Köln kann mehr
alle Meldungen »

07.11.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Aktive Strategie gegenüber den USA vertreten

Klaus Kinkel
Klaus Kinkel
Klaus Kinkel
Bild verkleinern
Klaus Kinkel
Ex-Außenminister Klaus Kinkel im Interview: Europa braucht eigenes Konzept im Anti-Terror-Kampf

Klaus Kinkel (FDP) war in der Regierung von Helmut Kohl Bundesaußenminister. Mit ihm sprach Norbert Wallet über den neuen US-Präsidenten.

Die Euphorie um Obama ist groß. Ist es nicht trügerisch zu glauben, dass für die deutsche Außenpolitik nun vieles leichter werde?

Ich gehe davon aus, dass in Sachen Afghanistan zusätzliche Wünsche an uns herangetragen werden. Und Obama wird seine Politik sicher nicht allein nach Europas oder Deutschlands Interessen gestalten.

Im Zweifelsfall würde also auch Obama auf US-Alleingänge setzen?

Für den Fall, dass er fundamentale amerikanische Interessen berührt sieht, bin ich davon überzeugt. Die USA bleiben Weltmacht Nummer eins. Aber sicher wird es einen Wechsel im Stil des Umgangs geben. Sanft im Ton, aber unnachgiebig in der Sache - das könnte zum Motto werden.

Was halten Sie von der russischen Begrüßung für Obama? Moskau stationiert Raketen in Königsberg.

Das ist ganz klar ein unfreundlicher Akt. Bewusst und gewollt soll dem neuen Mann in Washington gezeigt werden: Mit uns musst Du rechnen. Leider knüpft die Entscheidung an die Schärfe des Georgien-Konflikts an. Aber man soll das nicht überbewerten. Die Russen wissen genau, dass sie in der globalisierten Welt die Amerikaner dringend brauchen.

Obama will sich auf den militärischen Kampf gegen die Taliban in Afghanistan konzentrieren. Trifft das nicht einen wunden Punkt der deutschen Außenpolitik? Der bewaffnete Anti-Terror-Kampf gerät bei uns immer mehr in die Kritik.

Das ist richtig. Was da noch an Forderungen auf uns zukommen wird, ist für die deutsche Politik bestimmt nicht einfach. Europa und insbesondere Deutschland müssten jetzt zu Beginn der neuen Präsidentschaft ihre Sicht der Ziele, Möglichkeiten und Strategie der Afghanistan-Politik klar benennen und gegenüber den Amerikanern aktiv vertreten. Wir dürfen uns nicht schon wieder in die passive Position bringen lassen.

Könnten wir uns zusätzlichen US-Wünschen in Sachen Afghanistan überhaupt versagen?

Es gibt zwei Grenzen: Wir können nur zusagen, was wir auch tatsächlich militärisch leisten können. Und wir können nur zusagen, was wir unserer Bevölkerung zumuten können. Man muss ganz nüchtern sehen: Eine Regierung kann vor allem in einem Wahljahr bestimmte Dinge eben nicht tun.

Angesichts der globalen Begeisterung für Obama - fehlt ein solcher Politikertypus in Deutschland?

Obama hat Popstar-Charakter. Er ist ein Menschenfischer. Aber natürlich - die Deutschen empfinden ihre Politiker als sehr nüchtern und hätten gerne etwas von diesem Charisma des Aufbruchs. Andererseits habe ich den Eindruck, dass die nüchterne Art der Bundeskanzlerin von den Deutschen durchaus geschätzt wird. Aber die Strahlkraft eines neuen Kennedy lässt natürlich auch bei uns Sehnsüchte entstehen.

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

Aktuelle Highlights

Do., 23.06.2016 Sterck: Liberale Handschrift sichtbar Schwerpunkte der FDP für Doppelhaushalt 2016/17 Ralph Sterck, MdR
FDP-Fraktionsvorsitzender Ralph Sterck erklärt: „Nachdem die FDP ... mehr
Mo., 13.06.2016 Konzeptlosigkeit der Landesregierung verspielt die Chancen der Kinder Kritik von Gebauer und Lindner Yvonne Gebauer und Christian Lindner
"Dass die Grundschulen noch nicht unter der Last rot-grünen Politik zusammen gebrochen sind, das liegt am Engagement der Lehrerinnen und ... mehr
Fr., 10.06.2016 Viele Parkplätze in Köln fallen weg - dafür Vorfahrt für Radfahrer Neues Konzept Reinhard Houben, MdR
Köln - Radfahrer stöhnen: Die Radwege sind entweder nicht vorhanden oder viel zu klein, auf Straßen werden sie von Autofahrern angehupt ... mehr

Termin-Highlights


Fr., 01.07.2016 bis So., 03.07.2016, 18.00 bis 18:00 Uhr
Stand und Paradewagen auf dem CSD 2016 "anders.Leben!"
Zur Eröffnung kommt Henriette Reker Liebe Freundinnen und Freunde der Kölner Freien Demokraten und Jungen Liberalen! Bald ist ...mehr

Sa., 02.07.2016, 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
CSD Business Empfang
Ralph Sterck, MdR
„Drehen sich die Uhren für Gleichstellung, gesellschaftliche Freiheit und Vielfalt wieder rückwärts?“ In kleinen Schritten setzt sich ...mehr

So., 03.07.2016, 17:00 Uhr
CSD-Abschlusskundgebung mit Michael Kauch
Michael Kauch
Wenn auch der letzte Paradeengel seinen Dienst bei der großen Demo beendet hat, findet die politische Abschlusskundgebung auf der ...mehr

Politik-Highlights

Katja Hoyer, MdR
Rede der Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Katja Hoyer, zur Fortsetzung der Planungen für ein ...mehr
Ulrich Breite, MdR
Laudatio zur Übergabe des Friedrich-Jacobs-Preises 2015 an die Sportjugend Köln für das Angebot Mitternachtssport Lieber Herr ...mehr
Henriette Reker
Freie Demokraten unterstützen unabhängige und parteilose Kandidatin Die Kölnerinnen und Kölner wählen eine neue ...mehr

alle Videos »

Videothek

Ralph Sterck über den KAMPMEYER Marktbericht Köln 2016