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16.12.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Sanierung der Flora ungewiss

Historische Ansicht der Flora
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Historische Ansicht der Flora
Der Gestaltungsbeirat verwirft die Baupläne. Jetzt muss über das 22-Millionen-Euro-Projekt wieder diskutiert werden.

Von Peter Berger

Der Zeitplan zur Sanierung der Flora gerät knapp drei Monate nach dem Beschluss des Stadtrates, das historische Gebäude für 22 Millionen Euro zu sanieren, schon wieder ins Wanken. Der Gestaltungsbeirat - ein Gremium aus Fachleuten, das die Politik berät - hat die von der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln erstellte Bauplanung deutlich kritisiert und mahnt einen "respektvollen Umgang" mit dem Baudenkmal an. Es geht um die Frage, ob das historische Tonnendach, das wieder errichtet werden soll, als zusätzliche Veranstaltungsfläche mit Büros für den Betreiber Köln-Kongress genutzt werden kann. Strittig sind auch die geplanten Anbauten.

"Wenn wir den Vorschlägen des Beirats folgen, müssen wir mit der Planung noch einmal von vorn beginnen", sagte Engelbert Rummel am Montag im Finanzausschuss des Stadtrats. Die Gebäudewirtschaft wollte im Januar 2009 das Bauprojekt ausschreiben, "damit das Haus zum Jahreswechsel 2010/11 eröffnet werden kann". Dieser Plan ist wohl nicht mehr zu halten, weil die Politiker beschlossen, in einer Sondersitzung des Finanzausschusses Mitte Januar zunächst mit Fachleuten über die Einwände des Gestaltungsbeirats zu diskutieren. "Wenn wir die Nutzflächen verringern, steht die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts in Frage", so Rummel.

Die Politiker sind offenbar gewillt, dieses Risiko einzugehen. Karl Jürgen Klipper (CDU) sprach von "einer vernichtenden Kritik des Gestaltungsbeirats", die man ernst nehmen müsse. "Wenn wir die Flora sanieren, muss das für mindestens 50 Jahre Bestand haben." SPD-Fraktionschef Martin Börschel plädierte ebenfalls für eine Atempause. "Wir müssen zumindest die Möglichkeit haben, das in einem Workshop oder im Ausschuss noch einmal zu prüfen."

Die FDP ist dagegen, das Flora-Paket erneut aufzuschnüren. Die Vorschläge des Gestaltungsbeirats seien unrealistisch. Wenn das Tonnendach nicht genutzt werden könne, gerate das gesamte Bauprojekt in Gefahr, sagte Ulrich Breite.


Kommentar von Peter Berger
Schleunigst sanieren

Bei allem Respekt vor den Bedenken des Gestaltungsbeirats, der einen respektvollen Umgang mit dem Baudenkmal Flora anmahnt. Seit dem Beschluss des Stadtrats, das Gebäude von Grund auf zu sanieren, sind mittlerweile 19 Monate ins Land gezogen. Jetzt liegt die Planung einschließlich der Wiederherstellung der historischen Kuppel auf dem Tisch, jetzt könnte die Ausschreibung erfolgen, da wird das gesamte Projekt wieder infrage gestellt. Der Beirat fordert eine grundsätzliche Überarbeitung des Entwurfes, also im Grunde eine völlig neue Planung.

Dabei ist die Rechnung relativ einfach. Erstens: Die Sanierung darf nicht mehr als 22 Millionen Euro kosten. Das hat der Stadtrat vorgegeben. Zweitens: Der Betreiber Köln-Kongress muss das Haus künftig ohne städtische Zuschüsse betreiben. Das geht natürlich nur, wenn er möglichst viele Veranstaltungsflächen anbieten kann.

So wünschenswert es wäre, das Gebäude in seiner ursprünglichen Form nach dem Vorbild des Crystal Palace wieder auferstehen zu lassen, sehr realistisch ist das nicht. Ein modernes Veranstaltungszentrum braucht Technikräume und ganz profane Dinge wie einen Lieferanten-Eingang, der mit Lastwagen erreicht werden kann. Politik und Fachleute sollten sich schnell auf einen Kompromiss verständigen und schleunigst damit beginnen, das Gebäude vor dem endgültigen Verfall zu sichern. Jede weitere Zeitverzögerung ist ein respektloser Umgang mit der Flora.


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