeblich nicht rechnen konnten." Becker sprach sich im Namen seiner Fraktion für einen zweiten Schulstandort in Junkersdorf aus. Sein Antrag lautete: "Die Verwaltung wird aufgefordert, das Gelände der ehemaligen belgischen Schule an der Statthalterhofallee/Ecke Alfons-Novak-Straße für den erweiterten schulischen Platzbedarf sowie einen weiteren Kindergartenstandort zu sichern." Diesem Antrag schlossen sich die Bezirksvertreter ebenso einstimmig an wie der Forderung von Katja Hoyer, allen Junkersdorfer Kindern den Schulbesuch im Veedel zu ermöglichen.

Brigitte Beckmann wandte zunächst ein, dass die Zahlen, die die Eltern genannt hätten, falsch seien. "Momentan haben wir es bei den Anmeldezahlen mit einem Zwischenhoch zu tun. Diesen Geburtenbuckel hätten wir antizipieren müssen. Langfristig genügen in Junkersdorf vier Grundschulklassen." Man müsse aber auch berücksichtigen, dass man sich als Verwaltung in Junkersdorf mit "relativ heftigen Zu- und Abwanderungszahlen" abfinden müsse. Eine aktualisierte Prognose liege nicht vor. Im Übrigen kämen Prognosen prinzipiell immer mit einer gewissen Unsicherheit daher. Vielleicht müsse man im kommenden Sommer eine fünfte Klasse einrichten, weil auch die Häuser in der Waldsiedlung nach und nach bezogen würden. "Der Geburtenbuckel ist in zwei, drei Jahren aber auf jeden Fall weg", so die Prognose der Planerin.

Das brachte Rolf Becker erneut auf die Palme: "Entweder haben Sie nichts getan, obwohl Sie die Zahlen kannten", empörte er sich in Richtung Beckmann, "oder Sie wussten einfach von nichts." Beides sei gleich schlimm. "Noch können Sie das Gelände der ehemaligen belgischen Schule halten." Katja Hoyer fasste noch mal zusammen. "Offensichtlich reagiert die Verwaltung nur, wenn Politik und Eltern Druck machen. Das werden wir auch in Zukunft tun."


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