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15.08.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Hafenausbau soll ausgesetzt werden

Godorfer Hafen
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Godorfer Hafen
Diskussion im CDU-Stadtbezirk Rodenkirchen - Politiker fordern Logistikkonzept

Von Tim Attenberger

Für einen neuen Impuls bei der Diskussion um den Ausbau des Godorfer Hafens sorgte am Mittwochabend die Mitgliederversammlung des CDU-Stadtbezirksverbands Rodenkirchen. Einstimmig beschlossen die Christdemokraten zu später Stunde, eine Ratsmehrheit zu suchen, um den Hafenausbau bis zur gerichtlichen Entscheidung über das Planfeststellungsverfahren auszusetzen sowie einen Masterplan für ein Logistikkonzept zu entwickeln.

Zuvor hatten Rolf Bender, Vorstandsvorsitzender der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) und Dieter Neef von der "Aktionsgemeinschaft Contra Erweiterung Godorfer Hafen" ihre Standpunkte vorgestellt. Neef forderte die HGK dazu auf, den Hafen Godorf nicht auszubauen und stattdessen Flächen im Hafen Niehl I umzunutzen. Insgesamt schätze er die Fläche, die für einen Ausbau noch zur Verfügung steht, auf rund 420 000 Quadratmeter. Diese Zahl ergebe sich, wenn man bestehende Hafenbecken verfüllen würde sowie durch eine Auflösung von Mietverträgen auf den bestehenden Kaianlagen. "Es stehen in Niehl also auf Jahrzehnte hinaus Flächenreserven zur Verfügung."

Dieser Darstellung widersprach HGK-Vorstand Bender ausdrücklich: "Man kann Niehl nicht als Alternative zu Godorf betrachten." Es gehe beim Hafenausbau vor allem darum, die im Kölner Süden ansässige Industrie und den Rhein-Erft-Kreis anzubinden. "Wir bekommen jeden Tag entsprechende Anfragen", erklärte Bender. Darüber hinaus seien die vorgeschlagenen Freiflächen in Niehl nicht geeignet und eine Verschüttung der Hafenbecken würde ohnehin nicht genehmigt. Die HGK sei nicht dazu bereit, auf derartige Vorschläge einzugehen.

"Die Zeit bis zur Gerichtsentscheidung sollte dazu genutzt werden, die Argumente von Herrn Neef zu untersuchen", meinte CDU-Stadtbezirkschef Michael Paul. Daher solle nun die CDU-Ratsfraktion mit Hilfe des Parteivorstandes davon überzeugt werden, ein Moratorium für den Hafenausbau zu veranlassen. Der einstimmige Beschluss der CDU Rodenkirchen dazu zeige, dass man inhaltlich auf einer Linie sei.

Barbara Moritz, Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion, freute sich über den Vorstoß: "Weil wir gegen den Hafenausbau sind, würden wir das begrüßen. Aber unser Gesprächspartner ist nicht die Rodenkirchener CDU, sondern die CDU-Ratsfraktion." Der FDP-Fraktionsvorsitzende Ralph Sterck kann sich ein Aussetzen des Hafenausbaus und einen Masterplan gut vorstellen. "Wir würden alles unterstützen, um den Ausbau zu verhindern oder hinauszuzögern." SPD-Fraktionschef Martin Börschel hält das Vorhaben hingegen "inhaltlich für falsch". Er möchte erst einmal die Entscheidung der CDU-Fraktion abwarten. "Wenn es gewünscht wird, führen wir aber natürlich Gespräche."


Hier geht es zu Meldungen und Initiativen der FDP zum geplanten Ausbau des Godorfer Hafens.

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