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18.12.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Da ist massive Nacharbeit nötig"

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FDP-Fraktionschef Sterck kritisiert im Internet Entwürfe für Rosenmontagszug

Von Stefan Volberg

Die Entwürfe für den Rosenmontagszug sorgen weiter für Aufregung - auch die Tatsache, dass FDP-Fraktionschef und OB-Kandidat Ralph Sterck einige Motive im Internet kritisiert und damit öffentlich gemacht hat. Sterck hatte am Montagabend an der Zug-Vorstellung im Kreise des Großen Senats im Rathaus teilgenommen. Bei etlichen geladenen Gästen, so beim Vorsitzenden Dr. Patrick Adenauer, aber auch bei Gastgeber OB Fritz Schramma hatten die Entwürfe ganz überwiegend für Unverständnis gesorgt.

Sterck kritisierte jetzt im Internet, dass das Motto "Unser Fastelovend - himmlisch jeck" weitgehend nicht unbeschwert fröhlich interpretiert wurde, sondern mit Themen wie Guantánamo, Selbstmordattentaten, Rechtsbeugung in Italien, Menschenrechtsverletzungen in Russland oder Atommüllendlager problematisiert wurde.

"Was die Rundschau über den Abend geschrieben hat, trifft die Stimmung genau", sagte Sterck gestern. "Ich gehe davon aus, dass da eine massive Nacharbeit nötig ist. Zum Beispiel möchte ich sehen, welche Karnevalsgesellschaft auf einem Wagen fahren möchte, auf dem Selbstmordattentäter dargestellt werden - und vorneweg marschiert eine Kapelle und spielt ,Mer losse dr Dom en Kölle'." Er fahre seit Jahren bei den Närrischen Insulanern mit und könne sich das für sich durchaus nicht vorstellen.

Zur Kritik, er habe mit der Veröffentlichung im Internet so etwas wie Geheimnisverrat betrieben, entgegnet Sterck: "Ich nehme seit zehn Jahren an diesem Abend im Rathaus teil. Dazu bekommt man keine Betriebsanleitung, und mir hat nie jemand gesagt, dass das verpönt sei. Allerdings hatte ich bisher nie Anlass, die Entwürfe kritisch zu kommentieren. Ich lasse mir aber auch nicht den Mund verbieten. Das Festkomitee teilt kräftig aus, dann muss es umgekehrt auch mit Kritik leben."

Zug-Leiter Christoph Kuckelkorn mochte das "nicht groß kommentieren". Und offiziell die Teilnehmer der Veranstaltung zum Stillschweigen vergattern möchte er auch nicht: "Ich habe kein Recht, die Gäste des Oberbürgermeisters zu belehren." Der Sinn dieses Abends sei aber genau der, in diesem Kreis des Großen Senats den Zoch in der Phase zwischen Entwurf und Realisierung vorzustellen. Dabei sei offene Kritik erwünscht. "Aber es ist nicht richtig, dass es in diesem Zug nichts zu lachen gäbe."


Kein Spaß
Kommentar von Stefan Volberg zum Rosenmontagszug

Geben wir's ruhig zu: Der Kölner Rosenmontagszug mag zwar handwerklich vorbildlich sein, doch die Kollegen aus Düsseldorf haben oft doch erheblich mehr Pep in ihren Wagen. Man kann kritisieren, dass die Karnevalisten rheinabwärts mitunter unnötig viel Schärfe in den Zoch tragen, aber die harmoniebedürftigen Kölner haben doch viele Themen gern sehr weichgespült.

Die Karnevalsgesellschaften haben Zug-Leiter Christoph Kuckelkorn daher gedrängt, öfter die Provokation zu wagen. Da haben er und die Karikaturisten sich offenbar mächtig ins Zeug gelegt. Das Ergebnis hat die Gäste des OB bei dem Abend im Rathaus verwirrt bis verärgert. "Verbissen", lautete ein Kommentar, und von "himmlisch jeck" wie im Zoch-Motto könne kaum die Rede sein, befand FDP-Fraktionschef Ralph Sterck.

Karneval hat das Recht und die Aufgabe, der Politik und allen Zeitgenossen klar den Spiegel vorzuhalten. Es hat aber den Anschein, als sei man dabei über das Ziel hinausgeschossen. Spaß muss der Zoch schließlich auch machen.

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