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09.09.2008

Junge Liberale Köln

Meldung

Kölner Klüngel und Bürokratie

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Das Reiterdenkmal als Opfer der Politik

Die Jungen Liberalen Köln zeigen Eigeninitiative für das Reiterdenkmal: Mit Info-Flyern und Spendendosen ausgerüstet, haben sich Mitglieder der JuLis Köln unter Führung von Kreisvorstandsmitglied Mike Pöhler am Samstagnachmittag auf dem Heumarkt getroffen, um Spenden für die Restaurierung des Reiterdenkmals zu sammeln.

Die Initiative stieß dabei überwiegend auf positive Reaktionen und Lob bei den Bürgerinnen und Bürgern. Gerade ältere Menschen erfreute es, dass auch die Jugend kulturelles Interesse zeigt: Angefangen von touristischer Unterstützung "Ich wohne zwar nicht in Köln, aber das muss man doch unterstützen." über Lob, "Find ich gut, dass ihr das macht.", "Viel Erfolg wünsch ich euch.", bis hin zu purer Empörung, "Wirklich ein Unding, dann holt den Reiter mal zurück.".

Die - größtenteils von der Aktion überraschten - Passanten ließen sich die traurige Vorgeschichte der Reiterdenkmal-Demontage erklären und viele spendeten im Anschluss an die Aufklärungen, Unterhaltungen und Diskussionen.

Seit der Wiederaufstellung im Jahr 1990 der im 2. Weltkrieg zerstörten Statue war das Reiterdenkmal instabil geworden und drohte einzustürzen. Die Stadt hatte bereits zugestimmt, die etwa 1,55 Millionen Euro teure Restaurierung zu finanzieren. Doch laut eines Beschlusses der rot-rot-grünen Ratsmehrheit wurden die Finanzmittel in andere Projekte umgeschichtet. Die Restaurierungsarbeiten an der maroden Statue dürfen nun erst beginnen, wenn die Hälfte des Geldes - also 775.000 Euro - durch private Spender aufgebracht worden ist.

"Lieber Karl Marx auf dem Ratsturm als Preußens Glanz und Gloria auf dem Heumarkt", formulierte bereits 2005 der Linken-Fraktionschef Jörg Detjen die Haltung seiner Partei zu dieser Frage.

Im November 2007 wurde die Statue demontiert; seit dieser Zeit ist sie im Godorfer Hafen "geparkt". Auf dem Heumarkt verblieben ist ein trauriger Betonklotz, umrahmt von ebenfalls restaurationsbedürftigen Statuen. Diese Statuen stellen Menschen dar, die heute noch vielen Instituten, Schulen und Universitäten als Namensgeber dienen. Sie hießen zum Beispiel von Bülow, von Stein sowie Wilhelm und Alexander von Humboldt.

Die JuLis Köln setzten sich mit dieser Aktion nicht nur für den Erhalt des Denkmals ein, sondern setzen ebenfalls ein Zeichen für kulturelles Interesse bei jungen Kölner Menschen.

„Bei der letzten Bewerbung von Köln zur Kulturhauptstadt konnte Köln nicht ausreichend punkten. Dabei ist diese Stadt rein geschichtlich schon kulturell geprägt. Und das muss man erhalten und fördern, d.h. aber auch, bei jungen Menschen kulturelles Interesse zu erwecken. Daher werden wir weitere Spenden auf der Straße sammeln und unsere Sammelaktion online ausweiten", erklärt Kreisvorstandsmitglied Mike Pöhler.

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