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13.08.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Linkspartei geht eigenen Weg

Ralph Sterck , MdR
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Ralph Sterck , MdR
Wohl keine Unterstützung für den Oberbürgermeisterkandidaten Roters

FDP-Fraktionschef Sterck will zur Wahl antreten. Das dürfte OB Schramma Stimmen kosten.

Von Andreas Damm und Helmut Frangenberg

Der gemeinsame Oberbürgermeisterkandidat der SPD und der Grünen, Ex-Regierungspräsident Jürgen Roters (59), wird von der Partei "Die Linke" aller Voraussicht nach keine Unterstützung erhalten. Zwar will die Linkspartei erst auf einer Mitgliederversammlung im Oktober über einen eigenen Kandidaten entscheiden; so lange "sind wir weiter im Diskussionsprozess", sagte Parteichefin Claudia Borchard. Doch ihrer persönlichen Meinung nach sei eine Vorentscheidung für eine Bewerbung aus den Reihen ihrer Partei gefallen.

Roters hat im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gesagt, er werde der Linken "nicht hinterher- laufen" und "um die Gunst der Linken buhlen". Diese Aussagen haben bei denen, die sich in der Linkspartei für eine Unterstützung von Rot-Grün starkmachen, für Verstimmung gesorgt. Roters und somit auch die SPD hätten sich mit dieser Absage klar positioniert. "Ich kann durch die Kandidatenwahl keine linken Positionsansätze bei der SPD erkennen", sagte Borchard. Zudem hätte sie erwartet, dass man vor Roters Benennung miteinander ins Gespräch gekommen wäre. Ähnlich äußerte sich ihr Vorstandskollege Hans Günter Bell. Der Vorsitzende des Kölner Bürger Bündnis, Andreas Henseler, riet der Linken, den Ratsherrn Martin Müser (45) als Spitzenkandidaten der freien Wählergemeinschaft zu unterstützen.

Vermutlich wird Roters gegen Amtsinhaber Fritz Schramma (60) antreten. Der Christdemokrat will bis Ende August bekanntgeben, ob er sich noch einmal um den städtischen Spitzenjob bewirbt. Der Fraktionschef der FDP, Ralph Sterck (42), hat seine Kandidatur zur Wahl im Juni 2009 am Montag bekräftigt. "Es bleibt dabei, ich trete an", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Er halte den Herausforderer Roters und den Amtsinhaber Fritz Schramma von der Persönlichkeit und dem Politikstil her "für relativ austauschbar". Es gebe keinen Grund für die FDP, auf die Darstellungsmöglichkeiten zu verzichten, die eine Kandidatur im Oberbürgermeisterwahlkampf biete. Dieser Entschluss dürfte vor allem Schramma Stimmen aus dem bürgerlichen Lager kosten.

SPD-Landeschefin Hannelore Kraft sieht gute Chancen für Roters. "Mit ihm haben sich SPD und Grüne für einen kompetenten und durchsetzungsstarken Kandidaten entschieden, der für einen politischen Neuanfang der Stadt Köln steht", sagte sie am Montag in Düsseldorf. (mit ddp)

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