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10.04.2008

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Pressespiegel

Fritz Schrammas schwuler Alptraum

Es war einmal: Schramma und Sterck im Smaltalk. Jetzt sind die Konkurrenten um das OB-Amt
Es war einmal: Schramma und Sterck im Smaltalk. Jetzt sind die Konkurrenten um das OB-Amt
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Es war einmal: Schramma und Sterck im Smaltalk. Jetzt sind die Konkurrenten um das OB-Amt
Ralph Sterck wird OB-Kandidat der FDP

Schon bei der letzten Kommunalwahl bist Du als OB-Kandidat angetreten, mit 2% aber erfolglos geblieben. Wieso glaubst Du, dass das jetzt anders sein wird?

Es geht ja nicht in erster Linie um mein persönliches Ergebnis, sondern darum, die Wähler für eine liberale Politik in dieser Stadt zu mobilisieren und eine möglichst starke Fraktion in den Rat zu schicken. Damals ist uns das gut gelungen.

In letzter Zeit machen sich In Köln Tendenzen breit, alles und jedes regulieren zu wollen. Kein Picknick mehr auf der Domtreppe, hohe Bußgelder für weggeworfenen Müll, die Skater sollen vom Roncalliplatz vertrieben werden, die Gasheizstrahler aus dem Straßenbild verschwinden, in der KVB darf nicht mehr gegessen und getrunken werden und die Gastronomie klagt über Gängelungen durch die Verwaltung wegen vermeintlich unzumutbarer Lärmbelästigungen. Droht Köln seinen größten Standortfaktor, sein liberales und weltoffenes Image zu verlieren?

Ich hoffe mal nicht. Ich mache mir mehr Sorgen wegen des neuen, von Rot-Grün beschlossenen, sehr restriktiven Platzkonzepts für die Innenstadt. Da sehe ich Probleme auf den CSD zukommen, zum Beispiel was die Tanzbühne angeht. Ob die Organisatoren da alles in der Altstadt unterbringen können, was bisher für den CSD selbstverständlich war, wird man sehen. Einiges in der Auflistung habe ich ja auch kritisiert. Die Grünen führen Köln wie eine Besserungsanstalt. Alles was nicht ins grüne Weltbild passt, wie die Heizstrahler, hat für sie keinen Platz in unserer Stadt.

Aber der Leiter des Ordnungsamtes, Herr Kilp, ist doch kein Grüner...

Er setzt die Vorgaben des SPD-Stadtdirektors um und der bekommt vieles von den Grünen eingeflüstert. Ich denke schon, dass da einiges aus dieser Richtung stammt.

Sehen wir hier nicht einen klassischen Generationenkonflikt zwischen alt und jung? Die einen wollen Spaß, die anderen Ruhe...

Ja, das ist ja immer so und eine schwierige Abwägung. Den Skatern wollten wir ja eine attraktive Alternative in Form eines Skaterparks anbieten, aber Rot-Grün hat das leider gekippt. Was die Gastronomie angeht, haben wir aber auch einiges positives bewirkt. Die Verkürzung der Sperrstunde hat für erheblich mehr Flexibilität gesorgt. Jetzt sehe ich mit großer Sorge das Rauchverbot auf uns zukommen. Ich hätte mir da eine liberalere Regelung für Ein-Raum-Kneipen gewünscht. Möglicherweise rauchen dann mehr Besucher vor den Läden und es gibt dadurch noch mehr Lärmprobleme.

Fällt der CSD Deiner Meinung nach unter die Brauchtumsklausel des Nichtraucherschutzgesetzes und dürfen Kneipen an diesem Wochenende deshalb das Rauchen erlauben?

Es gibt ja die schöne kölsche Regel, wonach alles, was zweimal stattfindet, Tradition ist und alles, was dreimal stattfindet, Brauchtum. Andererseits legt der CSD großen Wert darauf, als politische Demonstration zu gelten, was auch rechtliche Vorteile mit sich bringt. Insofern wird das Rauchverbot Anfang Juli zum CSD wohl gelten. Und ich hab da kein gutes Gefühl bei.

Viele jüngere Schwule sind nach Berlin abgewandert, weil die Szene dort vermeintlich attraktiver ist. Muss Köln nicht deutlich mehr für seine Außendarstellung tun?

Es ist ja nicht nur ein Problem der Vermarktung, sondern der Realität und des Lebensgefühls. Wir haben mit dem Gay City Marketing vor ein paar Jahren einiges angestoßen. Das ist natürlich noch in den Kinderschuhen und ausbaufähig.

Du hast mal einen Preis für die beste Schülerzeitung in Deutschland bekommen. Welche Frage würdest Du Dir selber noch stellen wollen?

Wie wir die Gay Games 2010 in Köln auf einen guten Weg bringen können. Das ist ja ein Riesenevent und da gibt es viel zu tun was Sponsoring und Sportstätten angeht. Das wäre für mich als OB ein ganz wichtiges Projekt.

Interview: Marc Kersten (ungekürzte Version)


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