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15.11.2008

Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Offenes Ohr für die Mäzene

Der Anbau für das Stadtmuseum
Der Anbau für das Stadtmuseum
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Der Anbau für das Stadtmuseum
Verwaltung musste sich massive Kritik der Fraktionen anhören


Kölner Stadt-Anzeiger
Wertschätzung für Mäzene
Verwaltung musste sich massive Kritik der Fraktionen anhören

Von Matthias Pesch

Von "Ärgernis" war die Rede, von "organisierter Unverantwortlichkeit" und sogar von "Desaster": Die Verwaltungsspitze musste sich im Rat massive Kritik anhören, was ihren Umgang mit Mäzenen und Stiftern angeht. Anlass der Debatte war ein Antrag der FDP, der die Einrichtung einer ehrenamtlichen Kuratorenstelle "zur höheren Wertschätzung von Mäzenen" forderte. Der wenig respektvolle Umgang mit dem Ehepaar, das einen Erweiterungsbau für das Kölnische Stadtmuseum stiften will, habe "das Fass zum Überlaufen gebracht", so Dietmar Repgen von den Liberalen.

In der Analyse waren sich die Politiker weitgehend einig. "Das Problem ist aber nicht durchs Ehrenamt zu lösen", betonte Hans-Georg Bögner (SPD). "Wir können die Verwaltungsspitze nicht aus ihrer Verantwortung entlassen." Und auch Kulturausschuss-Vorsitzender Lothar Theodor Lemper (CDU) erklärte, die Zuständigkeit für einen angemessenen Umgang mit Mäzenen und Stiftern "liegt beim Kulturdezernent und den Museumsdirektoren".

Kulturdezernent Georg Quander wies die Kritik des Rates zurück. Er könne im Handeln der Kulturverwaltung "kein unprofessionelles und chaotisches Handeln erkennen". Die von der Politik geforderten Aufgaben "werden von uns an-und ernst genommen und auch mit Erfolg wahrgenommen, wenn auch nicht immer mit dem gewünschten Ergebnis". Allein seit Juli 2005 seien für die Museen 40 Stiftungen mit einem finanziellen Volumen von mehr als 20 Millionen Euro akquiriert worden. "Eine desaströse Bilanz sieht anders aus", sagte Quander. Und auch Oberbürgermeister Fritz Schramma betonte, die Kulturverwaltung sei in diesem Bereich "äußerst aktiv". Der Umgang mit Mäzenen und Stiftern erfordere allerdings oft sehr viel Fingerspitzengefühl und auch Zeit.

Dennoch beschloss der Rat mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei einen Änderungsantrag des "Kernbündnisses": Danach soll die Verwaltung ein Konzept für den Umgang mit Stiftungen und Schenkungen entwickeln, "das der großen Verantwortung, die alle Seiten übernehmen, gerecht wird".


Kölnische Rundschau
Offenes Ohr für die Mäzene
Kölner Rat beschloss Konzept zur besseren Pflege der Kunstsammler

Von Christian Deppe

Als Trauerspiel bezeichnete Dietmar Repgen, Fraktionsvize der Kölner FDP, den Umgang der Stadt mit ihren Stiftern und Mäzenen. Bedeutende Kunstsammler hätten Köln in den letzten Jahren den Rücken zugekehrt, weil es an einem kompetenten Ansprechpartner fehle, begründete er die FDP-Forderung nach einem ehrenamtlichen Kurator für Schenkungen und Stiftungen.

Die anderen großen Parteien stimmten ins liberale Wehklagen ein, schlossen sich dem Antrag jedoch mehrheitlich nicht an. Lothar Theodor Lemper (CDU): "Wir sind uns über die Diagnose einig, aber über die Theorie kann man streiten."

Repgen erinnerte an einige "abtrünnige" Kunstsammler und nannte etwa die Kollektionen von Hahn, Garnatz, Brandhorst und Stoffel. "Früher war das Verhältnis ein anderes", meinte Peter Sörries von den Grünen. "Die Stadt hat ihre Mäzene gehegt und gepflegt."

Diese Aufgabe soll jedoch auch künftig von der Verwaltung übernommen werden. "Wir können die Stadt nicht aus der Verantwortung entlassen", befand Georg Bögner (SPD). "Stifter und Mäzene wollen von der Verwaltungsspitze angesprochen werden und nicht von einem Ehrenamtler", so Bögner, der darauf hinwies, dass ein ehrenamtlicher Kurator in Verhandlungen keine verbindlichen Aussagen treffen könne.

Beim besten Willen und noch so guter Hege und Pflege könne nicht jeder Sammler in Köln gehalten werden, setzte sich Kulturdezernent Georg Quander zur Wehr. Die Kulturverwaltung nehme die Aufgabe ernst und mit Erfolg wahr. Seit seinem Amtsantritt im Juli 2005 sei es gelungen, 40 Stiftungen im Wert von über 20 Millionen Euro für Köln zu sichern. Er wolle nicht bestreiten, dass es Möglichkeiten der Optimierung gebe, aber: "Eine desaströse Bilanz sieht anders aus", sagte Quander.

Oberbürgermeister soll koordinieren

Auf Antrag von SPD und Grünen wurde nun ein "Konzept zum künftigen Umgang mit Stiftungen und Schenkungen" verabschiedet, mit dem die Verwaltung stärker in die Pflicht genommen wird. Der Oberbürgermeister soll die Koordination der zuständigen Gremien sowie den Austausch mit den Stiftern und Mäzenen sicherstellen. Außerdem soll ein Kataster der bedeutenden Sammler und Leihgeber der örtlichen Museen und ein Netzwerk zu ihrer Betreuung entwickelt werden.


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