Köln kann mehr
Sie sind hier: Startseite: Aktuell: : Fast ein TV-Duell
alle Meldungen »

22.11.2008

FDP-Kreisverband Köln

Meldung

Fast ein TV-Duell

Drei Generationen Oberbürgermeister? Norbert Burger, Ralph Sterck und Fritz Schramma im März 2008 in der Universität Bethlehem (v.l.n.r.)
Drei Generationen Oberbürgermeister? Norbert Burger, Ralph Sterck und Fritz Schramma im März 2008 in der Universität Bethlehem (v.l.n.r.)
Drei Generationen Oberbürgermeister? Norbert Burger, Ralph Sterck und Fritz Schramma im März 2008 in der Universität Bethlehem (v.l.n.r.)
Bild verkleinern
Drei Generationen Oberbürgermeister? Norbert Burger, Ralph Sterck und Fritz Schramma im März 2008 in der Universität Bethlehem (v.l.n.r.)
Kölner Stadtgespräche

Von Wolfgang Baumann

Das Oktober-Thema der Reihe „Stadtgespräche“ in der Residenz am Dom, moderiert von Dr. Norbert Burger, war diesmal „Soziales Köln für Jung und Alt“. Zu Gast beim früheren Kölner Oberbürgermeister waren die beiden OB-Kandidaten Jürgen Roters (SPD) und Ralph Sterck (FDP). Der CDU-Kandidat und Amtsinhaber, Fritz Schramma, hatte nach Aussage von Norbert Burger „leider keine Zeit“.

Burger verwies zu Beginn auf neue sozialpolitischen Herausforderungen, die eine Großstadt wie Köln schon in den nächsten Jahren besonders betreffen werden. Neben der demografischen Entwicklung nannte er hier auch den zunehmenden Migrationshintergrund der Kölner Einwohner. „Die Bevölkerungsstruktur ändert sich ganz grundlegend und das kann viele neue Probleme schaffen - warum bewerben Sie sich gerade jetzt um den Posten des Oberbürgermeisters?“, fragte Burger seine Gesprächspartner.

Der „Urkölner“ Ralph Sterck verwies auf seine enge Verbundenheit mit der Stadt: „Meine ganze Motivation war schon seit Schülerzeiten, mich für liberale Politik in Köln einzusetzen. Die momentane linke Ratsmehrheit setzt mir zu viel auf Regulierung und trifft oft falsche Entscheidungen. Ich bin der festen Überzeugung: Köln kann mehr, besonders auf den Feldern Stadtentwicklung, Verkehrsgestaltung oder Kulturpolitik“. Für Roters ist Köln eine „lebendige Stadt mit Zukunft“. Es sei für ihn eine besondere Herausforderung „hier etwas mitgestalten zu können“. Außerdem sei es mit 59 noch zu früh, „sich völlig ins Private zurückzuziehen“.

Nach konkreten Vorhaben befragt nannte Sterck zunächst das Thema „mehr Sicherheit“, zum Beispiel durch sichtbare Streifenpolizisten auf den Straßen: „Alle sollen an der vielfältigen Kultur dieser Stadt teilhaben können und das nicht nur im Hellen. Das gilt besonders für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger“. Von denen seien vielleicht an diesem Herbstabend aus Sicherheitsgründen auch einige Interessierte zu Hause geblieben, bemerkte er mit Blick auf den nur etwa dreiviertel gefüllten Saal. Ein weiteres besonderes Anliegen ist für ihn eine verbesserte Verkehrsgestaltung. „Ich will Köln mobil halten“, so Sterck, und auch da müsse man künftig mehr an Ältere oder Behinderte denken, etwa wenn es um Abflachung von Bordsteinkanten oder Beleuchtung und Überdachung von Bahn-Haltestellen geht.

Insgesamt gilt für ihn: „Eine vernünftige Wirtschaftspolitik ist immer die beste Sozialpolitik“. Hier besteht für ihn ein grundsätzlicher Unterschied zu sozialdemokratischen Vorstellungen. Die ständige Ausweitung von sozialstaatlichen Transferleistungen oft ohne genaue Bedürftigkeitsprüfung ist für liberale Politiker eine „falsche Denke“, so Sterck weiter: „Es kann Arbeitslosen zudem oft den Weg zurück in den Arbeitsmarkt verbauen, statt ihn freier zu machen, weil es durch zu viel Bürokratieaufwand schnelle Entscheidungsfindungen erschwert.“

Für Roters steht dagegen fest: „Mehr Sozialleistungen können Armut verringern“. Das gelte gerade in einer Großstadt wie Köln, in der die „bekannte Schere zwischen arm und reich“ noch schneller auseinander gehe als in ländlichen Gebieten. Köln müsse hier anstreben, ein „einheitlicher sozialer Raum zu werden“. Ein Mittel dazu ist für ihn der „Köln-Pass“, der finanzschwachen Haushalten, die Sozialtransfers erhalten, Vergünstigungen bei vielen städtischen Einrichtungen ermöglicht. „Wir wollen hier in einem rotgrünen Kernbündnis noch stärker präventiv wirken, damit sich die genannte Schere gar nicht erst so weit öffnet“, erklärte der frühere Regierungspräsident.

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen liberalen und sozialdemokratischen Vorstellungen in der Sozialpolitik wurden auch zum Schluss der Runde nochmal sehr deutlich: Während für Sterck etwa die Frage nach „findigen Sozialleistungs-Betrügern“ heute immer öfter gestellt werden müsse, sieht Roters hier keinen Bedarf. „Der typische Sozialschmarotzer“ ist für ihn „die absolute Ausnahme und nicht der Regelfall“. Sterck sieht auch Bürgerzentren in den einzelnen „Veedeln“ grundsätzlich besser in privater Organisation, Roters bevorzugt hier eher die städtische Trägerschaft dieser Einrichtungen.

Auf die abschließende Frage von Burger nach jugendpolitischen Initiativen nannte Sterck die „verbesserten Möglichkeiten, sich kommunalpolitisch einzubringen, zum Beispiel durch ein eigenes Kinder- und Jugendparlament. Wenn man junge Leute besser anspricht und ihnen spielerisch zeigt, was man politisch alles bewirken kann, ist das auch ein gutes – und zudem kostengünstiges – Mittel gegen die viel zitierte Politikverdrossenheit der Jugend“. Roters nannte hier die gezielte musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen. „Man sollte jedem Kind die Möglichkeit bieten, ein Instrument zu lernen“. Finanzielle Aspekte dürften das nicht verhindern.

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

alle Videos »

Videothek

Ralph Sterck zur Kölner Stadtentwicklung

Aktuelle Highlights

Di., 23.08.2016 Sterck: Neue Verkehrsführung ist Schildbürgerstreich FDP fordert Erhalt von zwei Fahrspuren auf dem Hansaring Plakat zur KölnWahl 2014
Auf dem Hansaring wurde zwischen Ritterstraße und Am Kümpchenshof in Richtung Süden ein Fahrradschutzstreifen angelegt und dafür die ... mehr
Di., 16.08.2016 FDP rüttelt am Abi nach acht Jahren Bildung: Liberale wollen Schulen die Wahlfreiheit für G9 zurückgeben Yvonne Gebauer, MdL
Von Fabian Klask Düsseldorf. Die Debatte - man könnte auch sagen: die Verärgerung - über das "Turbo-Abitur" in Elternhäusern und an ... mehr
Di., 16.08.2016 Sorge ums Museum FDP sieht jüdischen Schwerpunkt schwinden Direktor tritt Befürchtungen entgegen Der neue Platz zwischen Jüdischem und Wallraf-Richartz-Museum
Die Kölner FDP macht sich Sorgen um das Profil des Jüdischen Museums. Anlass dazu geben den Liberalen die Ausführungen zum ... mehr

Termin-Highlights

FDP-Kreiswahlversammlung für Köln und Leverkusen zur Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl 2017, zugleich ...mehr

Fr., 26.08.2016, 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Burger & TTIP
Zu unserem Burgeressen besucht uns Henning Höne MdL um mit uns über TTIP und Freihandel zu sprechen. Da die Plätze begrenzt sind, ...mehr

So., 28.08.2016, 10.00 bis 18.00 Uhr
Stand beim Fest auf der Dürener Straße
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, kaum gehen die Sommerferien ihrem Ende entgegen, stehen die nächsten Aktivitäten der ...mehr

Politik-Highlights

Ralph Sterck, MDR
Rede von Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt ...mehr
Katja Hoyer, MdR
Rede der Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Katja Hoyer, zur Fortsetzung der Planungen für ein ...mehr
Ulrich Breite, MdR
Laudatio zur Übergabe des Friedrich-Jacobs-Preises 2015 an die Sportjugend Köln für das Angebot Mitternachtssport Lieber Herr ...mehr