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10.12.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Momente und Menschen des Jahres

Jürgen Roters, Fritz Schramma und Ralph Sterck (v.l.n.r.), Foto: Gauger
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Jürgen Roters, Fritz Schramma und Ralph Sterck (v.l.n.r.), Foto: Gauger
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Jürgen Roters, Fritz Schramma und Ralph Sterck (v.l.n.r.), Foto: Gauger
OB Schramma bietet im Falle seines Wahlsiegs Ralph Sterck Bürgermeister-Amt an

Von Jan Wörderweber

"Für 'ne Moment" heißt das passende Lied, das Wolfgang Niedecken für den gestrigen Abend im Domforum ausgewählt hatte. Und es gab viele Momente bei "Menschen 2008", die jedes Ereignis wieder präsent werden ließen, das Köln in den zurückliegenden Monaten bewegt hat: FC-Aufstieg, Großbrand bei Ineos, "Anti-Islamisierungskongress", Fan-Feste bei der EM, und, und, und. Rund 200 Besucher erlebten bei dem von Rundschau, Radio Köln und Domforum veranstalteten Jahresrückblick einen höchst unterhaltsamen Abend mit vielen Neuigkeiten.

Zum Beispiel, dass Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) im Falle seines Wahlsiegs seinem Herausforderer Ralph Sterck (FDP) den Posten des ersten Bürgermeisters anbieten will. Sterck, der sich mit Schramma und dem OB-Kandidaten der SPD, Jürgen Roters, den Fragen von Stefan Sommer (Rundschau) und Barbara Garms (Radio Köln) stellte, quittierte das Angebot mit einem Lächeln.

Wie es bei den mächtigsten Politikern der Welt zugeht, erfuhren Julika Prantner-Weber und Jasmin Astaki-Bardeh. Die beiden Kölner Schülerinnen durften zum G8-Gipfel nach Japan reisen; erst vorgestern trafen sie Bundeskanzlerin Angela Merkel - und siehe da: Die Kanzlerin sei "wie eine Freundin" gewesen.

In BAP-Sänger Wolfgang Niedecken und Pfarrer Franz Meurer lodert dasselbe Feuer: Niedecken schilderte eindringlich die Situation der Kinder-Soldaten in Uganda, für die er sich seit Jahren einsetzt. Als Grund für die Bürgerkriege prangerte Niedecken den Kampf um Rohstoffe an, die auch nach Deutschland exportiert werden. Pfarrer Meurer hingegen engagiert sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche und fand deutliche Worte. Es sei "zum Kotzen", dass immer nur das Kapital der Finanzwelt im Vordergrund stehe. "Das einzige Humankapital, das wir haben, sind unsere Kinder", sagte Meurer unter dem Applaus der Zuhörer. Der Pfarrer gestand, dass Angstgefühle bei ihm erst nach zehn Minuten einsetzen. Nur so sei zu erklären, dass er drei Jugendliche in die Flucht schlagen konnte, die ihn überfallen hatten.

Für einige Momente gab es auch unterschiedliche Auffassungen: Beim Rückblick auf die Gegenkundgebungen beim "Anti-Islamisierungskongress" kritisierte Karl Heinz Pütz den Einsatz der Kölner Polizei. "Er war der Situation nicht richtig angepasst", sagte Pütz und sprach vom "schlechtesten Einsatz der letzten 25 Jahre." Polizeidirektor Udo Behrendes rechtfertigte das Vorgehen, da zu viele "Polit-Hooligans" angereist seien, die Gewalttaten verübt hätten.

Zu dem Zeitpunkt hatte Astronaut Hans Schlegel in Texas gerade Mittag gegessen. Telefonisch zugeschaltet berichtete er von seiner Reise im Februar zur ISS. Aus dem Weltall habe er auf die Kölner Bucht geschaut. "Der Rhein als Band war gut zu sehen."

Johannes Feyrer, Kölns stellvertretender Feuerwehrchef, blickte auf den Großbrand bei Ineos zurück: "Zukünftig müssen die Bürger besser informiert werden." Nach ihm war der Sport an der Reihe: Roland Koch, Co-Trainer des 1. FC Köln kam zu dem Schluss, dass die Mannschaft bisher eine "relativ überragende Hinrunde" gespielt hat.

Auch die Musik kam nicht zu kurz: Tino vom Taxi begeisterte als kölscher Paul Potts ebenso wie Wolfgang Niedecken. Mit "Für 'ne Moment", dem Plädoyer für die vom Aussterben bedrohte kölsche Sprache, sprach er vielen Zuhörern aus der Seele: ". . .doch uns Sprooch ess ahm usstirve, et verstonn kaum noch uns Pänz, wat mer en Düsseldorf zwar ,Rheinisch', doch em Rest der Welt ,Kölsch' nennt."


Center.TV hat "Menschen 2008" aufgezeichnet. Die Sendung wird am 13. Dezember um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

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