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11.02.2008

Junge Liberale Köln

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„Da capo“ für Breslauer Platz – Vorhang zu für Kommerz-Hotel

Kommerz-Hotel
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Kommerz-Hotel
Nach dem Ende des Musical Dome 2010 soll der Bahnhofsvorplatz ein neues Gesicht bekommen. Mutige Konzepte statt Klein-Klein sind nun gefragt. Dafür muss das Kommerz-Hotel abgerissen werden.

Von Bernd Schöneck

Die JuLis Köln setzen sich für einen Abriss des 70er-Jahre-Hotelgebäudes Kommerz-Hotel am Breslauer Platz und einen Musical-Neubau an gleicher Stelle ein. Dabei unterstützen sie die Position der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln.

Es scheint beschlossene Sache zu sein: Die Tage des Musical-Zelts am Rheinufer sind gezählt. Wie es mit dem Breslauer Platz und dem Musical danach weitergeht, ist ungewiss. Ebenso ungewiss ist die Zukunft des Kommerz-Hotels: Im letzten Jahr sprach sich der Rat gegen die Stimmen der FDP für einen Beibehalt des Gebäudes zwischen Busbahnhof und Musical Dome aus. Ein fataler Entschluss: Das Gebäude blockiert wertvollen Platz zwischen Rhein und der Bahnhofs-Rückseite, der für eine komplette Neugestaltung genutzt werden könnte.

Ganz abgesehen davon, dass das Hotel architektonisch nicht gerade sehenswert ist. Sind auch einige der umliegenden Hochbauten keineswegs reizvoller, so passt der 70er-Jahre-Look dennoch nicht mehr ins Stadtbild. Zudem der Bau geradezu den Blick auf das Rheinufer verstellt und den ankommenden Zugreisenden keinen wirklich schönen ersten Eindruck vermittelt.

Um soziale Härten für die Angestellten des Hotels zu verhindern, schlagen wir vor, einen verlässlichen Zeitplan für den Abriss zu vereinbaren und der Haus-Betreiberkette Günnewig bei der Suche nach einem alternativen Standort in vergleichbar guter Lage beizustehen. Die Arbeitsverhältnisse könnten auf diese Weise nahtlos zur neuen Stätte übergehen.

Das Musical gehört in die City

Zur Zukunft des Breslauer Platzes gehört jedoch ein Musical dazu. Der Musical-Standort am Breslauer Platz hat sich in den zwölf Jahren seines Bestehens bestens bewährt. Weit über eine Million Besucher zu den Vorstellungen in dieser Zeit können nicht irren. Die gute Verkehrsanbindung, die damit verbundene leichte Erreichbarkeit und der Altstadtbummel als mögliches Rahmenprogramm für auswärtige Gäste sind ein großer Standortvorteil.

Die prominente Lage unterstreicht zudem demonstrativ die Bedeutung des Musicals für eine Kulturstadt mit deutschlandweiter Bedeutung. Zugleich wertet ein Theater wie diese das oftmals triste Bahnhofsumgebungs-Ambiente entscheidend auf. Ein Musical ist vom Breslauer Platz kaum mehr wegzudenken.

Ein bloßer Busbahnhof - so architektonisch reizvoll er auch immer geplant sein mag - vermag all dies nicht zu bewirken. Zur Veranschaulichung sei auf das Beispiel Bonns verwiesen: Hier überlegt man fieberhaft, wie man den "Schandfleck" Zentraler Omnibus-Bahnhof beseitigen kann. Solch ein Fiasko kann und darf sich Köln nicht leisten!

Hinzu kommt: Musical-Veranstalter haben bereits signalisiert, am Theater-Standort Breslauer Platz Interesse zu haben – nicht jedoch am von Rot-Grün favorisierten Barmer Viertel in Deutz. Wenn das Kernbündnis seine Pläne durchboxt, läuft Köln Gefahr, am Ende ohne Musical darzustehen – während am Breslauer Platz bereits durch den Abriss des „Dome“ und die Vergraulung der Musikspiel-Investoren Fakten geschaffen wurden. Dies ist ein hochgradig leichtsinniges Spiel mit der Kölner Kultur und darf einfach nicht sein. Die JuLis appellieren daher an den Kölner Stadtrat, seine Entscheidung zu überdenken.

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