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15.04.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Politik sieht Ausbau-Pläne kritisch

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Der Stadtentwicklungsausschuss plädiert dafür, den Plan für die Erweiterung des erzbischöflichen Berufskollegs am Krieler Dom abzuspecken

Von Marion Eickler

Lindenthal - Der Stadtentwicklungsausschuss hat das Vorhaben des Erzbistums, am Krieler Dom ein Berufskolleg für 1000 Schüler zu errichten, in seiner Sitzung zur Kenntnis genommen und die weitere Diskussion in die Bezirksvertretung Lindenthal überwiesen. Das Erzbistum plant, alle drei Berufskolleg-Standorte auf dem Grundstück an der Freiligrathstraße, zwischen Zülpicher und Gleueler Straße, zu konzentrieren.

Hierzu soll dort der jetzige Komplex - ein Schulgebäude sowie Wohnheim - zum Teil aufgestockt, zum Teil abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Anlage befindet sich in nächster Nähe zum romanischen Dom; Nachbarn und Politiker aus der Bezirksvertretung hatten deshalb die Pläne kritisiert. Sie befürchten, das historische Schmuckstück könnte von dem mächtigen Neubau "erdrückt" werden.

Im einzelnen soll das derzeit zweigeschossige Gebäude umgestaltet und im westlichen Bereich auf dann vier Stockwerke ausgebaut werden. Zur Freiligrathstraße hin wird es auf drei Etagen erhöht und zum Flurstück 993 hin - das ist der Bereich direkt hinter der ehemaligen Zwergschule - zweigeschossig bleiben. Der Trakt an der Ecke Gleueler/Zülpicher Straße soll abgebrochen und komplett neu errichtet werden, mit fünf Geschossen plus Staffelgeschoss. Zwischen Alt- und Neubau ist eine Tiefgarage mit maximal 50 Stellplätzen vorgesehen, die von der Freiligrathstraße aus angefahren werden kann.

Das Erzbistum hatte im Vorfeld alle drei Standorte geprüft, und war zu dem Schluss gekommen, dass nur der Komplex am Krieler Dom für eine Erweiterung in Frage komme. Die zwei anderen Grundstücke seien entweder zu klein oder befänden sich nicht im Eigentum des Erzbistums. Das jetzt vorgestellte Bebauungs-Konzept wird nicht nur vom Erzbistum, sondern auch von der Verwaltung favorisiert.

Dennoch sahen die Ratspolitiker das Vorhaben kritisch. Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Karl Jürgen Klipper (CDU), sagte: "Das Bauvolumen ist bedenklich und muss gegenüber dem Ensemble Krieler Dom weiter angepasst werden." Insgesamt aber begrüße der Ausschuss das Engagement des Erzbistums für die Ausbildung in den dringend benötigten erzieherischen und heilpädagogischen Berufen. Nur die FDP bezog eindeutig Stellung gegen den Ausbau des Berufskollegs am Krieler Dom.

Die Diskussion wird weiter gehen, zumal das Erzbistum erklärt hatte, das Grundsatzkonzept architektonisch weiter auszuarbeiten, um im Gespräch mit der Politik und den Nachbarn des Kollegs eine verträgliche Lösung zu finden. Nach dem Verweisungsbeschluss des Ausschusses obliegt es zunächst der Bezirksvertretung Lindenthal, eine Empfehlung zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens abzugeben. Sie tagt am Montag, 21. April.


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