Köln kann mehr
alle Meldungen »

05.06.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Keine Marionette Putins"

Klaus Kinkel
Klaus Kinkel
Klaus Kinkel
Bild verkleinern
Klaus Kinkel
Interview mit dem früheren Außenminister Kinkel zum Medwedew-Besuch

Zu dem heutigen ersten Deutschland-Besuch des neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew sprach Norbert Wallet mit dem ehemaligen deutschen Außenminister Klaus Kinkel (FDP).

Ist der neue russische Präsident mehr als der Vollstrecker des Willens seines Vorgängers?

Die deutschen Beziehungen zu Russland sind inzwischen so gut, dass man darauf auch mit dem neuen Mann im Kreml aufbauen kann. Ich sehe Medwedew nicht als Marionette Putins. Er wird seine eigene Form finden und seinen eigenen Weg gehen. Das muss im Wesentlichen kein anderer sein als bisher.

Zuletzt hatte Putin durchaus rabiat russische Machtansprüche formuliert. Liegt darin eine Bedrohung deutscher Interessen?

Nein. Bei diesen Auftritten Putins war viel Wahlkampfgetöse dabei, viele seiner außenpolitischen Äußerungen waren eigentlich nach innen gerichtet. Das wird sich auch wieder beruhigen. Putin hat in seiner Amtszeit etwas Wichtiges geschafft: Er hat den Russen ihr Selbstwertgefühl und in gewisser Beziehung ihre Ehre zurück gegeben. Nach dem Zerbrechen der Sowjetunion verlor Moskau seine Weltmacht-Rolle. Putin hat den Russen wieder Einfluss zurück erkämpft. Ein Teil der alten Rolle ist wieder hergestellt. Im Prinzip hat er die alten Waffendrohungen durch Öl-und Gas-Drohungen ersetzt. Da darf man sich übrigens nicht täuschen: Medwedew wird hier keine andere Linie fahren.

Und das läuft nicht deutschen Interessen zuwider?

Dass Russland auf dieser Klaviatur spielt ist nicht unverständlich. Akzeptieren muss man das deshalb noch lange nicht. Aber ich sehe keine ernsthafte Bedrohung für unsere Beziehungen - und auch nicht für unsere Energieversorgung. Russland ist in dieser globalisierten Welt zu sehr auf Europa - auch auf die guten Beziehungen zu Deutschland - angewiesen. Die normative Kraft des Faktischen zwingt Russland in eine nicht-konfrontative Politik.

Und das Problem der "gelenkten Demokratie"?

Einerseits sind wir auf gute Beziehungen angewiesen und müssen sie anstreben. Andererseits dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken und müssen Fehlentwicklungen beim Namen nennen. Aber man darf sich nicht überheben: Wir können ja von Deutschland aus nicht die russischen Geschicke lenken. Dieses riesige Land braucht auf dem Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft Zeit und Geduld.


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik.

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

alle Videos »

Videothek

Ralph Sterck zur Kölner Stadtentwicklung

Aktuelle Highlights

Mi., 20.07.2016 Parkplätze auf Ehrenstraße kommen weg Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt Maria Tillessen und Reinhard Houben von der FDP sind gegen die Parkplatz-Streichungen (Foto: Express/Uwe Weiser)
Von Robert Baumanns Über die Ehrenstraße wird schon seit Jahren diskutiert, die Bezirksvertretung Innenstadt/Deutz schafft jetzt Fakten: ... mehr
Fr., 15.07.2016 Dringlichkeitsentscheidung für Ortsumgehung Meschenich unterzeichnet Sterck hofft auf direkte Anbindung an A4 Planung für die Ortsumgehung Meschenich
Im Planfeststellungsverfahren für den Neubau der B 51n als Ortsumgehung für Meschenich war eine Dringlichkeitsentscheidung notwendig ... mehr
Mo., 11.07.2016 Gebauer und Stamp: Schulministerin gefährdet erfolgreiche Integration Schulerlass zur Integration von Flüchtlingskindern Yvonne Gebauer, MdL
Per Erlass will die Schulministerin in NRW die Unterrichtung von Flüchtlingskindern tiefgreifend verändern. Dies wird nach Ansicht der FDP ... mehr


Fr., 05.08.2016, 17:00 Uhr
Sommerfest der JuLis Köln
weitere Termine »

Politik-Highlights

Ralph Sterck, MDR
Rede von Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt ...mehr
Katja Hoyer, MdR
Rede der Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Katja Hoyer, zur Fortsetzung der Planungen für ein ...mehr
Ulrich Breite, MdR
Laudatio zur Übergabe des Friedrich-Jacobs-Preises 2015 an die Sportjugend Köln für das Angebot Mitternachtssport Lieber Herr ...mehr