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10.06.2008

Innenministerium NRW

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Innenminister Wolf lobt acht Preisträger

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"Zivilcourage ist wichtig im Kampf gegen Kriminalität und für das Zusammenleben"

"Eine 'Kultur des Hinsehens und Handelns' ist wichtig im Kampf gegen Kriminalität und für das Zusammenleben", sagte Innenminister Dr. Ingo Wolf gestern in Düsseldorf bei der Verleihung des Preises für Zivilcourage. "Jeder, der hinsieht, muss auch handeln", betonte der Minister. Wer anderen Menschen in einer Notlage nicht selbst helfen kann, sollte zumindest die Polizei informieren oder auch andere Personen zur Hilfe heranziehen.

"Es gehört Mut dazu, anderen zu helfen, weil man selbst angegriffen oder verletzt werden könnte", stellte Wolf fest. Dennoch sei Tollkühnheit hier fehl am Platz. Riskantes Einschreiten bei Tätern mit Schusswaffe zum Beispiel erhöhe die Gefahr für das Opfer und den Helfer.

Acht Bürgerinnen und Bürger ehrte Innenminister Dr. Ingo Wolf für ihr couragiertes und selbstloses Handeln in Notsituationen.

* El Mamoun Moqadem und Kahil Trihi (beide 35 Jahre) hörten in Aachen die Schreie einer Nachbarin. Beide eilten barfuß bzw. auf Socken bei Regenwetter dem flüchtenden Täter hinterher, der der Nachbarin die Handtasche entrissen hatte. Durch ihre schnelle und selbstlose Hilfe konnte der Täter gefasst und ein zweiter Handtaschenraub geklärt werden.

* Alexander Strunk (38 Jahre) aus Herford griff mutig ein, als vier bis fünf Jugendliche auf einen anderen einschlugen und traten. Dabei wurde das Opfer schwer verletzt. Dem Zeugen gelang es, zwei der Täter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Ohne sein beherztes Einschreiten wäre noch mehr passiert und die Täter wären nicht gestellt worden.

* Jakob Mferi (47 Jahre) und Sebastian Funk (24 Jahre) befanden sich in einer Straßenbahn in Köln, als es passierte: Zwei junge Männer randalierten und pöbelten dabei eine ältere Frau an. Der 47-jährige Zeuge eilte der Frau zur Hilfe. Unvermittelt schlugen die Täter ihm in das Gesicht und fügten ihm mit einer Bierflasche eine Platzwunde am Hinterkopf zu. Der 24-jährige wollte ebenfalls helfen und wurde auch niedergeschlagen. Die Zeugen konnten weitere Übergriffe auf die Seniorin verhindern und wurden selbst schwer verletzt. Die Täter konnten durch ihre Hilfe festgenommen werden.

* Daniela Hoff (43 Jahre) beobachtete auf einem Feldweg in Krefeld einen geparktes Auto. Sie glaubte die Personen in dem Auto machen ein "Schäferstündchen". Wenige Meter weiter bemerkte die Zeugin allerdings einen Schultornister neben dem Auto. Sie schlussfolgerte, dass sich ein Kind in dem Auto befinden müsse und lief zur nächsten Straßeneinmündung, um Hilfe zu holen. Sie hielt einen anderen Autofahrer an, der die Polizei informierte. Noch während des Telefonats flüchtete der Beschuldigte in seinem Auto mit hoher Geschwindigkeit und gefährdete dabei zwei unbeteiligte Kinder auf ihren Fahrrädern. Die Zeugin gab das Kennzeichen des flüchtenden Pkw an die Polizei weiter. Der Wagen konnte gestellt und der Täter festgenommen werden. Das Opfer, ein 10-jähriges Mädchen, befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Auto des Täters. Der Mann wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

* Dirk Andreas Bayer (44 Jahre) und Sascha Gebhardt (26 Jahre) halfen bei der Festnahme eines Bankräubers. Der 44- jährige wurde von zwei Seniorinnen auf den Räuber in der Bank in Viersen aufmerksam gemacht. Dieser informierte sofort die Polizei und folgte dem Bankräuber unbemerkt, als dieser in einem dunklen Auto flüchtete. Den Fluchtweg konnte der Zeuge per Handy an die Polizei weitergeben. So gelang es der Polizei den Täter zu stoppen und festzunehmen. Der 26-jährige Zeuge hatte den flüchtigen Bankräuber fotografiert und übergab diese Fotos anschließend der Polizei. Dem Beschuldigten konnten mittlerweile vier Banküberfälle nachgewiesen werden.

"Alle acht Zeugen haben Mut bewiesen und den Kampf gegen die Kriminalität aufgenommen. Durch ihr selbstloses und couragiertes Verhalten verhinderten sie schlimmere Folgen von Straftaten", betonte Wolf. Sie seien gute Beispiele und ermutigen andere durch ihr vorbildliches Handeln, es ihnen gleich zu tun.

Die Polizeibehörden des Landes Nordrhein-Westfalen hatten dem Innenminister 45 Menschen vorgeschlagen, die sich an dem Motto "Hinsehen und Handeln" orientierten und in einer gefährlichen Situation besonders besonnen und engagiert verhalten hatten. Eine Jury mit Vertretern des Innenministeriums, des Landeskriminalamtes, des Justizministeriums, der Staatskanzlei und des Weißen Rings wählte die Preisträger aus.

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