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14.04.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Oft lustiger als im Karneval

Ratsturm
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Die Kabarettistin Marina Barth las aus Ratsprotokollen

Von Christoph Mathieu

Der Titel der Führung hieß "Möge die Macht mit dir sein". Und obwohl es sich um ein Zitat aus den Star Wars-Filmen handelt, versicherte Marina Barth den etwa 30 Teilnehmern: "Nicht, dass Sie enttäuscht sind: Ein Laserschwert habe ich nicht mitgebracht." Im Rahmen der "Expedition Colonia" hatte die Kabarettistin eine Führung über die Ratsprotokolle des letzten Jahrhunderts vorbereitet.

Langweiliger als ein Sternenkrieg, könnte man meinen. "Wer Marina Barth aus dem Klüngelpütz-Theater kennt, weiß, dass es mit ihr niemals langweilig wird", versprach Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, als sie die Hobby-Führerin gestern Nachmittag im Ratssaal begrüßte. Wie auf Kommando spielte das Rathausglockenspiel in schrägsten Tönen eine Melodie, und Barth freute sich diebisch: "Auf die schief spielenden Glocken komme ich noch zu sprechen!"

Barth hatte sich in den letzten Monaten durch 48 000 Seiten Ratsprotokolle gewühlt und die amüsantesten Stellen rausgesucht. So erweckte sie den Anschein, als ginge es in Ratssitzungen oft lustiger zu als Karneval im Gürzenich. Nicht selten steht in den Protokollen die "Allgemeine Heiterkeit" vermerkt, etwa wenn OB Schramma sagt: "Geklüngel im Rat ist etwas, das ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann."

Im Klüngeln ist wohl Konrad Adenauer als Meister zu bezeichnen, "nicht umsonst ist die größte Rathausglocke ihm und dem Klüngel gewidmet". So erzählte Barth anhand eines Protokolls von 1927 folgende Geschichte: Dem Stadtteil Mülheim war eine Brücke versprochen worden. Es sollte eine Bogenbrücke sein, doch Adenauer wollte lieber eine Hängebrücke, weil die nötigen Drahtseile in Köln produziert wurden. Selbst die CDU stand nicht hinter ihm, so dass Adenauer den Kommunisten im Rat weismachte, in Leningrad gäbe es ausschließlich Hängebrücken. Und sie wollten doch auch Brücken, die im Sinne Lenins seien? Mit den Kommunisten hinter sich setzte Adenauer seinen Willen durch.

In den 60ern beschloss man, den Rathausturm durch die Getränkesteuer zu finanzieren, wobei schon im Protokoll von 1961 einem Ratsmitglied klar war: "Dann können wir unseren Kindern stolz erklären: ,Seht, dies hier haben wir für euch ersoffen.'" Auch heute ginge es im Ratssaal ab und an noch lustig zu, wie Barth betonte und mit der Anekdote über die Rathausglocken schloss.

Im August letzten Jahres stellte die FDP den Antrag, die Melodieliste des Glockenspiels zu erweitern. "Mein Hut der hat drei Ecken" und "Ein Jäger aus der Kurpfalz" seien keine angemessenen Melodien für eine Stadt mit reichem Liedgut. Während der Diskussion stimmt Götz Bacher von der SPD das Lied "Das Glockenspiel vom Rathausturm" an. Der ganze Saal sang mit. Vermerk im Protokoll: Allgemeine Heiterkeit.


Hier geht es zu kuriosen Zitaten aus Ratssitzung.

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