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30.04.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Das Volk darf weiter im Zelt schunkeln

Das Dreigestirn 2008 mit schwarzen Nasen
Das Dreigestirn 2008 mit schwarzen Nasen
Das Dreigestirn 2008 mit schwarzen Nasen
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Das Dreigestirn 2008 mit schwarzen Nasen
Aufwertung zur "zentralen Veranstaltung" sichert Verbleib auf dem Neumarkt

"Kölsche Lösung" im Streit wegen des Platzkonzepts, das eigentlich keine Zeltveranstaltungen außer Roncalli erlaubt.

Von Andreas Damm

Der Streit zwischen Karnevalisten und Politikern ist beigelegt, die Volkssitzung auf dem Neumarkt gerettet. Wie das Festkomitee gestern mitteilte, darf die traditionelle Zeltveranstaltung entgegen des ursprünglichen Verbots der Stadt auf ihrem angestammten Platz bleiben. "Nächstes Jahr können wir da wieder schunkeln", verspricht Festkomitee-Sprecherin Sigrid Krebs. Das Festzelt wird allerdings etwas kleiner sein als bisher.

Festkomitee als Schirmherr

Das vom Rat beschlossene Platzkonzept lässt auf dem Neumarkt grundsätzlich keine großen Zeltveranstaltungen mehr zu. Die einzige Ausnahme gilt für den Zirkus Roncalli. Um den Bestimmungen zu genügen, soll die Volkssitzung aufgewertet werden. Das Festkomitee will sie zur "zentralen Veranstaltung" des Kölner Karnevals erklären und die Schirmherrschaft übernehmen. Dieser Status ermöglicht es der Stadt, die Zeltsitzung weiterhin zu genehmigen. Zudem soll die preisgünstige Sitzung noch an Bedeutung gewinnen: Spätestens vom übernächsten Jahr an wird das Dreigestirn am Tag nach der offiziellen Proklamation im Gürzenich dem Narrenvolk auf dem Neumarkt vorgestellt.

"In der Kombination von zeitlicher Lage, Veranstalter, Ort und Form ist diese Veranstaltung so in Köln nicht noch einmal zu finden, und sie ist damit von herausragender Bedeutung für den gesamten Kölner Karneval", betonte Sigrid Krebs. Während der jüngsten Session hatten Tausende Narren mit schwarzen Pappnasen gegen das drohende Verbot protestiert. "Der Kampf hat sich gelohnt", sagte Oberbürgermeister Fritz Schramma nach der Einigung. Er habe sich schließlich "vehement dafür eingesetzt", dass die Volkssitzung auf dem Neumarkt bleiben kann.

An dem Kompromiss seien außer den Karnevalisten Vertreter des rot-grünen Bündnisses sowie Stadtdirektor Guido Kahlen beteiligt, hieß es im Rathaus. "Das ist eine Lösung von Dauer, mit der alle gut leben können", findet SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Börschel. Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank sprach von einem "kölschen Kompromiss - das Brauchtum kann sich entfalten, und gleichzeitig wird das Platzkonzept eingehalten".

Siegreiche Schwarznasen

Die CDU hatte dem Platzkonzept erst zugestimmt, sich im Nachhinein aber für die Volkssitzung eingesetzt. Der ausgehandelte Kompromiss, sagte CDU-Fraktionsgeschäftsführer Josef Müller, sei ein Sieg für die Karnevalsfreunde und eine schwere Niederlage für Stadtdirektor Guido Kahlen und die Linksfront im Rat. Der erfolgreiche Widerstand der Schwarznasen zeige: "Man kann nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger Politik machen." FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite lehnt Einschränkungen für Veranstalter ohnehin ab. "SPD und Grüne sind umgefallen", sagte er. "Hoffentlich dürfen jetzt noch weitere Zeltveranstaltungen auf dem Neumarkt stattfinden."

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