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15.08.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Feinarbeit an der Fassade gefragt

Geplantes Schauspielhaus am Offenbachplatz
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Geplantes Schauspielhaus am Offenbachplatz
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Geplantes Schauspielhaus am Offenbachplatz
Beim Opernquartier geht's weiter: Politik gibt Planungsauftrag an Architekten

Von Hartmut Wilmes

"Das war ein sehr schwieriger Wettbewerb", gestand Frederik Jaspert vom Kölner Siegerbüro JSWD. Doch nun können die Architekten mit ihren Pariser Partnern Chaix & Morel die Früchte ernten: Einstimmig gab ihnen der Unterausschuss Opernquartier (danach der Stadtentwicklungsausschuss) gestern den Planungsauftrag für diese städtebauliche Herkules-Aufgabe. Und da sich die Politiker vorab auf diese gemeinsame Linie einigten, dürfte der Ratsbeschluss am 28. August nur noch Formsache sein.

Allerdings verkündete Ausschuss-Vorsitzender Hans-Georg Bögner (SPD) eine entscheidende Korrektur an der Verwaltungsvorlage. Ging jene von einem auf 243 Millionen Euro gestiegenen Kostendeckel aus, so müssen die Planer nun die vom Rat beschlossene Obergrenze von 230 Millionen einhalten. Wobei ein unabhängiger Kostenprüfer den Siegerentwurf gar auf 271 Millionen taxiert hatte.

Jaspert erläuterte noch einmal die Klippen des Wettbewerbs ("Wie nah darf man dem Riphahn-Bau auf die Pelle rücken?"), die man elegant umschiffte. "Wir geben der Oper auf der Bühne Offenbachplatz einen gleichberechtigten Spielpartner", erklärte er. Und meint jenes kühn über die Nord-Süd-Fahrt kragende Schauspielhaus, das auf (bislang) 36 Metern Höhe Kinderoper, Studiobühne, Schauspielsaal, Foyers und Gastronomie stapelt, während die Werkstätten unter die Erde gelegt, aber per Lichtgraben beleuchtet werden. Und als Bonus entsteht ein neuer "Operngarten" an der Stelle des jetzigen Schauspielhauses.

Theaterparkhaus als Schandfleck

Der Kulturausschussvorsitzende Lothar Theodor Lemper (CDU) erinnerte noch einmal nachdrücklich daran, dass die Höhe des Neubaus keinesfalls die der Oper übersteigen dürfe. Barbara Moritz, Fraktionschefin der Grünen, erklärte, dass sie von der geplanten Keramikfassade "zunächst entsetzt war." Hier wie bei der Höhe verspricht Jaspert den Einstieg in die Feinarbeit.

Die forderten die FDP-Vertreter Ralph Sterck und Ulrich Wackerhagen für das gesamte Quartier, das auch an der Glockengasse noch Geschäfte im Erdgeschoss des Riphahn-Baus vertragen könnte. Zudem stünde das Theaterparkhaus Krebsgasse nach der 2013 beendeten Renovierung des Areals als Schandfleck da. Ob der so leicht zu beseitigen sei, ließ Baudezernent Bernd Streitberger offen.

Klar sind hingegen Palladium (Oper) und Expo XXI (Schauspiel) als Ausweichquartiere für die Bühnen. Das dreijährige Interim ab 2010 darf laut Beschluss 19 Millionen Euro kosten, was ziemlich genau der Kalkulation der Verwaltung entspricht. Anders als am Rathausplatz kann's an dieser Baustelle also losgehen.


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