Köln kann mehr
alle Meldungen »

23.08.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

"Das IOC war gegenüber Peking feige"

Bild verkleinern
Menschenrechtler ziehen düstere Olympia-Bilanz

Berlin. Menschenrechtsexperten haben eine düstere Bilanz der Lage in China während der Olympischen Spiele gezogen. Nach Einschätzung von Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International haben die Spiele zusätzliche Menschenrechtsverletzungen ausgelöst. Der China-Experte von Amnesty, Dirk Pleiter, verwies gegenüber der Rundschau auf gezielte Inhaftierungen von Oppositionellen während der Spiele und auf den Zwangsabriss von Häusern zugunsten von Olympia-Neubauten. Laut HRW wurde beispielsweise die gegen solche Zwangsabrisse eintretende Anwältin Ni Yulan zum Krüppel geschlagen, ihr drohen zudem drei Jahre Haft.

Laut "Reporter ohne Grenzen" wurden während der Spiele mindestens 22 ausländische Journalisten Opfer von Übergriffen, zwei US-Internetblogger seien wegen ihrer Äußerungen zu Tibet zu zehn Tagen Haft verurteilt worden. Das Internationalen Olympische Komitee (IOC) habe versagt. Der CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler warf dem IOC Blauäugigkeit vor: "Es war nicht zu erwarten, dass eine gefestigte Diktatur sich wirklich öffnet". Bei künftigen Spielen müsse es klare Menschenrechts-Verpflichtungen des Ausrichters geben.

Der FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer sagte der Rundschau: "Man musste wissen, dass Olympia in China nicht lupenreine Menschenrechtler und Demokraten produzieren würde." Er kritisierte diejenigen, "die bei der Vergabe der Spiele an China gejubelt haben und jetzt mosern". Hoyer sieht dennoch positive Wirkungen: Der Geist der Freiheit sei "aus der Flasche und wird sich nicht wieder einfangen lassen". CDU-Außenexperte Eckart von Klaeden meinte: "Die euphorischen Hoffnungen haben sich nicht erfüllt." Er will aber die Bilanz von Menschenrechtsorganisationen und Weltbank abwarten.

Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit nannte die Spiele eine Demonstration "nach dem Vorbild der früheren DDR - mit Doping und Drill". Das IOC sei zu "feige" gewesen, um "irgendetwas für die Menschenrechte zu erreichen".

Gestern wurde der Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang in Peking zu zehn Tagen Haft verurteilt, weil er die tibetische Flagge gehisst hatte. (rn/kpr/cl/mgr)


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik.

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

Aktuelle Highlights

Di., 07.10.2014 FDP fordert zusätzliches Gymnasium für Stadtbezirk Lindenthal Ruffen: Stadt verschläft Entwicklung der Schülerzahlen Stefanie Ruffen
Wie Presseberichten der letzten Tage zu entnehmen war, klafft schon ab dem Schuljahr 2015/2016 eine gewaltige Lücke bei den Schulplätzen an ... mehr
Mi., 01.10.2014 "Butter bei die Fische" Aktuelle Stunde im Rat zur Flüchtlingsunterbringung in Köln Katja Hoyer, MdR
Von Susanne Happe Die Situation der Flüchtlingsunterbringung in Köln befasste gestern den Rat auf Antrag von SPD, CDU und Grünen. ... mehr
Do., 18.09.2014 Sterck: Grüne gefährden Klarheit FDP sieht sich zur Komplettauszählung gezwungen Ralph Sterck, MdR
Zur anstehenden Entscheidung des Wahlprüfungsausschusses über eine mögliche teilweise oder vollständige Neuauszählung des Ergebnisses der ... mehr

Termin-Highlights


Mi., 29.10.2014, 20.00 Uhr
Achtung Terminänderung: Liberaler Treff
Statt 5.11. Im Anschluss an die Große Fraktion findet in lockerer Atmosphäre der Liberale Treff statt, um sich vor der Sommerpause ...mehr

Politik-Highlights

Yvonne Gebauer, MdL
Yvonne Gebauer, Bildungspolitische Sprecherin der ...mehr

So., 25.05.2014
KölnWahl 2014
Alle Informationen zur Wahl des Rates und der Bezirksvertretungen am 25. Mai 2014 Hier finden Sie alle Informationen zur ...mehr
Ralph Sterck, MdR
Rede des Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Ralph Sterck, am 14. Dezember 2014 anlässlich der Kreiswahlversammlung zur ...mehr

alle Videos »

Videothek

Arena der Freiheit