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14.07.2008

köln süd stadt magazin

Pressespiegel

Erster Stammtisch weckt großes Interesse

Monika Czekalla und Karl Wolters (l.) von der Aktionsgemeinschaft begrüßten Ralph Sterck (r.) vom Stadtentwicklungsausschuss
Monika Czekalla und Karl Wolters (l.) von der Aktionsgemeinschaft begrüßten Ralph Sterck (r.) vom Stadtentwicklungsausschuss
Monika Czekalla und Karl Wolters (l.) von der Aktionsgemeinschaft begrüßten Ralph Sterck (r.) vom Stadtentwicklungsausschuss
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Monika Czekalla und Karl Wolters (l.) von der Aktionsgemeinschaft begrüßten Ralph Sterck (r.) vom Stadtentwicklungsausschuss
Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen

Rund 30 Rodenkirchener Geschäftsleute waren Anfang Mai der Einladung der AG zum ersten Stammtisch in Walterscheidt’s Bistro Verde gefolgt, um mit dem Kölner Ratsmitglied und Stadtentwickler Ralph Sterck städtebauliche Projekte des Stadtbezirks zu diskutieren.

Die 79 Mitglieder der Rodenkirchener Aktionsgemeinschaft haben schon viel bewegt: Unter anderem organisierte das Netzwerk von Gewerbetreibenden und Freiberuflern eine neue Weihnachtsbeleuchtung für die Einkaufsmeile, zahlreiche Nikolaus-Aktionen und Sommertage. „Wir haben zwar schon viel auf die Beine gestellt, die Kontakte untereinander könnten aber noch besser sein“, dachte sich Rechtsanwalt Karl Wolters und initiierte den ersten Stammtisch – und das sehr kurzfristig. Nachdem er und die Vorsitzende der AG Monika Czekalla über ein Jahr mit dem Gedanken gespielt hatten, die Vernetzung der Mitglieder enger zu verzurren, ergab sich spontan die Gelegenheit, als sie mit Ralph Sterck einen kompetenten Referenten und Ansprechpartner gewinnen konnten.

„Obwohl wir erst vor einer Woche die Einladungen herausgeschickt haben, sind doch mehr zum ersten Stammtisch gekommen, als erwartet“, freute sich Organisator Wolters. Für Geschäftsfrau Czekalla war dies ein eindeutiger Beweis dafür, „dass vor dem Hintergrund einer spürbaren Abwanderung und zum Teil weniger Kundeninteresse die Veranstaltung zeitlich wie auch inhaltlich genau den Nerv der Rodenkirchener Unternehmer getroffen hat.“

Nach einem etwa eineinhalbstündigen Ausblick zur „Stadtentwicklung für Köln 2000 bis 2020 – Pläne und Potentiale in Städtebau und Architektur“ richtete Gastredner Ralph Sterck seinen Blick weg vom historischen Städtebau und den Großprojekten in ganz Köln und konzentrierte sich fortan auf die Planungen und Entwicklungen im Stadtbezirk Rodenkirchen. „Da Projekte im südlichen Grüngürtel wie die Entwicklung des Rheinauhafens, die Nord-Süd-Stadtbahn und die Cologne Oval Offices von ihrer Bedeutung auch auf den Stadtteil Rodenkirchen ausstrahlen“, wie Sterck betonte, war es jede Menge „Munition“, die er dabei hatte.

Als besonders „explosiv“ stellte sich die Umgestaltung des Maternusplatzes heraus. „Ein Thema, das unsere Mitglieder außerordentlich interessiert, weil sie die Auswirkungen in ihrem täglichen Geschäftsbetrieb spüren“, unterstrich Stammtisch-Gründer Wolters. Einige von Umsatzrückgängen betroffene Einzelhändler wollten daher vom Stadtentwickler und dem ebenfalls anwesenden Bauherren Olaf Junge ganz genau erfahren, was sie sich unter der Belebung und Aufwertung des Platzes vorstellen müssten. „Es sei denkbar das Stadtfest, den Weihnachtsmarkt oder sogar Open-Air-Konzerte auf dem Platz zu veranstalten.“, erklärte Sterck. Für zusätzliche Nutzung soll auch das im Oktober bezugsfertige Gebäude am Kopf des Platzes sorgen.

Und auch die Planungen um das Rodenkirchener Rathaus erhitzten die Gemüter. Doch der FDP-Vorsitzende Ralph Sterck konnte schnell für Aufklärung sorgen. Laut Ratsbeschluss ist es nämlich Fakt, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre Abriss und Neubau erfolgen sollen. Jetziger Stand ist, dass demnächst ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden soll. Die Tendenz bei den Planungen geht aber schon jetzt dahin, dass die Parkplätze vor dem Rathaus bleiben, weitere Parkmöglichkeiten durch die Erweiterung der Tiefgarage geschaffen werden könnten und wohl zusätzlicher Raum für den Handel entstehen soll.

Die Belebung und Aufwertung ist allerdings noch viel weit reichender: So könnte der im Zuge des Landesstrukturprogramms "regionale 2010" avisierte Rheinboulevard ebenso wie das zum Hochwasserschutz errichtete und demnächst eröffnete Pumpwerk an der Südbrücke mitverantwortlich dafür sein, dass für viele der Spaziergang am Wasser nach Rodenkirchen führen muss. Insbesondere dann, wenn dem seit acht Jahren laufenden Antrag nachgegeben wird, das Bootshaus "MS Rodenkirchen" gegen ein ebenso großes aber modernes Fahrgastschiff auszutauschen. Definitiv kein Thema bis 2011 ist hingegen das Rodenkirchener Bad. Stadtentwickler Sterck merkte nur so viel an, "dass doch auf dem Sürther Feld, wo 800 Wohneinheiten entstehen, auch ein guter Platz für ein neues Bad ist." Ganz sicher können die neuen Mieter der Kranhäuser, Halle 11, des Silos und der Wohnwerft ihre Kinder in Rodenkirchen bald zur neuen Gesamtschule schicken. Die Grundsteinlegung steht für Juni an.

Das Ralph Sterck und seine Kollegen vom Stadtentwicklungsausschuss sich nicht nur über infrastrukturelle, sondern auch über verkehrstechnische Maßnahmen Gedanken gemacht haben, konnten die Stammtisch-Gäste genauso erfahren. Bei der Diskussion um die Nord-Süd-Stadtbahn wird es nach neuestem Erkenntnisstand in der zweiten und dritten Baustufe auf eine ebenerdige Lösung hinauslaufen. Der Ausbau der Rheinuferstraße auf fünf Spuren soll 2010 fertig sein und der Kreisverkehr an der Barbarastraße soll sowohl verkehrsberuhigend als auch durch Begrünung ansprechender werden. Gleiches gilt übrigens für den Bonner Verteiler, auf dem der Künstler Lutz Frisch in spätestens zwei Jahren eine Skulptur errichten wird.

Mit diesem informativen Ausblick auf die nächsten Jahre und der Gewissheit, dass der Stadtentwicklungsausschuss sich weiterhin gegen den Einzelhandel auf der Grünen Wiese ausspricht, um die Stadtbezirke zu stärken, entließ Sterck nach über zweieinhalb Stunden zufriedene Zuhörer. "Ich hoffe, offene Fragen geklärt zu haben, und bei manch schwieriger Baustellensituation Ihr Verständnis zu bekommen", schloss er seinen Vortrag. Auch Karl Wolters setzt beim nächsten Stammtisch - wohl im Sommer - wieder großes Interesse der Rodenkirchener.

von Ralf Schädel


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