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26.09.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Wolf nimmt Polizei in Schutz

Innenminister Dr. Ingo Wolf, MdL
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Innenminister Dr. Ingo Wolf, MdL
Debatte über Einsatz bei Anti-Islamisierungskongress

Von Frank Uferkamp

Düsseldorf. Die Kölner Polizei hat nach Überzeugung von Innenminister Ingo Wolf (FDP) bei der Demonstration gegen den "Anti-Islamisierungskongress" einen "guten Job" gemacht. Damit nahm Wolf die Einsatzleitung in Schutz. Die war wegen des harschen Vorgehens gegen Kinder und Jugendliche unter den Gegendemonstranten in die Kritik geraten. Drei Kinder und 72 Jugendliche waren in der Gefangenensammelstelle Brühl festgehalten worden - zum Teil in offenen Käfigen. Erst in den frühen Morgenstunden wurden viele freigelassen. Kontakt zu den Eltern gab es nicht, weil die Handys einbehalten wurden. Bedauerlich, aber eigentlich selbstverschuldet - so lautete das Resümee, das Wolf und hohe Polizeibeamte gestern vor dem Innenausschuss zogen.

Drei Kessel hatte die Polizei gebildet: Immer wieder seien Kinder, Jugendliche, Kranke, Behinderte und Schwangere per Megaphon aufgefordert worden, den Kessel zu verlassen. Hunderte Demonstranten hätten von dem Angebot Gebrauch gemacht. Schließlich seien 404 Personen festgesetzt worden - darunter auch die Kinder und Jugendlichen. Die Beamten hätten keine Möglichkeit gehabt, diese vorher herauszufiltern.

"Licht und Schatten" sah Grünen-Innenexpertin Monika Düker. "Es kann nicht sein, dass Jugendliche die Handys abgeben mussten, sie ohne Kontakt zu den Eltern waren und dann auch noch unzureichend versorgt wurden." Gleichzeitig lobte sie aber den Einsatz der Beamten, die für einen friedlichen Verlauf der Demo gesorgt hätten. Karsten Rudolph (SPD) betonte: "Es gab Dixi-Toiletten, Iso-Matten und belegte Brote in Brühl. Die Polizei ist nicht gefeit davor, dass Kinder Spielchen mit ihr spielen." CDU-Mann Werner Lohn betonte: "Ob der Steinewerfer minderjährig oder erwachsen ist, spielt für den Polizisten keine Rolle." Es gab zwölf verletzte Beamte und 120 Ermittlungsverfahren.

Unterdessen würdigte der Kölner Rat ausdrücklich die "vielfältigen, friedlichen und erfolgreichen Aktivitäten" gegen den Anti-Islamisierungskongress: "Nicht zuletzt trug ihr öffentliches Engagement dazu bei, den Ruf Kölns als weltoffenen Stadt in Europa zu verteidigen", hieß es in der Erklärung. (EB/dpa)

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