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03.04.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Wallraf soll Eigenbetrieb werden

Dr. Ulrich Wackerhagen
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Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum / Fondation Corboud soll zum 1. Juli 2008 in eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung umgewandelt werden. Dies sieht eine Vorlage der Verwaltung für die nächste Sitzung des Kulturausschusses vor. Bereits seit dem 20. September 2005 liegt der Grundsatzbeschluss des Rates vor, das städtische Museum in eine andere Rechtsform zu überführen, um ihm ein möglichst flexibles und eigenverantwortliches Wirtschaften zu ermöglichen. Ursprünglich war von einer gemeinnützigen Betriebsführungsgesellschaft (gGmbH) die Rede gewesen. Dagegen wurden vonseiten der Verwaltung juristische Bedenken ins Feld geführt. Für den Eigenbetrieb wird ein Stammkapital von 25 000 Euro angesetzt.

Lothar-Theodor Lemper (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses, erklärte nach einer Fraktionssitzung am Mittwoch, dass die CDU über diesen Vorschlag „nicht begeistert“ sei. Gleichwohl werde man ihm zustimmen. Allerdings verstehe man den Eigenbetrieb nicht als Endpunkt der Entwicklung, sondern sei weiterhin bestrebt, den Plan einer gGmbH zu verfolgen. Zudem gehe es der CDU um eine Einbindung des Stifterrates, der sich immer wieder für die Verselbständigung des Hauses eingesetzt habe. Schließlich betont er, dass das Wallraf der Vorreiter sein solle für andere städtische Museen. Daher werde man den Eigenbetrieb genau beobachten.

„Nicht professionell“

SPD-Fraktionssprecher Martin Börschel stellte fest, dass der Eigenbetrieb ein „Schritt in die richtige Richtung“ sei. Allerdings müsse der neue Sachverhalt nun erst einmal geprüft werden. Börschel kritisiert, dass die Vorlage nicht vorab mit der Politik abgestimmt worden sei. Bei einem Thema mit einer solchen Vorgeschichte und Bedeutung sei das „nicht professionell gehandelt“.

FDP-Kultursprecher Dr. Ulrich Wackerhagen äußerte sich „sehr verärgert“ über die Verwaltung. Er wolle erst einmal genau wissen, warum eine gGmbH - die eine noch größere Unabhängigkeit bedeuten würde - nicht möglich sein soll. Daher geht er davon aus, dass es im nächsten Kulturausschuss noch nicht zu einer Abstimmung kommt. Schließlich habe sich der Rat im Jahre 2005 für eben diese gGmbH ausgesprochen und nicht für einen Eigenbetrieb. „Ich lasse mir von der Verwaltung nicht die Rechtsform vorschreiben“, so Wackerhagen.


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