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13.11.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Nichtstun führt nicht weiter"

Die Kranhäuser im Rheinauhafen
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Die Kranhäuser im Rheinauhafen
Rat diskutiert einmal mehr über Zukunft des Deutzer Hafens

Von Christian Deppe

Während in der Stadt darüber nachgedacht wird, ob der Deutzer Hafen nach dem Vorbild des Rheinauhafens zu einem Wohn-, Büro- und Gewerbestandort umgebaut werden sollte, will die Häfen und Güterverkehr Köln AG, Tochter der Stadtwerke, nach Angaben der FDP in Kürze einen Vertrag über die Nutzung mindestens eines Hafengrundstücks für die Dauer von bis zu 30 Jahren abschließen. Auf Antrag der Liberalen soll der Rat heute für langfristige Miet- und Pachtverträge in Deutz ein Moratorium beschließen.

Die Stadtverwaltung hat ein Gutachten zur Machbarkeit des Hafenumbaus zugesagt, das schon im Mai vorliegen sollte. Eine erste Fassung war im April fertig - doch sie ist bis heute unter Verschluss. "Es wurde noch keine einheitliche Verwaltungsmeinung erzielt", nennt Bernd Streitberger den Grund. Der Baudezernent ist gegen den Umbau, der Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans dafür. Im Dreiergespräch mit Oberbürgermeister Fritz Schramma seien die unterschiedlichen Positionen immer wieder erörtert worden - ohne dass eine Entscheidung gefallen ist.

Der HGK kann das nur recht sein, gehört doch auch sie zu den Gegnern eines Hafenumbaus. Zwar werden in Deutz mit 500.000 von jährlich elf Millionen Tonnen nicht einmal fünf Prozent des HGK-Umschlags abgewickelt. Dennoch sei der Hafen "ganz wichtig", wie die HGK-Sprecherin Margit Knott betont. Schließlich sei er der einzige rechtsrheinische Kölner Hafen. Und was genau muss im rechtsrheinischen Deutz umgeschlagen werden? "Verschiedenartige Güter, Getreide zum Beispiel".

Der Baudezernent argumentiert unter anderem mit dem 2005 in Kraft getretenen Wasserhaushaltsgesetz. "Darin wird die Umwandlung von Häfen zu Wohn- und Gewerbegebieten ausgeschlossen, sofern sie wie in Deutz innerhalb eines Überschwemmungsgebietes liegen." Zurzeit wisse er keinen Weg, wie unter diesen Voraussetzungen der Hafen umgewidmet werden könne. Walter-Borjans sieht den sehr wohl in einer "kreativen Auslegung des Gesetzes".

Angesichts des anhaltenden Containerwachstums mit einer prognostizierten Steigerungsrate von 5,5 Prozent pro Jahr bis 2025 hat auf der NRW-Hafenkonferenz jüngst auch Bau- und Verkehrsminister Oliver Wittke vor Engpässen gewarnt. Die Städte müssten "die Flächenerfordernisse für eine originäre Hafennutzung berücksichtigen und städtebauliche Begehrlichkeiten gegebenenfalls zurückstellen, wenn Bestand und Entwicklung der hafenansässigen Betriebe nicht gesichert sind".

Dennoch sieht das Büro Albert Speer und Partner (AS&P), das den Masterplan entwickelt hat, in den Hafengebieten in Deutz und auch Mülheim zwei der wenigen großen innerstädtischen Flächen, die sich als Entwicklungsareale geradezu aufdrängten. "Wir schlagen vor, den Handlungsspielraum in Testentwürfen, möglicherweise in Form eines Wettbewerbs, planerisch zu erkunden", sagt Masterplan-Projektleiter Bernd Heller. Denn eines stehe doch wohl fest: "Durch Nichtstun kommt man auf keinen Fall weiter."


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