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23.08.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Hut in den Rhing

Ralph Sterck , MdR, kündigte im Februar auf dem Kranhaus Mitte seine Kandidatur an
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Ralph Sterck , MdR, kündigte im Februar auf dem Kranhaus Mitte seine Kandidatur an
Ralph Sterck , MdR, kündigte im Februar auf dem Kranhaus Mitte seine Kandidatur an
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Ralph Sterck , MdR, kündigte im Februar auf dem Kranhaus Mitte seine Kandidatur an
Die Woche von Peter Berger

Puh, ist das spannend. Was wird wohl passieren, am Montag, auf der 14. Etage des Kranhauses 1 im Rheinauhafen? Mitten auf der Baustelle. Wo das Betreten strengstens verboten ist und Eltern für ihre Kinder haften. Wird Fritz Schramma einen Bauhelm tragen, wenn er sich zu seiner politischen Zukunft äußert? Oder sich einfach einen Gag erlauben, den im politischen Köln nun wirklich keiner erwartet? Leute, das war's. Ich seil mich ab. Nein, das wird nicht passieren. Mit Blick auf Dom und Rhein wird Schramma verkünden: Ich will es noch sechs Jahre machen.

Offenbar ist es momentan in, Kandidaturen für wichtige Ämter auf höchster Ebene abzugeben. Fritz Schramma auf Etage 14 in einem halbfertigen Kranhaus, Jürgen Roters im 23. Stockwerk des LVR-Turms. In einem Hochhaus, das eigentlich gar keines ist, weil bei 103 Metern Bauhöhe ein kölscher Kompromiss-Deckel seinem Wachstum ein jähes Ende bereitete und es deshalb wie ein gläserner Zigarrenstummel aussieht.

Die ersten Hochhausstürmer waren die Liberalen. FDP-Kandidat Ralph Sterck hat sich schon Ende Februar aus eben jenem Kranhaus, das jetzt auch Schramma aufsuchen wird, gehängt und lauthals verkündet: "Wir sind kein Oberbürgermeisterwahlverein." Und dann seinen Hut in den Rhing geworfen. Der treibt mit seinen Wahlchancen seither gemächlich Richtung Nordsee.

Irgendwie dumm gelaufen für Schramma, denn so viele neue Leuchttürme hat Köln eben doch nicht zu bieten. Und das seit Jahren leer stehende Dreh-Restaurant im Fernsehturm Colonius ist für einen Oberbürgermeister, der für den Aufschwung stehen will, nun wahrlich keine Alternative.

Blieben noch die Domtürme. Gut, die CDU bezeichnet ihren Kandidatenkür-Parteitag am 3. September zwar gerne als "Krönungsmesse". Aber das mit dem Dom wäre nun wirklich übertrieben - und außerdem ist dieses Gebäude für Joachim Meisner reserviert. Für den Dezember, wenn der Kardinal 75 und verkünden wird, dass er weitermacht: Weil der Heilige Vater ihn darum gebeten hat.

Problem der Fallhöhe

Das ist eben der kleine Unterschied zwischen einem Erzbischof und den Oberbürgermeister-Kandidaten. Wer von Gottes Gnaden in sein Amt berufen wurde, braucht keine Fallhöhe zu fürchten. In der Wählergunst dagegen kann ein Absturz fürchterliche Folgen haben - und dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob die Reise auf Etage 14 oder 23 beginnt.

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