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27.08.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Eine letzte Zuflucht für Bürger

Yvonne Gebauer, MdR
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Yvonne Gebauer, MdR
Offene Ohren im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden

Mit einer guten Idee kann auch ein Einzelner überraschend viel bewegen.

Von Kirsten Boldt

Gibt es Ihrer Ansicht nach doch zu wenig Raum an der Ganztagschule Ihrer Kinder? Haben Sie eine Idee zur Lösung eines Verkehrsproblems? Passt Ihnen die Größe einer Mülltonne nicht? Dann schreiben Sie doch mal an den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden. Ihre Chancen, nicht nur gehört zu werden, sondern mit Ihrer Idee auch zu überzeugen, sind gar nicht so klein. "Wir sind für viele so etwas wie die letzte Zuflucht", sagt Ausschuss-Vorsitzender Horst Thelen (Die Grünen).

Gemeinsam mit den Sprecher-Kolleginnen der anderen drei stimmberechtigten Fraktionen ermuntert er Bürger, Vorschläge für Verbesserungen einzubringen. "Das läuft in direktem Austausch mit den Bürgern", so Hildburg Holländer (CDU). Sie hätten Rederecht und machten gerne davon Gebrauch. "Und wir sind bereits gut vorbereitet auf die Themen, so verlaufen die Gespräche sachlich."

Zugunsten der Antragsteller

1200 Eingaben hat der Ausschuss seit seiner Gründung vor 22 Jahren bearbeitet. In hohem parteiübergreifendem Einklang wurden knapp 90 Prozent davon einstimmig entschieden, 68 Prozent der Eingaben zugunsten der Antragsteller. Rund 400 Bitten wurde auch vom Rat entsprochen. "Auf diese Weise hat beispielsweise die Grundschule Steinbergerstraße doch noch mehr Raum bekommen - wenn auch nach hartem Ringen mit der Schulverwaltung", sagt Cornelia Schmerbach (SPD). "Die direkte Einflussnahme hat auch Erfolg." So habe ein Kölner die 180 Liter-Mülltonne durchgesetzt gegen die angebotene 240-Liter-Tonne. Und es gibt eine Straße, die nach dem Weltjugendtag benannt wurde.

Im Übrigen zeigt die eingehende Post, dass die Kölner viel weniger motzen als vermutet. Die Mehrheit der Eingaben, 74 Prozent, seien konstruktive Vorschläge, so Yvonne Gebauer (FDP). Die meisten (30 Prozent) beschäftigen sich mit der Verkehrssituation, gefolgt von Sport, Stadtplanung, Sonstiges und Kinder/Jugend. Schreiben können gerichtet werden an alle Bezirksämter und an die Geschäftsstelle Beschwerdeausschuss, Ruf 02 21/ 221-26 144 oder über die Website der Stadt.

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