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08.04.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

In Sorge um den kleinen Dom

Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
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Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
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Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Das Erzbistum will das Berufskolleg nahe der romanischen Kirche erheblich erweitern

Die Gemeinde St. Albertus Magnus und die Bezirksvertretung Lindenthal finden, ein Berufskolleg für 1000 Schüler würde den Krieler Dom erdrücken.

Von Marion Eickler

Lindenthal - Große Bedenken herrschen im Stadtbezirk gegenüber den Plänen des Erzbistums, das Berufskolleg am Krieler Dom zu erweitern. Dort, wo heute 450 junge Menschen erzieherische oder heilpädagogische Berufe erlernen, sollen es zukünftig 1000 sein. Denn das Erzbistum will seine bisher drei über das Stadtgebiet verteilten Standorte dort konzentrieren. In einem komplett neuen Gebäudekomplex, der an der Ecke Zülpicher Straße Gleueler Straße bis zu fünf Geschosse plus Staffelgeschoss hoch aufragen soll. In nächster Nähe zum historischen Ensemble der romanischen Kirche Krieler Dom mit der ehemaligen Zwergschule Kriel und dem Kirchhof, der die älteste Begräbnisstätte Lindenthals ist. Im 10. Jahrhundert war mit dem Bau des kleinen Doms begonnen worden, er ist nach St. Gereon der zweitälteste Sakralbau Kölns. "Der Krieler Dom darf nicht im Schatten eines mächtigen Neubaus verschwinden", kritisiert die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von St. Albertus Magnus, Christiane Voß, diese Pläne.

Nicht nur die Nachbarn, auch die Fraktionen der Lindenthaler Bezirksvertretung zeigten sich bestürzt angesichts des Vorhabens, das ihnen der zuständige Prälat, Gerd Bachner, Donnerstag vergangener Woche in einem nichtöffentlichen Gespräch unterbreitete. So hält Ulrich Naumann (SPD) das "geplante Bauvolumen angesichts der Kleinteiligkeit der umgebenden Bebauung für zu groß". Angelika Burauen (Grüne) meint: "Der Krieler Dom würde von so einem großen Gebäudekomplex erschlagen." Das sehen auch CDU und FDP so, wiewohl alle vier Fraktionen die Qualität der vorgestellten Pläne loben. Katja Hoyer (FDP) sagt: "Es handelt sich um eine sehr ansprechende Architektur. Aber sie passt nicht an diesen Ort."

Große Sorgen macht den Politikern auch der zu erwartende Verkehr, den 1000 Schüler und 80 Lehrer dorthin brächten. Das Erzbistum will lediglich eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen bereitstellen. Heribert Resch (CDU) ist sicher: "Das gibt ein Verkehrschaos. Da ist doch heute schon alles zugeparkt." Die anderen Fraktionen sehen das ähnlich. Doch nach Meinung des Erzbistums wird es keine Verkehrsprobleme geben, "weil fast alle Schüler und Studierende öffentliche Verkehrsmittel benutzen können". So steht es in der Pressemitteilung mit der das Erzbistum erstmals Ende März an die Öffentlichkeit trat.

"Sehr spät", wie Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker die Informationspolitik des Erzbistums kritisiert. Sie meint: "Der städtebauliche Vorentwurf steht bereits. Er wird schon inn wenigen Tagen im Stadtentwicklungsausschuss behandelt. Besser hätte das Erzbistum von Anfang an das Gespräch mit den Menschen vor Ort gesucht." Jetzt soll es doch noch einen Gedankenaustausch mit der Gemeinde geben. Wie Voß betätigt, bereits innerhalb der kommenden zwei Wochen. Sie sagt: "Bisher hatten wir den negativen Eindruck, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Also begrüßen wir das Gesprächsangebot."


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