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06.11.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Weniger Lastwagen als erwartet

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Verkehrszählungen in Esch mit überraschenden Ergebnissen - Streit in der BV

Stefan Rahmann

Die Diskussion um Quell-, Ziel-, Durchgangs- oder sonstige Verkehre in Esch nimmt kein Ende. Dabei hatten die städtischen Verkehrsplaner doch gehofft, mit einer umfangreichen Verkehrszählung "belastbare Daten" auf den Tisch legen und damit die Streitereien beenden zu können. Zumindest für die Bezirksvertretung Chorweiler trifft dies nicht zu. Auch in der jüngsten Sitzung hieß ein Tagesordnungspunkt wieder einmal "Verkehrszählung in Köln-Esch". Die Zahlen sind eigentlich eindeutig, deren Interpretation allerdings noch lange nicht.

Zahlen wurden hochgerechnet

Zunächst hat man so genannte Knotenzählungen durchgeführt. Dazu hat man zwei Knoten ausgewählt, die Kreuzungen Auweiler Straße/ Chorbuschstraße und den Kreisverkehr Chorbuschstraße/Auf dem Driesch. Dabei wurden alle Verkehre an den "zuführenden Armen" erfasst, um feststellen zu können, wie sich Autos und Lkw verteilen. Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen empfiehlt, donnerstags zwischen sechs und zehn Uhr und zwischen 15 und 19 Uhr zu zählen. Dieser Empfehlung sei man gefolgt, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Dann wurden die Nachmittagswerte mit einem Hochrechnungsfaktor umgerechnet, um so eine Ahnung von der Tagesbelastung der Escher Straßen zu bekommen. Das ist nur eine der Methoden, die Bezirksvertreter Michael Birkholz (FDP) grundsätzlich in Frage stellt. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Verwaltung dem Beschluss der Bezirksvertretung folgt und mit den Zählungen um 5.30 Uhr und um 14.30 Uhr beginnt." Dann hätte man beispielsweise auch die Schichtarbeiter von Ford erfasst.

Fest steht, dass auf der Chorbuschstraße täglich etwas mehr als 20.000 Fahrzeuge unterwegs sind. Die Straße Am Baggerfeld steht da mit 15 000 Fahrzeugbewegungen wenig nach. Die Auswertung der Zahlen ergab, dass 55 Prozent der erfassten Fahrzeuge stadtauswärts, 45 Prozent stadteinwärts fuhren.

"Viele Lkw-Fahrer begründen die Durchfahrt durch Esch mit der Überlastung der Autobahn. Ist es möglich, ein Durchfahrtverbot für Lkw mit der Einschränkung ,Anlieger frei' auszusprechen?" fragte Birkholz. Nein, lautet die Antwort der Verwaltung. Der Lkw-Anteil am Verkehr liege in Pesch tagsüber bei 4,2 Prozent, nachts bei 3,5 Prozent. Dies sei ein eher niedriger Wert für eine Landesstraße wie die L 92, die Chorbuschstraße. Im Übrigen müsste ein solches Verbot intensiv kontrolliert werden, wozu sich die Verwaltung nicht in der Lage sieht. Und es kam noch dicker. Bei Geschwindigkeitsmessungen, die parallel zu den Zählungen durchgeführt wurden, stellte man fest, dass 90 Prozent der Autofahrer schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer fahren.

Strittig ist nach wie vor, ob der Verkehr in Esch hausgemacht ist oder von auswärts kommt. Lidwina Lierenfeld-Welter erklärte, man müsse die Autos aus Pulheim berücksichtigen und bekräftigte ihre Forderung nach einer Umgehungsstraße. Cornelie Wittsack-Junge erklärte, dass die Bevölkerung in Esch nach der Einwohnerprognose der Stadt Köln überdurchschnittlich alt sei und deshalb wohl der Verkehr im Stadtteil langsam zurückgehe. Birkholz hielt dagegen. "In Esch gibt es vier Kindergärten. In Auweiler werden in Kürze 65 Häuser gebaut. Die Bevölkerungszahl wird aus meiner Sicht eher zunehmen." Ende der Diskussion. Vorerst.


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