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27.05.2008

Stadt Köln

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Weltmeisterlicher Top Spin mit Kölner Belag

Marco Mendorf, MdR
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Branchenforum Industrie tagte bei der Felix Böttcher GmbH Co KG

Wenn die Tischtennis-Elite der Welt mit angeschnittenen Top Spins um Weltmeistertitel kämpft, dann haben die Schläger der Champions einen Belag aus Köln. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Produktpalette der Felix Böttcher GmbH & Co KG an der Stolberger Straße in Köln-Braunsfeld. Mit seinen knapp 800 Mitarbeitern in Köln und gut 2.000 Beschäftigten weltweit ist das Unternehmen vor allem auf Beläge für Druckwalzen spezialisiert. So kommt es, dass auch etwa jeder zweite Geldschein in der Welt seinen Aufdruck von einer Böttcher-Walze erhält. Böttcher ist der mit Abstand führende Lieferant für die großen Druckmaschinenhersteller, aber auch für den Drucker am heimischen PC.

Das und mehr erfuhren die Mitglieder des Kölner Branchenforums Industrie (A.d.fdp-koeln.de-Redaktion: mit liberaler Beteiligung von Ratsherr Marco Mendorf und Stadtentwicklungsausschussmitglied Norbert Hilden) bei ihrer Tagung in der vergangenen Woche von Franz Georg Heggemann, dem geschäftsführenden Gesellschafter des seit acht Generationen im Familienbesitz befindlichen Unternehmens. Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans nannte Böttcher einen weiteren Beweis dafür, dass Industrie an einem nicht ganz billigen, aber attraktiven Standort Erfolg hat, wenn die Devise eben nicht „billig“, sondern „Weltspitze“ laute und auf Know-how und Qualität setze. Der Anteil an handwerklichem Können bei den Böttcher-Produkten, die über Jahre in Hochleistungsmaschinen verlässlich und auf höchstem Qualitätsniveau Dienst tun müssten, setze qualifiziertes und erfahrenes Personal voraus. Das finde man eben nicht überall.

Das Branchenforum unter Leitung von Hermann H. Hollmann von der Geschäftsführung der Ford-Werke diskutierte Themen, die aus Sicht der in Köln ansässigen Industrie für die langfristige Sicherung des Standortes von existentieller Bedeutung sind. Diesmal standen die zunehmenden Nutzungskonflikte zwischen Wohnbebauung und industrieller Tätigkeit im Mittelpunkt. Die zunehmende Ausweisung von Wohngebieten auf ehemaligen Gewerbeflächen schränke den Handlungsraum der innovativen Industriebetriebe mit guten Entwicklungschancen in Köln ein, weil das Heranrücken des Wohnens an die Industrie zu Klagen gegen die Belastung durch Lärm und Lieferverkehr führe. Köln brauche aber auch Flächen für Industrie. Die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Anne Luise Müller, und IHK-Geschäftsführer Ulrich Soénius beschrieben die Konflikte in einer aufgrund ihrer Attraktivität zum Glück weiter wachsenden Stadt, aber auch Forderungen an die Planung und die Ansätze der Planer für die Lösung dieser Probleme.

In der Runde bestand Einigkeit darüber, dass frühzeitige Kommunikation in beide Richtungen – von Politik und Verwaltung in Richtung Wirtschaft und umgekehrt – die meisten Probleme frühzeitig vermeidbar mache. Besonders positiv hervorgehoben wurde von Seiten der Wirtschaft, dass die städtischen Wirtschaftsförderer in mehreren Fällen von sich aus an die Unternehmen herangetreten seien und so zu Lösungen im Vorfeld von Entscheidungen beigetragen hätten. Die Stadt sagte zu, verstärkt dafür zu sorgen, dass die Sichtweise aller Interessen im Wettbewerb um die Nutzung knapper Flächen in Köln angemessen berücksichtigt würde.

Das Branchenforum Industrie verständigte sich des Weiteren darauf, das Leistungsprofil Kölns als Standort für Premium-Industrie und die Anforderungen für die gezielte Weiterentwicklung des produzierenden Gewerbes in einem Business-Plan Industrie zu konkretisieren und mit verbindlichen Vereinbarungen zu untermauern. Der Businessplan soll bis zum Ende des Jahres unter der Leitung der städtischer Wirtschaftsförderung und der IHK zusammen mit Arbeitgebern, Gewerkschaften, Rat und Verwaltung erarbeitet werden.

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