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26.08.2008

Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Keine Geschenke an den DFB

Die Kranhäuser im neuen Rheinauhafen
Die Kranhäuser im neuen Rheinauhafen
Die Kranhäuser im neuen Rheinauhafen
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Die Kranhäuser im neuen Rheinauhafen
SPD, Grüne, FDP: Breslauer Platz nicht zum Nulltarif - Museum im Rheinauhafen bevorzugt


Kölner Stadt-Anzeiger
Keine Geschenke an den DFB
Parteien im Rat streiten um den Standort des Fußballmuseums

SPD, FDP und Grüne wollen den Breslauer Platz nicht kostenlos an den Sportverband abtreten.

Von Thorsten Moeck

Im Stadtrat formiert sich Widerstand gegen das Vorhaben von Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Breslauer Platz kostenlos für den Bau eines Fußballmuseums zu überlassen. In der Ratssitzung am Donnerstag wollen SPD, FDP und Grüne ein eigenes Konzept zur Abstimmung bringen. Inhalt des Antrags ist die Ansiedlung des Fußballmuseums im Rheinauhafen. Denn die auf dem Breslauer Platz vorgesehene Museumsfläche gehört nur zu 42 Prozent der Stadt, Eigentümer des übrigen Geländes sind die Bahn und Hochtief. Mindestens fünf Millionen Euro müsse die Stadt für den Erwerb der zusätzlichen Fläche investieren, befürchten die Parteien.

Die Bedingungen für die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Fußballmuseum hat der DFB klar formuliert. Die Stadt soll das Grundstück zur Verfügung stellen, das Land soll als Bauinvestor auftreten. Der DFB will das Museum betreiben. "Einen der attraktivsten Standorte in Deutschland kann man nicht einfach verschenken", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Börschel. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite sieht dies ähnlich: "Ich kann verstehen, dass sich der DFB in diesen Standort verliebt hat. Aber Liebe kostet."

Als Alternative schlagen SPD, FDP und Grüne vor, das Museum im Rheinauhafen anzusiedeln. So könnte das Olympiamuseum aufgestockt werden. "Von den Synergieeffekten könnten beide Museen profitieren. Das Grundstück liegt in der ersten Reihe am Rhein und gehört zu den Top-Adressen der Stadt", sagte Barbara Moritz, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sollte der DFB ein eigenes Gebäude vorziehen, hat die Stadt ein Grundstück neben der Microsoft-Zentrale freigehalten.

Sollte der DFB dennoch den Breslauer Platz bevorzugen, soll der größte Sportverband der Welt nach Ansicht der drei Parteien das Bahngrundstück selbst kaufen. Wenn die Stadt das Grundstück kauft, solle dieses anschließend an den DFB verpachtet werden. Finanziell soll sich die Stadt nicht an dem Museum beteiligen - Gewinne oder Verluste gingen auf das Konto des DFB.


Kölnische Rundschau
"Wir bieten dem DFB keine Brache an"
SPD, Grüne, FDP: Breslauer Platz nicht zum Nulltarif - Museum im Rheinauhafen bevorzugt

Von Jan Wödenweber

"Ich kann ja verstehen, dass sich der DFB in den Breslauer Platz verliebt hat. Aber Liebe kostet." FDP-Fraktionsvorsitzender Ulrich Breite und seine Kollegen Martin Börschel (SPD) und Barbara Moritz (Grüne) sind in der Standortdebatte um ein mögliches nationales Fußball-Museum einer Meinung. Alle drei Ratsfraktionen würden das geplante Projekt am liebsten im Rheinauhafen vollendet sehen. Sollte dieser Standort beim DFB jedoch keine Zustimmung finden, so müsste sich der Fußball-Bund eigenständig um den Erwerb des Grundstücks auf dem Breslauer Platz bemühen, das zu 58 Prozent nicht der Stadt gehört. Alternativ könnte die Stadt die Flächen von der Aurelis und der Deutschen Bahn erwerben und in Erbpacht vergeben. Einen entsprechenden Änderungsantrag haben SPD, Grüne und FDP für die Ratssitzung am Donnerstag eingereicht.

Den Wert der noch zu kaufenden Flächen auf dem Breslauer Platz, die der DFB "geschenkt" haben will, beziffern die Antragsteller auf mindestens fünf Millionen Euro. "Dies wäre eine Verschwendung von Steuergeldern und ist dem Bürger nicht zu vermitteln", sagte Börschel. Moritz kritisierte die Haltung des DFB und des OB, "der bei anderen Projekten ,keinen Cent' sagt, hier aber ,fünf Millionen'".

Fritz Schramma (CDU) und seine Partei hingegen machen sich für den Breslauer Platz als Standort des Museums stark. "Sich für den Rheinauhafen auszusprechen, schwächt die Chancen Kölns", sagt Andreas Köhler mit Blick auf die anderen drei Bewerberstädte, die in der Gunst des DFB nur wegen des Breslauer Platzes hinter Köln rangieren. Der sportpolitische Sprecher der CDU befürwortet, mit dem DFB in die Verhandlungen zu gehen, zumal ein Alleinstellungsmerkmal dieser Art durch seinen Mehrwert zusätzliche Einnahmen für die Stadt bringen werde.

"Wir bieten dem DFB mit dem Rheinauhafen keine Brache an", entgegnet Barbara Moritz. Ein DFB-Museum im Rheinauhafen würde dem Sport- und Olympiamuseum zugute kommen. Neben einer Aufstockung des Gebäudes wäre auch ein Neubau in zweiter Reihe denkbar.


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