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06.12.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Der "Küchengipfel" ohne Merkel

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Die Opposition sieht sich in ihrer Kritik am Krisenmanagement der Kanzlerin bestätigt

Von Sibylle Quenett

Berlin - Der Vorsitzende des Europaausschusses des Deutschen Bundestags, Gunther Krichbaum (CDU), hat die Einladung des britischen Premiers Gordon Brown zu einem Wirtschaftstreffen am Montag an Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso ohne Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als "befremdlich" bezeichnet. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte Krichbaum am Freitag in Berlin: "Ich bin davon überzeugt, dass uns diese Küchentischgipfel nicht weiterbringen." Er fügte hinzu: "Ich wundere mich, dass Barroso dazu seine Hand reicht."

Krichbaum betonte, es sei jetzt wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, wie Merkel das tue. Der Europapolitiker warnte, "Küchengipfel" könnten immer auch Gegenreaktionen hervorrufen. Wenn es dann darum gehe, eine gemeinsame Linie zu finden, hätten gerade kleinere Länder oft das Gefühl, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Er ergänzte: "Das ist nicht hilfreich."

Die Opposition sieht sich hingegen durch die Nichteinladung Merkels in ihrer Kritik an dem Krisenmanagement der Kanzlerin bestätigt. Der grüne Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, sagte dieser Zeitung: "Man muss sich nicht wundern, dass man ausgeladen wird, wenn man nichts tut." Die Maßnahmen, die etwa in Großbritannien bei der Verstaatlichung der Banken ergriffen worden seien, seien richtiger gewesen als die, die in Deutschland getroffen wurden. Merkel habe einen eklatanten Fehler gemacht, als sie den Schutzschirm für die Banken nicht verpflichtend gemacht habe.

Der Fraktionsvize der FDP, Werner Hoyer, sagte, das Treffen ohne die Kanzlerin komme einem Affront sehr nahe. Der liberale Außenpolitiker fügte hinzu: "Das hat offensichtlich damit zu tun, dass man von Deutschland nicht erwartet, dass es dazu beitragen könnte, kurzfristig Entscheidungen zu treffen, um die Krise in den Griff zu bekommen." Diese werde in Berlin offenbar immer noch unterschätzt. Hoyer: "Deutschland als wichtigste Volkswirtschaft in der EU müsste eigentlich im Führerhaus und nicht tausend Kilometer entfernt im Abseits sitzen."


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