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27.08.2008

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Pressespiegel

Herr Sterck, warum wollen Sie den OB stürzen?

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Der umstrittene FDP-Kandidat im BILD-Verhör

Ralph Sterck: Das ist nicht meine erste Absicht. Die Entscheidung zur eigenen Kandidatur kam nicht aus einer Karnevalslaune. Viele Bürgerliche wollen Fritz Schramma nicht mehr wählen. Denen möchten wir eine Alternative geben.

Bild: Sie wissen, dass Sie mit Ihrer Entscheidung Jürgen Roters zum OB machen…

Sterck: Ich kann das nicht ausschließen. Aber Schramma ist derjenige, der sich fragen muss, was er falsch gemacht hat.

Bild: Warum ist Schramma nicht der gemeinsame Kandidat des bürgerlichen Lagers?

Sterck: Was hat Schramma nach neun Jahren vorzuweisen? Wo sind die Projekte, die er angestoßen hat? Dass der Rheinauhafen ausgebaut wurde und sich Microsoft angesiedelt hat, kommt ihm zwar zu Gute, aber eingesetzt hat er sich dafür nicht.
Ich habe in meiner neunjährigen Ratsarbeit als Juror in 36 städtebaulichen Wettbewerben gesessen. Fritz Schramma nur in einem. Da ist es ums neue Stadion gegangen. Als es ums jüdische Museum ging, was quasi in seinem Vorgarten stehen soll, schaute er gerade mal zwei Stunden vorbei.

Bild: Ist es dennoch möglich, mit der CDU wieder eine Koalition einzugehen?

Sterck: Die CDU ist nicht gerade glimpflich mit uns umgegangen. Sie wollte uns die Aufsichtsräte nehmen und hat uns den Bürgermeister genommen.

Bild: Zur Zeit sieht es in Köln nach Ampel-Koalition aus, weil sie sich mit SPD und Grünen besser verstehen.

Sterck: Das stimmt, aber begeistert bin ich darüber nicht. Denn wir haben uns überhaupt nicht bewegt. Seit 1985 setzen wir uns für ein jüdisches Museum auf dem Rathausplatz ein. Mit der CDU haben wir darüber 1999 einen einstimmigen Beschluss gefasst.
Auch wenn wir heute darüber mit SPD und Grünen übereinstimmen, gibt es sonst doch gravierende Unterschiede. Zum Beispiel, was die Privatisierung angeht.

Bild: Schramma will gegen ihre Kandidatur intervenieren.

Sterck: Die CDU hat die Stichwahl abgeschafft. Wenn er sich jetzt darüber bei Rüttgers ausweinen will, ist er bei ihm genau richtig. Was meine Kandidatur betrifft, so ist sie mit Landes- und Bundes-FDP abgestimmt. Für wie doof hält der uns? Wir sind kein OB-Wahlverein.

Bild: Warum wollen die Leute Schramma nicht mehr wählen?

Ralph Sterck: Wenn es um Karneval, Sport und Vereine geht, ist er da, sonsten kommt wenig. Denken Sie ans ICE-Terminal oder Messe-City - da ist in den letzten acht Jahren nichts voran gegangen. Oder nehmen Sie den Ausbau des Deutzer Hafens. Wir haben drei Anträge gestellt, passiert ist nichts.

Bild: Ist Jürgen Roters der bessere OB?

Sterck: Das glaube ich nicht. Beide haben ein ähnliches Profil. Sie sind ungefähr gleich alt, haben vergleichbare Verwaltungserfahrung, sind beide stark im Sport engagiert. Ich hätte eher gedacht, die SPD nicht eine Frau mit großem sozialen Engagement, die vielleicht auch Architektin ist. Elfi Scho-Antwerpes.

Bild: Sie werden ihre Kandidatur auf keinen Fall zurück ziehen?

Ralph Sterck: Dann versenke ich mich mit einem Betonklotz am Bein in einem Baggerloch. Denn dann bin ich und ist die Kölner FDP tot.

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