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30.06.2008

Kölnische Rundschau

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Neuer Anlauf, bekannte Bedenken

Ehrenstraße
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Ehrenstraße
Ehrenstraße: Widerstand gegen Fußgängerzone

Von Ulrike Völler

Innenstadt. Eine Ehrenstraße ohne Autos: kein Gedränge auf dem Gehsteig, grenzenloses Schlendern und Flanieren an den Geschäften entlang - ohne Gefahr, beim zeitweise unvermeidlichen Ausweichen auf die Straße angefahren zu werden... Für viele Kölner ist das offenbar ein äußerst reizvoller Gedanke; auch im Bürgerhaushalt lag dieses Ansinnen weit vorne.

Ganz so einfach ist die Sache aber wohl nicht. Denn, erinnerte sich Astrid Reimers von den Grünen in der Bezirksvertretung Innenstadt, das Ergebnis einer ähnlichen Diskussion vor einigen Jahren endete mit einem Kompromiss: Die Geschäftsleute verzichteten auf einige Parkplätze, Bäume wurden gepflanzt. Auf die übrigen Parkplätze für ihre Kunden aber wollen die Mitglieder der IG-Ehrenstraße, darunter die Bäckerei Zimmermann, die Parfümerie Möltgen und der Käseladen, nicht verzichten. Die CDU stellt sich hinter die Einzelhändler, deren Überleben ohne die Parkplätze gefährdet sei: "Viele Stammkunden bestellen telefonisch vor und holen schnell die Ware ab."

Ein weiteres Problem sei, so Reimers, dass die Mieten durch die Einrichtung einer Fußgängerzone erfahrungsgemäß rapide stiegen. Davor hätten die Inhaber der Ladenlokale verständlicherweise Angst. Und auch vonseiten der Verwaltung regen sich Bedenken: Die Ehrenstraße sei unverzichtbar für den Zielverkehr Richtung Ringe, Parkhäuser und Verkehrsströme würden durch eine Schließung abgeschnitten. Umfassende Verkehrsuntersuchungen und ein Konzept für das Viertel seien daher notwendig.

Die autofreie Flaniermeile ist also in weite Ferne gerückt, doch ganz aufgeben wollen die Bezirksvertreter die Ehrenstraße nicht. "Es herrscht ein starker Druck zu handeln", erklärte Reimers. Gerüchte über Baumaßnahmen der Rheinenergie in der Ehrenstraße veranlassten die CDU-Fraktion in der BV jüngst zu einer Nachfrage bei der Verwaltung. Diese teilte mit, dass es sich bei der geplanten Maßnahme um die Verlegung von Fernwärmeleitungen im nächsten Frühjahr handele. Die Bauarbeiten dauerten drei bis vier Monate, während derer es keine Parkplätze auf der Ehrenstraße und keinen gegenläufigen Radverkehr geben werde. Gelegentlich könne es auch nachts oder sonntags zu Vollsperrungen kommen.

Diese "Gelegenheit beim Schopf" packte die Fraktion Kölner Bürger Bündnis/FDP und beantragte, im Zuge dieser Baumaßnahmen die Ehrenstraße so umzugestalten, dass sie wenigstens der Gestaltung der Breite Straße zwischen den Straßen Auf dem Berlich und der Gertrudenstraße entspricht. Angedacht sind abgesenkte Bürgersteige und verbreiterte Fußgängerbereiche für eine bessere Barrierefreiheit. Geschäftsleute und Anwohner sollen bei den Entscheidungen beteiligt werden. Gegen die Stimmen der SPD, die zum jetzigen Zeitpunkt keinen Handlungsbedarf sieht, nahm die BV den Antrag an. (28.06.2008)


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