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14.10.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

So viele Erstsemester wie noch nie

Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart
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Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Die Landesregierung legt zum Beginn des Wintersemesters aktuelle Zahlen vor

SPD und Grüne kritisieren Pinkwart, er werde seine Versprechen nicht einlösen können.

Von Günther M. Wiedemann

Düsseldorf - Einen Rekord von mehr als 70 000 Erstsemestern erwarten die 60 Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zu diesem Wintersemester. Nach vorläufigen Zahlen des Wissenschaftsministeriums ist die Zahl der Studienanfänger mit dem gestern begonnenen Semester gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent gestiegen. Im Wintersemester 2007/08 hatte es eine Zunahme um 5,8 Prozent gegeben. Insgesamt sind an den Hochschulen in NRW rund 475 000 Studierende eingeschrieben. Das ist etwa jeder vierte Student in Deutschland. "Angesichts dieser Entwicklung sind all jene blamiert, die einen Rückgang der Studienanfängerzahlen wegen der Studienbeiträge prophezeit haben", sagte Hochschulminister Andreas Pinkwart (FDP) in Düsseldorf.

Genauere Zahlen wird das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik im Dezember vorlegen, die endgültigen amtlichen Zahlen kommen dagegen erst im Juni, berichtete Pinkwart. Er führte die Schwierigkeiten, schon jetzt exakte Daten zu ermitteln, unter anderem darauf zurück, dass sich Hochschulzugangsberechtigte an mehreren Hochschulen und das dann unter Umständen auch noch mit mehreren Studiengängen bewerben. Zur Besetzung frei bleibender Studienplätze seien Nachrückverfahren notwendig, die für die Universitäten aufwendig und für die wartenden Studieninteressierten unbefriedigend seien. Deshalb sei es wichtig, das die Zentrale Vergabestelle von Studienplätzen (ZVS), die geschaffen worden war zur Vergabe von Studienplätzen mit Numerus clausus, umgewandelt werde in eine Service-Agentur mit einer funktionierenden Vermittlung zwischen Hochschulen und Studienplatzbewerbern.

Der Hochschulminister appellierte an die Universitäten und Fachhochschulen, stärker als bisher mit den Einnahmen aus den Studienbeiträgen neue Professorenstellen zu finanzieren. Anfangs seien die Gelder meist in Gebäude und Ausstattung gesteckt worden. Bei der Schaffung zusätzlichen Lehrpersonals über die Studienbeiträge seien die Universitäten Köln und Bonn vorbildlich, sagte Pinkwart. In Köln seien 20 und in Bonn sieben neue Professuren, die mindestens anteilig mit den Gebühren finanziert würden, entweder schon besetzt oder in der Planung. Dieses jetzt begonnene Wintersemester ist inzwischen schon das vierte, in dem Studiengebühren zu zahlen sind. Der Wissenschaftsminister rechnet für dieses Studienjahr mit Einnahmen für die Hochschulen von 270 Millionen Euro.

Wie Pinkwart weiter berichtete, ist nicht nur die Zahl der Erstsemester auf einem Rekordhoch, sondern auch die Zahl derjenigen, die ihr Studium erfolgreich absolviert haben. Sie nahm um 10,9 Prozent zu und liegt jetzt bei 63 400.

Der liberale Politik gab gestern zugleich eine Garantie-Erklärung dafür ab, dass 2013, wenn wegen der kürzeren Gymnasialzeit zwei Abiturjahrgänge die Schulen verlassen werden, jeder, der studieren möchte und dies von den Voraussetzungen her auch kann, einen Studienplatz erhalten wird. Allerdings nicht unbedingt in seinem Lieblingsfach und auch nicht unbedingt am Ort seiner Wahl, schränkte Pinkwart die Garantie ein wenig ein. Um dieses Ziel erreichen zu können, müssten im kommenden Jahrzehnt in NRW 160 000 neue Studienplätze geschaffen werden. Deshalb sei es so wichtig, betonte Pinkwart, dass der Bildungsgipfel der Kanzlerin ein Erfolg werde, bei dem konkrete Maßnahmen vereinbart würden.

SPD und Grüne kritisierten dieses Versprechen Pinkwarts scharf und meinten, dass er es nicht werde einlösen können. Ruth Seidl, hochschulpolitische Sprecherin der Grünen, und ihr SPD-Kollege Karl Schultheis warfen dem Minister zugleich vor, seine Studentenzahlen seien schöngerechnet. Ruth Seidl stellte fest, so begrüßenswert die Zahl der Studienanfänger auch sei, sie entspreche gerade mal der Zunahme bei Studienberechtigen bei den Schulabgängern und sorge nicht dafür, dass innerhalb eines Jahrgangs die Quote derer steige, die ein Studium auch tatsächlich aufnehme.

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