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17.12.2008

Express und Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Sterck verrät das Zoch-Geheimnis

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Kanzlerin nackt im Zoch?


Express
Wahlkämpfer Schramma als Jedi-Ritter
Sterck verrät das Zoch-Geheimnis
FDP-Fraktionschef provoziert Festkomitee mit Indiskretionen

Von Robert Baumanns

Mit einer Indiskretion sorgt FDP-Fraktionschef Ralph Sterck für Wirbel. In seinem Blog www.koeln-kann-mehr.de beschreibt er die Vorstellung der Themen des Rosenmontagszugs durch Zochleiter Christoph Kuckelkorn am Montagabend. Das Festkomitee ist sauer über den Verrat, Sterck gibt sich unschuldig.

Betretenes Schweigen erntete Rosenmontagszugleiter Christoph Kuckelkorn am gestrigen Abend bei der Vorstellung der Entwürfe für den Rosenmontagszug vor dem sogenannten "Großen Senat", schreibt Sterck in seinem Internet-Tagebuch.

"Statt das unbeschwerte Motto 'Himmlisch jeck' umzusetzen, wälzt er die Probleme der Welt: Selbstmordattentäter, Rechtsbeugung in Italien, Menschenrechtsverletzungen in Russland, Atommüllendlager, Guantanamo..."

Auch verrät er, dass die Rivalen um das OB-Amt, Fritz Schramma und Jürgen Roters, in einem Wagen als kämpfende Jedi-Ritter dargestellt werden. Ganz kokett lässt Sterck, der selbst für die FDP fürs OB-Amt kandidiert, die Kölner wissen: "Ich selbst bin dabei noch gut weggekommen (...), sitze als gelber Yoda zwischen den Streithähnen. Die Rolle des Yoda gefällt mir. Das kann so bleiben."

Das Brisante daran: Normalerweise werden die Zochthemen erst im Januar vorgestellt. Sterck, der als FDP-Fraktionschef seit Jahren an der internen Präsentation vor dem Großen Senat teilnimmt, preschte aber vor. Und versteht die Aufregung nicht: "Ich habe doch nur etwas in mein Internettagebuch geschrieben", erklärt er auf EXPRESS-Anfrage. "Da schreibe ich rein, was mich beschäftigt."

FK-Sprecherin Sigrid Krebs schüttelt da mit dem Kopf: "Es gibt eigentlich ein Agreement, dass die ersten Ideen vor dem Großen Senat exklusiv vorgestellt und nicht nach außen getragen werden. Das weiß auch Herr Sterck. Das große Geheimnis ist auch ein bisschen der Zauber des Karnevals." Außerdem sei in diesem Stadium der Planungen "längst nicht alles fertig und entschieden. Natürlich gibt es aber einen roten Faden."

Nach der Öffentlichmachung der Zochpläne äußerte sich gestern auch Senatspräsident Dr. Patrick Adenauer auf EXPRESS-Anfrage. "Ich habe den Verantwortlichen gesagt, dass ich diese Themen kritisch sehe, weil sich nicht jedem sofort die Bedeutung der einzelnen Wagen erschließt. Diese Kritik wurde positiv aufgenommen."


Kölner Stadt-Anzeiger
Kanzlerin nackt im Zoch?
Verärgerung im Großen Senat des Kölner Karnevals: FDP-Chef Ralph Sterck verrät Entwürfe für Persiflage-Wagen.

Von Anja Katzmarzik

Es ist ein gediegener Abend im karnevalistischen Kalender für eine der honorigsten Gesellschaften Kölns: das alljährliche Essen von Oberbürgermeister Fritz Schramma für den Großen Senat des Kölner Karnevals im Rathaus. Doch in diesem Jahr sorgte einer, der gar nicht diesem Kreis angehört und nur als Gast geladen war, für einen Eklat: FDP-Fraktionschef Ralph Sterck verriet in dem Tagebuch auf seiner Internetseite (www.koelnkannmehr.de) erste Entwürfe für die Persiflage-Wagen im Rosenmontagszug, die der Zugleiter traditionell an dem Abend zur Diskussion stellt.

Der OB-Kandidat Sterck schreibt etwa, dass sich die beiden Oberbürgermeister-Kandidaten Schramma und Jürgen Roters auf einem der Wagen als Jedi-Ritter bekämpfen. Aber auch, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zu einer Schönheits-Operation mit ihren Problemzonen Konjunktur und Große Koalition nackt dargestellt wird. Nicht so lustig fanden angeblich einige Mitglieder auch ein Motiv mit Selbstmordattentätern, die zur Belohnung verschleierte Frauen erhalten, sowie einen Guantanamo-Lager-Wagen.

Doch beinah noch größer ist das Entsetzen darüber, dass Sterck "geplaudert" hat. Sigrid Krebs vom Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.: "Das entspricht nicht dem üblichen Gebaren in diesem vertrauensvollen Kreis. Es ist nicht schön, dass Ralph Sterck das nun in seinem Wahlkampf einsetzt."

Mehrere Entwürfe wurden an dem Abend kritisiert, berichtet Krebs weiter. "Dafür dient dieser Abend auch." Die Karikaturen werden jährlich nach der Diskussion in dem Kreis noch einmal überarbeitet. Der Öffentlichkeit werden die Motive immer erst im Januar vorgestellt. Sterck ist sich keiner Schuld bewusst: "Ich lasse mir nicht den Mund verbieten. Der Text bleibt online."

Dem Großen Senat gehören die wichtigsten Repräsentanten der Kölner Wirtschaft an, die als Mäzene das Brauchtum fördern und mit ihrer finanziellen und ideellen Unterstützung etwa das Kölner Karnevalsmuseum ermöglichten.

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