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08.05.2008

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Hafenmelodie

Kap am Südkai
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Kap am Südkai
Seit gut einem Jahr wollen praktisch alle größeren Städte und Regionen kreativ sein – weltweit. In Europa beflügeln EU-Förderprogramme für die Creative Industries die neue Diktion beim Stadtmarketing. Auch Köln ist nicht mehr nur „Kultur“-, „Kunst“- und „Medienstadt“, sondern Creative City. Vor wenigen Wochen gab es beim aktuellen Konzert der Standort-Konkurrenz allerdings Misstöne. Zunächst platzierte die FAZ die Domstadt bei einem Ranking der kreativsten Städte Deutschlands nur auf Platz 6 - hinter München, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt und Berlin. Dann machte Kulturdezernent Georg Quander von Berlin aus Kölns Kulturszene nieder. Seit 15 Jahren gehe es mit der Kunststadt Köln bergab. Berlin sei an Köln vorbeigezogen.

Jetzt haben Kölns Kulturschaffende und Kreative wieder Mut gefasst. Als Mutmacher betätigten sich dieser Tage Andreas Grosz, Geschäftsführer des Kap Forums für Architektur, Technologie und Design und zugleich des Rotonda Business Clubs, und Bernd Fesel (FDP), Kulturberater und Mitautor des jüngsten „Kulturwirtschaftsberichts Köln“. Beim Wein war den beiden die Idee eines „Creative Forum Cologne“ gekommen. Nun konkretisierten sie ihren Ansatz vor Publikum. Der Einladung zur Auftaktveranstaltung im Rheinauhafen waren etwa 70 Kreative aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung gefolgt.

Während unten die Lastschiffe der Altindustrie vorbei tuckerten, wurde hoch oben im 9. Stock – in den Räumlichkeiten der Döres AG – Kölns Zukunft in der Wissensgesellschaft ausgelotet. Dazu gehörte auch ein Blick auf die Partnerstadt Rotterdam. Die Kulturjournalistin Inken Herzig verdeutlichte, dass die beiden Kreativstädte mehr gemeinsam haben als beidseitig am Wasser zu liegen. Dazu gehört auch ein hoher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund – ein Hinweis, den Kölns grüne Bürgermeisterin Angela Spizig beisteuerte.

Einer der anwesenden Kreativen war Quander. Auf Grosz` Frage, ob vor dem Hintergrund der ressort-übergreifenden Themenstellungen der Creative City Ressorts in der Stadtverwaltung überhaupt noch sinnvoll seien, passte der Dezernent. Statt seiner antwortete Wirtschaftdezernent Norbert Walter-Borjans (SPD), Ressorts seien solange sinnvoll, wie ihre Türen offenstünden. Der Kommunikations-Fachmann pries einmal mehr die „Marke Köln“, die im Ausland „ausnahmslos positiv“ gesehen werde. Walter-Borjans glaubt, dass Köln „mit Tüv und Toleranz, Hightech und Humor, feste arbeiten und Feste feiern“ punkten kann. Je näher man indes Köln komme, um so lauter würde über Köln geklagt.

Gründe zum Klagen gibt es ja. Initiator Grosz meinte, dass einem die Stadt immer dann, wenn man Ansprüche an sie stelle, „wieder aus den Händen fluscht.“ Peter Bach, Sprecher des Kölner Kulturrates, beklagte, dass in Köln zu viel auf die lange Bank geschoben würde, so die Realisierung eines neuen Großmarktes. Und der Mediapark wese vor sich hin. Aber auch Bach war neuer Hoffnung, dass „mit dem Kitzel des Gelingens“ die Kultur wieder in die Mitte der Stadt rücke. Die entscheidende Rolle wies er dabei den Dezernenten Quander, Walter-Borjans und Bernd Streitberger (Stadtentwicklung, CDU) zu. Sie seien „Kölns neues Dreigestirn.“

Grosz und Fesel wollen nun das Patchwork der Kölner Kreativwirtschaft mit der Politik verbinden. Dafür sind u.a. ein Newsletter, ein Internetauftritt der Creative City und die Gründung eines Vereins angedacht. Fesel, der als Sprecher des Arbeitskreises Kulturwirtschaft des Deutschen Kulturrates 210 Verbände vertritt, erklärte sich bereit, die Kölner Anstrengungen auf dem Berliner Parkett einzubringen. Im nächsten Jahr, das die EU zum „Jahr der Kreativität“ ausgerufen hat, soll die Creative City Köln auch auf europäischer Ebene sichtbar gemacht werden. Fesel: "Im Rheinland stehen alle Zeichen komplett auf Grün."

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