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31.07.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Reichlich Raum für Kommunikation

Bild verkleinern
Stuttgarter Architekten gewinnen den Wettbewerb für neues Max-Planck-Institut

Voraussichtlich im Jahr 2012 soll das Institut für Biologie des Alterns auf dem Gelände der Uniklinik fertiggestellt sein.

Von Matthias Pesch

Gute wissenschaftliche Ideen, sagte Professor Adam Antebi, entstünden meist nicht an der Laborbank, "sondern im Austausch mit den Kollegen". Und damit lieferte der Direktor des neuen Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns eines der Argumente, warum sich die Stuttgarter Architekten Hammes und Krause mit ihrem Entwurf für das neue Institutsgebäude auf dem Gelände der Uniklinik durchgesetzt haben: Er sieht kurze Wege vor und reichlich Möglichkeiten zur intensiven Kommunikation. "Die Entscheidung der neunköpfigen Jury war einstimmig", so Richard Pentlehner von der Bauabteilung der Max-Planck-Gesellschaft. Unter den insgesamt zehn Wettbewerbsteilnehmern landete das Kölner Büro KSP Engel Zimmermann auf Platz zwei, das Büro Heinrich Wörner Ramsfjell auf Rang drei.

50 Millionen Euro Kosten

Für voraussichtlich mehr als 50 Millionen Euro soll an der Ecke Josef-Stelzmann-Straße/Studentenweg von 2010 bis 2012 das vierte Max-Planck-Institut in Köln entstehen: mit einem "ruhigen, quadratischen Baukörper", so die Jury, dessen "städtebauliche Positionierung vor allem im Gegenüber des Gebäudes des Kinderonkologie überzeugen" könne. Im Erdgeschoss des vierstöckigen Hauses (plus Technik-Staffelgeschoss) sollen laut Pentlehner die öffentlichen Bereiche des Instituts untergebracht werden: Hörsäle, Cafeteria, Seminarräume, Verwaltung. Die Stockwerke darüber belegen die Labors. Im Inneren befindet sich ein Lichthof, der in den einzelnen Etagen von Brücken durchzogen wird und an dem die "kommunikativen Bereiche" wie etwa "Besprechungsinseln" angeordnet sind. Für den Neubau muss der Patientengarten weichen.

Rund 8500 Quadratmeter werden in dem Institut zur Verfügung stehen, für dessen Bau und Einrichtung das Land Nordrhein-Westfalen 30 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Die rund 300 Mitarbeiter werden sich mit einem jährlichen Haushalt von etwa 15 Millionen Euro in vier Abteilungen und vier selbstständigen Nachwuchsgruppen mit den biologischen Prozessen befassen, die das Altern von Lebewesen maßgeblich steuern. Geforscht werden soll laut MPI an Mäusen, Fruchtfliegen, Fadenwürmern und der einzelligen Brauhefe: "Da alle Gene dieser Modellorganismen identifiziert sind, eignen sie sich besonders gut zur Erforschung der Erbanlagen und ihrer Auswirkungen auf die Lebenserwartung." Neben Adam Antebi wird das Institut mit zwei weiteren renommierten Wissenschaftlern aus England und Schweden als Direktoren starten. Bis das Haus fertig ist, forschen rund 150 MPI-Mitarbeiter vorübergehend in zwei Etagen des benachbarten Zentrums für Molekulare Medizin (ZMMK).

Antebi hob die "einzigartige Bündelung" von Forschungseinrichtungen in unmittelbarer Umgebung des neuen Instituts hervor, aus der sich erhebliche Synergieeffekte und Vorteile für die gesamte Wissenschaftsregion Köln/Bonn ergeben könnten: etwa das MPI für Neurologische Forschung, die Uniklinik, das ZMMK oder das Exzellenzcluster zum Thema Altersforschung (CECAD). Vom morgigen Freitag an sind die zehn Architektenentwürfe eine Woche lang im Foyer des Herzzentrums an der Kerpener Straße ausgestellt.


Viertes Institut in Köln

Im Juni 2007 hat der Senat der Max-Planck-Gesellschaft entschieden, das neue Institut für Biologie des Alterns in Köln anzusiedeln. Es ist das zwölfte MPI in Nordrhein-Westfalen, das vierte in Köln: neben dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, dem Institut für neurologische Forschung und dem Institut für Züchtungsforschung. Das neue Institut bringe NRW als Standort für Biowissenschaften und Medizinforschung sehr weit voran, hatte NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) die Entscheidung kommentiert. (map)

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