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09.08.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Wer wird denn nun OB?

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Nach den Ferien geht die Kandidatensuche in die Endphase

Von Stefan Sommer

Wenn heute Bewerbungsschluss wäre, hätten Ralph Sterck (FDP) und Dr. Martin Müser (Kölner Bürger Bündnis) gute Chancen. Bis zur OB-Wahl am 7. Juni 2009 werden sie aber noch jede Menge Konkurrenz bekommen, allen voran die Kandidaten von CDU und SPD, unter denen das Rennen gemacht wird. Beide Parteien wollen in den nächsten Wochen bekanntgeben, wer für sie antritt.

Bei den Christdemokraten wird die Entscheidung zunächst nicht die Partei, sondern ein einzelner treffen: Amtsinhaber Fritz Schramma hat zwar noch nicht endgültig Ja zu einer erneuten Kandidatur gesagt, aber nicht nur seine Parteifreunde gehen davon aus, dass der OB den Hut wieder in den Ring wirft. Wenn ihn jemand davon abhalten kann, dann wohl nur Ehefrau Ulla, die am meisten unter den zeitlichen Belastungen in den zurückliegenden Jahren gelitten hat. Schramma wird am 27. August 61 Jahre alt und will dann seine Entscheidung verkünden.

Sagt er Nein, hätte die CDU ein Riesenproblem. Zwar hat der frisch gebackene Parteichef Jürgen Hollstein (wie man hört, zu Schrammas Verärgerung) verkündet, er habe auch mit anderen potentiellen Kandidaten gesprochen. Aber ob die CDU wirklich noch einen aussichtsreichen Bewerber auf die Beine stellen kann?

Die Konkurrenz würde es sicher freuen, wenn Schramma nicht antritt. Vielleicht wäre die Findungsphase, in der sich SPD und Grüne befinden, dann doch schneller abgeschlossen. Vor den Herbstferien wollen sich die beiden auf einen Bewerber einigen, und gehandelt wird da sicher nicht nur um den Namen, sondern auch um den Preis. Faustpfand könnte der Posten des Stadtkämmerers sein. Die Amtszeit von Peter-Michael Soénius (CDU) läuft im Frühjahr aus, und es gilt als ausgemacht, dass es von Rot-Grün keine Verlängerung geben wird.

"Es geht natürlich auch um die Beteiligung an der Stadtspitze", sagt Grünen-Parteichef Stefan Peil zu den Verhandlungen um den OB-Kandidaten. Die SPD habe dabei das Vorschlagsrecht, und ihre Bewerber seien "alle sehr respektable Persönlichkeiten". Aber eine Entscheidung sei keineswegs gefallen, "das Personalkarussell ist immer noch offen". Peil hält es nicht für ausgeschlossen, dass noch ein Kandidat aufspringt, den niemand auf der Rechnung hat. "Es muss natürlich jemand sein, der Chancen hat, die Wahl zu gewinnen." Bis Ende September sei man aber sicher mit der SPD handelseinig.

Die sieht sich unterdessen schon einen Schritt weiter. Dem Vernehmen wurde im kleinsten Kreis ein Kandidat gefunden. Nun soll es noch eine Verhandlungsrunde mit den Grünen geben, dann will man an die Öffentlichkeit gehen. Aus den "glorreichen Sieben", die die Sozialdemokraten anfangs als "kandidabel" präsentierten, waren zum Schluss nun noch vier geworden, zu denen sicher Fraktionschef Martin Börschel, Stadtdirektor Guido Kahlen und Ex-Regierungspräsident Jürgen Roters gehören. DGB-Chef Wolfgang Uellenberg sowie die Dezernenten Agnes Klein und Norbert Walter Borjans haben mittlerweile abgesagt. Bleiben Parteichef Jochen Ott und Elfi Scho-Antwerpes. Die Bürgermeisterin halten manche Kenner der Szene für eine totale Außenseiterin, andere räumen ihr deshalb besonders gute Chancen ein.

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