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26.04.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Ist ein Wonderbra Doping?"

Sport- und Olympiamuseum
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Sport- und Olympiamuseum
Große Ausstellung zu den Olympischen Spielen im Museum

Von Jan Wördenweber

Über dem Waschbecken steht die Zahnpasta von Läufer Dieter Baumann. Zwar nicht das Original, aber so könnte sie ausgesehen haben. Auch die Klosprüche in der "Doping-Toilette" haben einstige Helden des Radsports wie Jan Ullrich nicht selbst an die Wand gekritzelt. Ebenso das Zitat von Hochspringer Tim Lobinger, der sich einst fragte: "Ist ein Wonderbra nicht auch schon Doping?" Das stille Örtchen ist wie die 15 anderen Themenräume im Deutschen Sport- und Olympiamuseum ein echter Hingucker. Von heute an kann dort die sehenswerte Ausstellung "Olympia - Werte, Wettkampf, Weltereignis" besucht werden.

Bis zum 10. August widmet sich die Schau auf über 1000 Quadratmetern den vielfältigen Aspekten der Weltspiele. Die Wettkämpfe in der Antike werden nur kurz thematisiert: "Die Spiele der Griechen haben mit den heutigen nichts mehr zu tun", erklärt Museumsdirektor Dr. Christian Wacker. So seien damals nur Griechen untereinander angetreten, und die Trennung von Amateuren und Profis habe es ebenso wenig gegeben wie den Friedensgedanken: "Es gab lediglich einen Waffenstillstand, damit die Spiele stattfinden konnten", weiß Wacker. Bis auf St. Moritz sind die Fackeln aller Austragungsorte zu sehen, auch schon die der Spiele in Peking. Der Fackelstaffellauf fand erstmals 1936 in Berlin statt, initiiert von Carl Diem. "Das haben die Nationalsozialisten natürlich gewusst, für sich zu inszenieren."

Dokumentiert wird auch die Entwicklung der Olympischen Spiele in den Medien. Am Beispiel des 100-Meter-Laufs der Männer von 1960 bis heute ist auf Monitoren zu sehen, wie immer mehr Details wie Zeitanzeige und Zeitlupe hinzugekommen sind. In einem Anbau können Besucher selbst aktiv werden: Vor allem Schülergruppen werden ihren Spaß haben, wenn sie sich in Disziplinen von 1896 üben können, etwa dem Tauziehen. Das gefiel auch NOK-Ehrenpräsident Walther Tröger, der gestern Abend die Ausstellung mit weiteren Gästen eröffnete. Angekündigt hatten sich unter anderem Innenminister Dr. Ingo Wolf, Oberbürgermeister Fritz Schramma sowie die Olympia-Teilnehmerin Franziska Gude.

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