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23.04.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Stadtarchiv zieht um

Gerling-Hochhaus
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Gerling-Hochhaus
Neuer Standort im Gerling-Quartier - Diskussion ums Viertel

Die Stadt will 40 Millionen Euro in neuen Standort für eines der größten kommunalen Archive Deutschlands investieren.

Von Andreas Damm

Es gilt als Langzeitgedächtnis Kölns, seine Erinnerung reicht mehr als 1000 Jahre zurück. Auf Wunsch der Stadtspitze soll das Historische Archiv den schmucklosen Bau an der Severinstraße verlassen und an seinen angestammten Platz im Gereonsviertel zurückkehren.

Gestern hat Oberbürgermeister Fritz Schramma dem mit der Umgestaltung des Gerling-Quartiers befassten Unternehmen Frankonia mitgeteilt, dass die Stadt das alte Archivgebäude am Gereonshof übernehmen will. Wie das Presseamt bestätigte, hatten die Fraktionsvorsitzenden der CDU, der SPD, der Grünen und der FDP der Entscheidung zuvor zugestimmt.

Die Baukosten sollen rund 40 Millionen Euro betragen. Die Stadt will das Ende des 19. Jahrhunderts entstandene neugotische Gebäude und auch die benachbarte Kapelle für die Öffentlichkeit herrichten. Daran anschließen soll sich ein neuer Archiv- und Verwaltungstrakt. Das Magazin soll im Tiefgeschoss untergebracht werden.

"Das ist die ideale Lösung, wenn wir es denn so hinbekommen", sagte Kulturdezernent Georg Quander. Er hält den Standort nicht allein wegen seiner Tradition für reizvoll. In der Nachbarschaft befinden sich zwei weitere historische Sammlungen: das Archiv des Erzbistums sowie das Rheinisch-Westfälische Wirtschafts- archiv. Quander sieht "die Chance, eine Archivmeile zu bilden".

Das Stadtarchiv war 1971 aus dem Gereonsviertel an die Severinstraße gezogen. Dort sollte es 30 Jahre bleiben. Der neuerliche Umzug ist dringend nötig, weil in den heutigen Räumen kaum noch Platz ist. Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia bezeichnete den künftigen Standort im Gereonsviertel als erste Wahl: "Dann würde sich ein historischer Kreis schließen." Der Gebäudekomplex könnte bereits 2011 zur Verfügung stehen.

Die Überlegungen innerhalb der Stadtverwaltung, das Archiv an den Eifelwall zu verlegen, sind mit der Zusage an Frankonia beendet. Der Kulturdezernent soll für den Rat sobald wie möglich eine Beschlussvorlage erstellen. Ein von der FDP für die morgige Ratssitzung eingereichter Eilantrag hat sich somit erledigt.

Das Historische Archiv ist nach Angaben der Stadt eines der größten kommunalen Archive Deutschlands. In seinen Regalen werden Urkunden, Akten, Siegel und zahlreiche weitere Originaldokumente aus Köln und dem Rheinland aufbewahrt. Selbst Wissenschaftler aus dem Ausland forschen regelmäßig in den Beständen.


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