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17.05.2008

KölnLiberal

Pressespiegel

Sport in Metropolen

Torsten Tücks
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Torsten Tücks
Sportlich aktiv im Stadtbezirk Mülheim

Von Torsten Tücks

Trifft man im Urlaub mal jemand aus einer anderen Stadt kommt auch schnell die Frage auf: „Wo kommst Du denn her?“. Stolz antwortet man dann: „Aus Köln!“. Woraufhin meist der Gesprächspartner entgegnet: „Ah ja, Köln – das ist ja da, wo der Dom steht“. Sicherlich ist auch das richtig, leider wird allzu häufig vergessen, dass Köln auch eine ebenso schöne zweite Seite hat. Nämlich die Rheinseite jenseits des Doms.

Das rechtsrheinische Köln hat neben der KölnMesse, der KölnArena und dem liberalen Bauprojekt KölnArkaden aber noch mehr zu bieten. So gibt es dort eine vielfältige und lebendige Veedelskultur. Parks wie die Merheimer Heide, der Rheinpark und der Königsforst laden zum Entspannen und zum Sport ein. In Stadtteilen wie Mülheim wird Multikulturalität und das Miteinander verschiedner Nationen täglich gelebt. Aber auch im Schatten des Doms gibt es Handlungsbedarf und politische Herausforderungen. Eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen, ist das Projekt “Sport in Metropolen”. Sport kann dabei auf entspannte und spielerische Weise Werte vermitteln.

Gegründet wurde das Sportentwicklungsprojekt „Sport in Metropolen“ 2003. Hierbei stand nicht nur der Sport im Mittelpunkt. Neben Gesundheit, Spaß und guter Laune bietet Sport auch die Möglichkeit neue Freundschaften zu schließen und kulturelle Grenzen zu überwinden. Sogar das Gedächtnis kann mit Sport trainieren, wie viele wissenschaftliche Studien belegen.

Das Projekt führte die Deutsche Sporthochschule im Auftrag der Projektträger: Landessportbund NRW, Innenministerium NRW, StadtSportBund Köln und Stadt Köln durch. Die Sportverwaltung der Stadt Köln hat das Projekt in den folgenden Jahren in Netzwerken bis hinein in die Stadtteile begleitet.

In diesem Rahmen wurde das Netzwerk „Sport und Bewegung Mülheim“ unter Federführung des Sportamts in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Köln, dem Stadtbezirks-Sportverband Mülheim und mit Unterstützung der Deutschen Sporthochschule Köln ins Leben gerufen.

Um das Sportprojekt auf die jeweiligen Besonderheiten vor Ort besser auszurichten, sind auch verschiedene örtliche Institutionen, Organisationen und Vereine, beispielsweise aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Jugend Teil des Netzwerkes. Ziel des Netzwerks ist es die Freude der Menschen im Stadtbezirk am Sport zu wecken. Daneben will die Vereinigung auch zielgruppenorientierten Angebote schaffen, die lokale Probleme aufgreifen. Hierzu gehören unter anderem Sporttrends wie Klettern, Inline Skating, Mountain Biking oder auch Break-Dance auf der einen Seite und konfrontativer Kampfsport auf der anderer Seite. Sie erreichen als Bestandteile einer modernen Jugendkultur die jungen Sportler am ehesten und Angebote wie Judo oder Tai Chi vermittelten die Fähigkeit zum disziplinierten und fairen Umgang mit sich und anderen.

In Arbeitskreisen für die einzelnen Stadtteile von Mülheim zum Thema „Sport und Bewegung“ sollen also örtliche Herausforderungen thematisiert werden. Der erste Arbeitskreis fand am 19. Juni 2007 für die Stadtteile Buchheim, Buchforst und die Stegerwaldsiedlung statt. Ein gutes Beispiel der Netzwerkarbeit aus der ersten Projektphase ist die Kooperation des AC Mülheim mit dem Jugendclub Don Bosco. Im Jugendzentrum Don-Bosco-Club findet regelmäßig für die Jugendlichen ein ehrenamtliches Ringertraining statt, das der AC Mülheim durchführt.

Dabei finden sich unter den Teilnehmer auch Jugendliche, die im normalen Schulalltag den Anschluss verpasst haben. Die aus zerrütteten Familien stammen, deren zu Hause die Straße war oder die bereits erste Erfahrungen mit Gewalt und Drogen gemacht haben. Hier kann Sport einen anderen, respektvollen Umgang mit dem eigenen Körper und erste Erfolgserlebnisse vermitteln. Durch den Sport in einer Gruppe lernen Sie sich an Regeln zu halten, sich in ein Team zu integrieren und gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Ein anderes viel versprechendes Vorhaben ist die Entwicklung eines Bikeparks. Bei der Umsetzung sind sowohl das lokale Jugenzentrum Henry´s Hope, wie auch die Jugendlichen selbst beteiligt.

Für die Aktiven bietet dieses Angebot Vorteile, die weit über den sportlichen Bereich hinausgehen. So sind die sportlichen Werte wie Fairness, Pünktlichkeit, Respekt und Ehrgeiz auch mehr denn je von großer Bedeutung für das zukünftige Berufsleben. Durch den aktiven Einbezug der Jugendlichen in Planungs- und Entwicklungsprozesse steigt ihr Selbst- und Problembewusstsein. Außerdem stellt eine soziale Arbeit für die Stadt bereits den ersten Schritt hin zu gesellschaftlicher Mitgestaltung dar. Vielen Teilnehmern ist dies zu Anfang sicher noch gar nicht bewusst.

Die positiven Ergebnisse dieses Projektes zeigen einmal mehr die Notwendigkeit einer systematischen und vernetzten Arbeit zur Entwicklung von Sport, Spiel und Bewegung für ein besseres gesellschaftliches Miteinander. Darüber hinaus ist kommunale Sportentwicklung auch ein wesentlicher Bestandteil von Stadtentwicklung. Mit dem Sportnetzwerk wurde dem Stadtbezirk Mülheim ein tolles Geschenk gemacht, von dem alle profitieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeit des Netzwerkes auch in Zukunft von solchem Erfolg und Zuspruch begeleitet wird wie in der Vergangenheit.

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