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18.04.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

„Das wird nicht in Mode kommen“

Dr. Wolfgang Gerhardt, MdB
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Dr. Wolfgang Gerhardt, MdB
Wolfgang Gerhardt ist Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Bundesvorsitzender der FDP.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Ist Schwarz-Grün eine Option für weitere Länder oder den Bund?

WOLFGANG GERHARDT: Es kommt immer auf die Inhalte an und nicht nur auf Farbenspiele. Im Übrigen ist noch nicht überschaubar, was Schwarz-Grün in Hamburg wirklich unternimmt. Deshalb wird es mit Sicherheit nicht in Mode kommen.

Die FDP war bisher der Koalitionspartner erster Wahl für die CDU.

GERHARDT: Wir sind nicht eifersüchtig, wir sind auch mit der CDU nicht verheiratet. Es kommt darauf an, unser Gewicht zu vergrößern. Entscheidend ist, mit wem man Politik machen kann, die der eigenen Überzeugung entspricht. Das geht nicht immer mit jedem.

Wie würde Ihre Koalitionsaussage aussehen, wenn jetzt Bundestagswahlen anstünden?

GERHARDT: Aus heutiger Sicht sehe ich die SPD nicht als Partner. Sie hat keine Orientierung. Es bleibt abzuwarten, wo sie sich hinbewegt.

Ihre hessischen Parteifreunde haben vor der Landtagswahl eine Koalition mit SPD und Grünen ausgeschlossen und sich so eine Regierungsbeteiligung verbaut.

GERHARDT: Das sehe ich nicht so. Wir sind bereit für Jamaica in Hessen.

Aber die Grünen nicht ...

GERHARDT: Die Grünen müssen sich bewegen. Aber ich bin skeptisch, ob sie den Mut dazu haben.

Welche Rolle spielt die FDP in einem Fünf-Parteien-System?

GERHARDT: Die FDP ist herausgefordert, dafür zu sorgen, dass künftig Dreier-Bündnisse möglich werden, wenn Mehrheiten mit einem Partner nicht zu erreichen sind.

Wenn das mit der SPD nicht geht, wie Sie sagen, was bleibt dann?

GERHARDT: Jamaica. Aus heutiger Sicht halte ich auch im Bund ein schwarz-gelb-grünes Bündnis für die einzige Option, wenn es für Schwarz-Gelb nicht reicht.

Das Gespräch führte Alexander Schierholz.

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