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05.10.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

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Streit um Standort fürs Stadtarchiv

Gerling-Hochhaus
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Aktionsbündnis Stadtbaukultur fordert die Rückkehr ins Gereonsviertel

Ein neues Gutachten müsse her, um die genauen Kosten zu berechnen.

Von Sandra Kiefelf

Das "Aktionsbündnis Stadtbaukultur" hat die Entscheidung der Stadtspitze heftig kritisiert, auf eine Rückkehr des Stadtarchivs in das Gereonsviertel aus Kostengründen zu verzichten. "Wir sollten uns fragen: Was ist uns das Archiv wert? Das kann nicht nur eine Frage des Geldes sein", sagte Hanns Schaefer, Vorsitzender des Aktionsbündnisses am Donnerstag. "Selbst wenn es teurer wird, das Archiv zurück zum Gereonskloster zu bringen, muss man sich doch fragen, ob eine solche Investition nicht gerechtfertigt ist, um das Archiv für Jahrhunderte sachgerecht zu platzieren." Das Stadtarchiv war vor 37 Jahren aus dem Gereonskloster, wo es seit 1892 angesiedelt war, an die Severinstraße verlegt worden. Damals war geplant, spätestens nach 30 Jahren einen neuen Standort zu suchen.

Inzwischen platzt es aus allen Nähten, die FDP befürchtet., dass die Aufnahmekapazität nur noch bis zum Jahresende reicht. Der Umzug von Gerling in die ehemaligen Rheinhallen der Köln-Messe in Deutz macht eine Rückkehr des Archivs an seinen angestammten Platz theoretisch möglich. Voraussetzung ist allerdings ein Umbau des Gereonsklosters.

Der gegenwärtige Eigentümer des Gerling-Geländes, die Frankonia Eurobau AG, hatte ein Gutachten über die Kosten des Umbaus erstellt und der Stadt ein Angebot gemacht. Danach hätten die Baukosten rund 40 Millionen Euro betragen. Die Stadt, so war es noch im April geplant, wollte das Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Gebäude und die benachbarte Kapelle restaurieren und zusätzlich einen neuen Archiv- und Verwaltungstrakt bauen.

17 bis 21 Millionen Euro

Vergleichsberechnungen der städtischen Gebäudewirtschaft ergaben jedoch: Ein Neubau an anderer Stelle, beispielsweise am Eifelwall, wäre rund 17 bis 21 Millionen Euro billiger. Dieses Ergebnis zweifelt das Aktionsbündnis Stadtbaukultur an: "Das sind keine Kenner der Baumaterie. Die Kosten sind nicht genau benannt und ohne einen Zeitplan erstellt worden", so Hanns Schaefer. Ein neues Gutachten sei erforderlich. Die Bedeutung des Archivs für die Stadt Köln dürfe nicht unterschätzt werden. Die Archive seien "unsagbar reichhaltig". Die Bürgerschaft wisse gar nicht, "was wir hier für einen Schatz haben", so Schaefer. Das Gereonskloster sei als Standort für das Stadtarchiv bestens geeignet. Man habe die Chance, gemeinsam mit den Archiven der Industrie- und Handelskammer und des Erzbistums ein Archivquartier zu bilden.

Peter Canisius vom Aktionsbündnis sorgt sich auch allgemein um die Zukunft des Viertels: "Nur wenn das Archiv zum Gereonskloster zurückkehrt, bietet sich die Möglichkeit, die erforderlichen Neubauten in Ausdehnung und Höhe auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen."


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