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20.11.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Ahorne passten nicht ins Bild

Siegermodell für die Kopfbebauung des Maternusplatzes
Siegermodell für die Kopfbebauung des Maternusplatzes
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Siegermodell für die Kopfbebauung des Maternusplatzes
Netzwerk kritisiert Fäll-Beschluss der Bezirksvertretung

Als Ersatz für die großen Silberahorne sollen im Frühjahr zwei Gleditschien gepflanzt werden.

Von Ulrike Süsser

Rodenkirchen - Für manche Bürger war es eine "Nacht-und-Nebelaktion", als in der vergangenen Woche die beiden Silberahornbäume am kleinen Plätzchen an der östlichen Ecke des Maternusplatzes abgesägt wurden. Es war jedoch eine genehmigte Aktion. Die Bezirksvertretung hatte der Fällung Ende Oktober mehrheitlich zugestimmt.

Kritik kommt nun von Bürgern und Baumschützern. Nach Meinung des "Netzwerkes für Bäume" sei die Fällung nicht zwingend notwendig gewesen und Alternativen seien nicht ausreichend geprüft worden. Der Netzwerk-Sprecher, Harald von der Stein, wirft besonders der Bezirksbürgermeisterin Monika Roß-Belkner vor, sie habe die Fällung zugelassen, obwohl ihr der Protest der Bürger bekannt gewesen sei. Baumschützer hatten zuvor Unterschriften gegen die Fällung gesammelt.

Es sei eine demokratische Mehrheitsentscheidung der Politik gewesen, betont die Bezirksbürgermeisterin. Diese basiert auf einem Beschluss, der gut ein Jahr zurück liegt und der eine einheitliche Gestaltung des Maternusplatzes und des östlich angrenzenden kleinen Plätzchens vorsieht. Eine solche sei aber kaum möglich gewesen wegen der Baumwurzeln, die zum Teil aus dem Boden herausragten und mit den Jahren die Oberfläche uneben und holprig gemacht hatten. Darauf hatte Jürgen Möllers vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik in der Bezirksvertretung hingewiesen.

Um die Wurzeln zu schützen und um die Verkehrssicherheit der Fußgänger zu gewährleisten, hätte ein Podest um die Bäume gebaut werden müssen. Dieses wiederum hätte die Zufahrt zur benachbarten Garage eines privaten Wohnhauses behindert. Außerdem hätte auch ein Podest der einheitlichen Gestaltung widersprochen. Die Grünen und die FDP bedauerten die Entscheidung, die mit den Stimmen von CDU und drei Bezirksvertretern der SPD getroffen wurde. "Die Bäume haben Leben in den Maternusplatz gebracht", meinte FDP-Mann Karl Wolters.

Im März 2009 sollen die Straßen und Wege um den Maternusplatz hergerichtet werden. Dann soll auch das Plätzchen, auf dem das historische Wegekreuz steht, neu gestaltet und mit zwei Gleditschien bepflanzt werden. Die nach dem deutschen Botaniker Johann Gottlieb Gleditsch benannten Bäume werden auch als Lederhülsenbäume bezeichnet. Die Jungbäume werden etwas größer als sonst üblich nachgepflanzt, heißt es bei der Stadt. Auch auf dem Maternusplatz stehen mehrere Gleditschien.

Derweil wunderten sich die Bürger über das veränderte Erscheinungsbildes des Plätzchens. Die Meinungen waren geteilt. Viele Bürger bedauerten, dass die alten, Schatten spendenden Bäume zugunsten von "besenartigen" Jungpflanzen weichen mussten. Andere meinten, dass man sich mit der neuen "Weite" anfreunden könnte. "Je öfter ich vorbeigehe, desto mehr gewöhne ich mich daran", sagte eine Passantin.


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