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21.02.2008

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Pressespiegel

Gruß: Unicef-Vorstand muss zurücktreten

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Der Wirbel um die deutsche Sektion von UNICEF lässt nicht nach. Nachdem das Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) der Hilfsorganisation am Mittwoch das Spendensiegel entzog, wurde heute bekannt, dass der zurückgetretene Geschäftsführer Dietrich Garlichs offenbar noch immer in der Kölner Zentrale des Kinderhilfswerks arbeitet. "Das ist eine Verdummung all jener, denen UNICEF und die Kinder am Herzen liegen", sagte dazu die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Miriam Gruß.

Mit ungläubigem Staunen habe sie erfahren, dass Garlichs auch nach seinem Rücktritt noch beinahe täglich in der Kölner UNICEF-Zentrale arbeite und auch an Sitzungen teilgenommen habe, so Gruß. „Auf Nachfrage hat man uns mitgeteilt, Garlichs' ‚Sachverstand und große Erfahrung’ seien noch gefragt.“ Die liberale Jugendpolitikerin fordert den verbliebenen Vorstand des deutschen UNICEF-Komitees zum Rücktritt auf. „Der Vorstand hat bis heute nicht begriffen, welche Tragweite das Ganze hat. Jetzt hat er es mit Brief und Siegel bekommen.“

Das DZI hatte der Hilfsorganisationen gravierende Mängel in der Management-, Leitungs- und Aufsichtsstruktur vorgeworfen. „Die Entziehung des Spendensiegels ist die Quittung für die Provisionsaffäre. Eine drastische Konsequenz und ein trauriger Höhepunkt in der Geschichte des Kinderhilfswerkes“, erklärte Miriam Gruß, die Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF ist.

„UNICEF muss nun einen Neuanfang starten, um das Vertrauen der Spender zurückzugewinnen. Transparenz muss die oberste Richtlinie für die Verantwortlichen sein, um den Image-GAU so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.“ Die FDP-Politikerin forderte den Vorstand auf, die Mitgliederversammlung so schnell wie möglich abzuhalten. Der anvisierte 10. März sei dafür zu spät.

Eine UNICEF-Sprecherin bestätigte heute, die Hilfsorganisation habe seit Beginn der Finanzaffäre rund sechs Millionen Euro an Spenden verloren. Zudem habe sich etwa ein Zehntel der regelmäßigen Spender abgewandt. Miriam Gruß: „Millionen Kinder sind auf die Hilfe von UNICEF angewiesen, sie dürfen nicht die Leidtragenden sein.“

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