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24.09.2008

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Meldung

Der städtebauliche Masterplan

Der RZVK-Turm KölnTriangle in Deutz
Der RZVK-Turm KölnTriangle in Deutz
Der RZVK-Turm KölnTriangle in Deutz
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Der RZVK-Turm KölnTriangle in Deutz
"Kleine, gut realisierbare Veränderungen, die in der Summe einen großen Effekt geben"

Von Bernd Schöneck

In der 28. Etage des Deutzer RZVK-Turms, im "KölnTriangle", die freundlicherweise von Anton Neuberger, Geschäftsführer der SkyEventConferenz, zur Verfügung gestellt wurde, ging es um die Entwicklung Kölns bei der Masterplan-Vorabpräsentation des Frankfurter Architektenbüros Albert Speer & Partner, zu dem die FDP-Fraktion im Rahmen ihrer Stadtentwicklungs-Veranstaltungsreihe "Köln baut" eingeladen hatte.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Fraktionschef Ralph Sterck, begrüßte an diesem sonnigen Septemberabend rund 80 Interessentinnen und Interessenten, die sich über den Dächern von Köln eingefunden hatten.

Michael Heller und Michael Dinter vom Büro Speer erläuterten zum Beginn der Veranstaltung die Herausforderung, die sich ihnen bot: "Die hohe Besiedlung - Köln hat die größte innenstädtische Bevölkerungsdichte in Deutschland - und die hohe Vielfalt der City" als Arbeits-, Wohn- und Freizeitgebiet bringen zugleich viele Probleme mit sich, denen man gerecht werden müsse.

Zugleich sei Köln als Planungsgebiet jedoch besonders reizvoll: Im Gegensatz zu ihrer Heimatstadt Frankfurt zählen im Masterplan "nicht nur die Zahl der Hochhäuser"; diese seien in Köln "kein Maßstab für den Erfolg" des Plans. Vielmehr sei besondere Kreativität und Feingefühl bei der Herangehensweise gefragt.

In ihrem Projekt setzen Albert Speer und seine Mitarbeiter größtenteils auf eher kleine, gut realisierbare Veränderungen, die in der Summe einen großen Effekt geben - anstatt auf spektakuläre und teure Großprojekte. Als weitreichende Vorschläge des Masterplans schlagen die Architekten zwei Fußgängerbrücken über den Rhein vor, die eine Verlängerung der Ringe darstellen sollen - im Norden am Theodor-Heuss-Ring, von wo eine Brücke zum Deutzer Rheinpark führen soll, sowie im Süden am Ubierring, von wo eine Verbindung in den Deutzer Hafen geschaffen würde.

Nach Frankfurter Vorbild regen Speer & Partner außerdem an, die Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Attraktionen rund um das Rheinufer mit gekennzeichneten Rundgängen zu verbinden. So solle etwa ein Kultur- und Museumspfad den Besucherinnen und Besuchern den Weg zu den kulturellen Highlights aufzeigen.

Auch für das Reizthema der Gestaltung der Ringe, insbesondere der Plätze, setzen Speer auf "punktuelle Eingriffe“. Den Fußgängern müsse mehr Platz gegeben werden - hierzu schlagen die Architekten vor, die Fahrspuren zu verkleinern und im gleichen Zug die Bürgersteige zu erweitern.

Ein recht radikaler Schnitt sehen sie für den Rudolfplatz bevor: Hier sollen Bahn- und Autoverkehr getrennt werden, wobei die KVB-Linien beidseitig über die Aachener Straße, der Individualverkehr über die Richard-Wagner-Straße verlaufen. Das Hahnentor soll im Zuge des Umbaus freigestellt sowie der ehemaligen Standort der Oper (gegenüber des Barceló-Hotels) baulich verbessert werden: Hier soll ein "hochwertiger, mehrgeschossiger Bau", welcher die "alte Höhe aufgreift", an Stelle der hässlichen Patchwork-Bebauung treten.

Besonders sichtbar wird die Masterplan-Philosophie der punktuellen Veränderungen schließlich bei den Ideen für die Nord-Süd-Fahrt: Für diese schlagen Speer & Partner eine "Strategie der kleinen Schritte" vor. Die seit langem diskutierte Untertunnelung des Abschnitts zwischen Offenbachplatz und WDR haben sie zwar ebenfalls untersucht, diese werde es aber auf mittelfristige Sicht wohl nicht geben.

Dinter meint hierzu: "Ich sehe den Tunnel nicht in den nächsten 15, 20 Jahren kommen!" So sollen die Fahrspuren verschmälert, und der somit gewonnene Platz den Fußgängern zugeschlagen werden. Auch die abgesenkten Kurven, etwa am nördlichen Ende der Nord-Süd-Fahrt, sollen beseitigt werden. Eine Absage erteilten die Architekten dagegen der Idee, die Oper nach Vorbild Sydneys ans Wasser zu verlegen - genauer gesagt, ans Deutzer Rheinufer. "Was geschähe mit der Freifläche?", meinte Heller einerseits und befürchtet ein gesichtsloses Einkaufszentrum am Offenbachplatz.

Abschließend fassten Speer & Partner ihre Arbeit zusammen und richteten einen Appell an die Kölner Politik: Für künftige Entwicklungen im Stadtbild müsse eine "einheitliche Grammatik" gefunden werden; ihr Masterplan biete hierzu einen Ansatz. Es ginge darum, "strategische Festlegungen zu treffen und dann erst über Details zu reden". Dies sei in der Vergangenheit vernachlässigt worden, wodurch die derzeitigen Probleme entstanden sind. Sie gehen zwar nicht davon aus, dass ihre Planungen komplett umgesetzt werden - wenn jedoch "die Regeln der Interventionsräume beherzigt" würden, wäre es schon ein "entscheidender Fortschritt".

Besonderen Zuspruch gab es hinsichtlich der Visionen für das Opernquartier vom kulturpolitischen Sprecher der FDP-Ratsfraktion, Dr. Ulrich Wackerhagen: "Endlich rücke ein Opern-Quartier statt ein einzelner, isolierter Bau in greifbare Nähe." Wichtig sei jedoch aus seiner Sicht, dass die Besucherfreundlichkeit gewahrt bliebe.

Einen großen Dank für die Präsentation richtete zum Ende der Veranstaltung FDP-Fraktionschef und OB-Kandidat Ralph Sterck aus - und bekräftigte abschließend die Linie der Architekten.


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