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11.12.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Plädoyer für den großen Wurf

Was sagt der Masterplan zum Breslauer Platz? FDP-Fraktionschef Ralph Sterck (l.) diskutierte mit Bürgern am Rheinufer.
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Was sagt der Masterplan zum Breslauer Platz? FDP-Fraktionschef Ralph Sterck (l.) diskutierte mit Bürgern am Rheinufer.
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Was sagt der Masterplan zum Breslauer Platz? FDP-Fraktionschef Ralph Sterck (l.) diskutierte mit Bürgern am Rheinufer.
FDP-Fraktionschef Sterck diskutiert über den Breslauer Platz

Der Ratspolitiker wünscht sich für das Grundstück eine "herausragende Architektur und Nutzung".

Von Matthias Pesch

Auch wenn das DFB-Museum nicht auf den Breslauer Platz kommt, wünscht sich FDP-Fraktionschef Ralph Sterck an dieser Stelle "eine herausragende Architektur und Nutzung". Eine Spielbank, über deren Umzug von Aachen nach Köln derzeit spekuliert wird, wäre solch ein Projekt. Oder auch die Ansiedlung einer großen Konzernzentrale. Lediglich das Kuniberts-Viertel in Richtung Bahnhof zu verlängern, "das wäre mir zu wenig", sagte Sterck gestern am "Stadt-Anzeiger"-Stand, wo er mit Bürgern über die Vorschläge des Masterplans diskutierte.

"Es ist ein schwieriges Grundstück", beschrieb Architekt Kai Büder die Ausgangslage für das Areal auf der Rückseite des Hauptbahnhofs. Das Büro Büder + Menzel hatte 1992 einen Architektenwettbewerb für das Areal gewonnen und ist jetzt unter den sieben Büros, die in einem so genannten Werkstattverfahren einer Jury Gestaltungsentwürfe unterbreiten - am 19. Dezember soll darüber die Entscheidung fallen. Eine der Schwierigkeiten bei der Planung ist die Zukunft des Busbahnhofs.

"Das Grundstück ist zu wertvoll, als dass der Betrieb des Busbahnhofs oberirdisch abgewickelt werden sollte", sagt Sterck. Andere Städte zeigten, dass es möglich sei, "mit viel Licht und Sauberkeit" attraktive unterirdische Lösungen zu schaffen. Der FDP-Politiker würde es zudem begrüßen, wenn das Kommerz-Hotel vom Breslauer Platz verschwinden könnte.

Ein Bürger wünschte sich mehr Grün und Bänke auf dem Breslauer Platz. Der Platz sei "wenig geeignet zum Verweilen", hielt Architekt Manfred Menzel dagegen. Die Menschen dort seien "mit einem Ziel unterwegs", der freie Platz müsse ihnen "die Orientierung ermöglichen, wo sie Umsteigemöglichkeiten finden". Notwendig sind daher nach Ansicht Stercks und von Bürgern attraktive Fußwege zum Rheinufer.

Ohnehin geplant ist eine Rampe, über die Fußgänger und Radfahrer bequem auf die Nordseite der Hohenzollernbrücke gelangen können. Von einer Verlängerung des Rheinufertunnels in Richtung Norden rät der Masterplan ab, und auch die "Platte" über die Rheinuferstraße mit einer Treppenanlage zum Rhein, die der Entwurf von Büder + Menzel aus dem Jahr 1992 vorsah, ist laut Menzel "vom Tisch". Baudezernent Bernd Streitberger hatte diesen Vorschlag mit dem Argument abgelehnt, er wolle "keine weiteren Unterwelten" bauen.

Die Umgestaltung des Platzes wird frühestens 2011 nach Abschluss des U-Bahn-Baus beginnen; dann verschwindet auch das Musical-Zelt. Eine Bürgerin artikulierte ihre Sorge, dass bei der Umsetzung des Masterplans die Wünsche der Bevölkerung - zum Beispiel nach mehr Grün - nicht ausreichend berücksichtigt werden: "Der Bürgerwille darf nicht hinten runterfallen."


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