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27.08.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Stimmen für das bürgerliche Lager retten"

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"Wir sind kein Oberbürgermeister-Wahlverein": FDP-Fraktionschef Ralph Sterck (Foto: Gauger)
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"Wir sind kein Oberbürgermeister-Wahlverein": FDP-Fraktionschef Ralph Sterck (Foto: Gauger)
Für Ralph Sterck, den OB-Kandidaten der FDP, bleibt die CDU aber der liebste Koalitionspartner

Ralph Sterck, der FDP-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, denkt nicht daran, seine Kandidatur zurückzuziehen, wie er im Rundschau-Redaktionsgespräch unterstreicht.

Die CDU hofft, dass Sie noch zugunsten Fritz Schrammas zurückziehen. Wird Ihr Name am 7. Juni 2009 ganz sicher auf dem Wahlzettel stehen?

Die Kandidatur war keine Stimmungsentscheidung, das haben wir uns sehr gut überlegt. Es erschreckt mich, dass die CDU da so naiv rangeht.

Vielleicht denkt sie, dass Sie sich profilieren, einen guten Preis rausschlagen wollen und dann zurückziehen.

Das würde ja die Glaubwürdigkeit der FDP und meiner Person beschädigen. Die FDP ist kein Oberbürgermeister-Wahlverein. Und das Recht, einen Bürgermeister zu stellen, möchte ich mir lieber erkämpfen, indem ich für die FDP mehr Sitze im Rat erringe.

Was versprechen Sie sich von der Kandidatur?

Dass wir ein anderes Profil zeigen, andere Themen setzen können. Es gibt viele bürgerlich-liberale Wähler, für die Fritz Schramma nach acht Jahren Amtszeit nicht mehr wählbar ist, die nach einer Alternative suchen und ohne sie vielleicht zu Hause bleiben. Diese Stimmen möchte ich für das bürgerliche Lager retten.

Auf Landesebene arbeiten Sie mit der CDU eng zusammen, und hier in Köln gehen Sie auf Konfrontationskurs.

Ich würde nach der Wahl auch sehr gerne wieder in Köln mit der CDU zusammenarbeiten. Sie bleibt für uns der erste Ansprechpartner, weil wir mit ihr einfach die meisten Übereinstimmungen haben.

Wir können die ja mal eben aufzählen: Moschee, DFB-Museum, Jüdisches Museum - in diesen Punkten gehen sie mit SPD und Grünen und nicht mit der CDU zusammen.

Wir haben in den genannten Themen immer eine feste Meinung vertreten und diese - im Gegensatz zur CDU - nie geändert. Das Jüdische Museum auf dem Rathausvorplatz zum Beispiel ist Teil des Koalitionsvertrages zwischen CDU und FDP von 1999 gewesen. Das ist von der CDU einstimmig auf einem Parteitag beschlossen worden. Genauso wie bei der Moschee hat sich die CDU in dieser Frage aber populistisch aus dem Staub gemacht.

Wenn Sie OB würden, was würden Sie ändern?

Wir wollen mehr Dynamik in Entscheidungsprozessen, die Dinge laufen viel zu langsam. Nur ein Beispiel: Wir haben noch immer keine Planung für die Neugestaltung des Breslauer Platzes, obwohl alle wissen, dass die Stadtbahn-Baustelle bald weg ist. Wir fordern auch mehr Mobilität. So wollen wir, dass die City weiterhin mit dem Auto erreichbar ist und das Baustellen-Management verbessert wird, City-Maut oder Parkplatzsteuer wird es mit uns nicht geben. Und wir setzen uns ein für eine lebendige Stadt, in der gefeiert werden darf - ich erinnere nur an das von uns abgelehnte Platzkonzept und den Protest der schwarzen Nasen.

Wenn Sie mehr Dynamik und Mobilität wollen, wieso sind Sie dann gegen den Ausbau des Godorfer Hafens?

Wir sprechen dem Hafen die Wirtschaftlichkeit ab.

Aber die ist doch gutachterlich nachgewiesen.

Nein, ist sie nicht. Es gibt verschiedene Gutachten mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Häfen und Güterverkehr Köln AG hätte wohl am liebsten das Stapelrecht zurück, aber so funktioniert das nicht. Statt zu sagen, jeder Container muss in Godorf umgeladen werden, sollten die Häfen an der Rheinschiene zusammenarbeiten, das ist der bessere Weg.

Einerseits lehnen Sie den Ausbau in Godorf ab, anderseits fordern Sie eine Umgestaltung des Deutzer Hafens nach Rheinauhafen-Vorbild.

Der Deutzer Hafen spielt ja keine Rolle für den Container-Verkehr. Man ist ja ganz stolz, dass man nach Kyrill dort die Stämme der umgeknickten Bäume verladen hat. Wenn Sie sehen, wie zentral der Hafen ist, wenn sie sich die Bilder anschauen, wo hinter Schrotthalden der Kölner Dom zu sehen ist, erkennen Sie, was für ein Juwel der Deutzer Hafen ist. Und den nur für Schrott und Baumstämme freizuhalten, das kann es nicht sein. (cid)

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